Absage erteilt 28.11.2013, 15:09 Uhr

Unrentabel: Automobilhersteller wollten kein Elektro-Fahrzeug für Post bauen

Keiner der großen Automobilhersteller wollte sich an einer Kooperation mit der Deutschen Post DHL beteiligen und ein Elektroauto speziell für die Zustellung von Briefen und Päckchen entwickeln. Alle namhaften Autobauer erteilten der Deutschen Post DHL eine Absage. Der Grund: fehlende Rentabilität.

Bei der Deutschen Post geht der Trend zur CO2-freien Zustellung: In Bonn sind die Mitarbeiter mit dem Elektroauto Streetscooter und dem Elektrofahrrad unterwegs. 

Bei der Deutschen Post geht der Trend zur CO2-freien Zustellung: In Bonn sind die Mitarbeiter mit dem Elektroauto Streetscooter und dem Elektrofahrrad unterwegs. 

Foto: Deutsche Post DHL

Entwickelt für die Post wurde das Elektroauto „Streetscooter“ schließlich von der RWTH Aachen und der Aachener StreetScooter GmbH. Derzeit wird es in Bonn und 30 anderen deutschen Städten von der Deutschen Post in einem Modellversuch getestet. Große Automobilhersteller wie VW, Mercedes oder Renault haben sich nicht bei den Planungen für den umweltfreundlichen und geräuscharmen Elektrocaddy eingebracht. Sie lehnten eine Kooperation ab. Das Projekt erschien ihnen nicht rentabel, berichtet aktuell das Magazin auto motor und sport.

Dabei betreibt die Post eine der größten Fahrzeugflotten in Deutschland. Und unterhält in Europa einen Fuhrpark von 60.000 Fahrzeugen. Davon fahren 8500 Fahrzeuge alternativ angetrieben durch Hybrid, Gas und Biofuel – der Trend geht zur CO2-freien Zustellung.

Wirtschaftlich und emissionsarm

Er sieht ähnlich aus wie ein VW Caddy – der 4,60 Meter lange gelbe Kastenwagen mit dem Namen „StreetScooter“. Er ist speziell auf die Bedürfnisse der Post für die Brief- und Paketzustellung angepasst. Nur die notwendigsten Teile wurden in dem Fahrzeug verbaut, so dass die Servicekosten niedrig bleiben und die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Die Autoteile kommen oftmals aus einer Großserie und werden in anderen Fahrzeugen verbaut wie zum Beispiel eine Achse des VW Caddys. Der Innenbereich ist robust ausgestattet und hat ein Ladevolumen für große Mengen an Briefen und Paketen.

Das Elektromobil soll hauptsächlich für die Zustellung auf dem Land eingesetzt werden. Die Lithium-Ionen-Akkus und ein Asynchronmotor schaffen eine Leistung von 30 Kilowatt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 85 Kilometer pro Stunde. Die maximale Reichweite beträgt im Postbetrieb 80 Kilometer.

Entwickelt hat das Elektrofahrzeug die Deutsche Post DHL mit der RWTH Aachen, der Aachener StreetScooter GmbH und 80 kleinen eher unbekannten Zuliefererunternehmen, darunter auch die Firmen Hella, Kiekert und ThyssenKrupp. Das Unternehmen StreetScooter GmbH wurde im Jahr 2009 gegründet und erforscht und baut nachhaltige Fahrzeugkonzepte. Auch Zusteller selbst durften bei der Entwicklung mitreden, damit das Fahrzeug auf ihre Bedürfnisse im Arbeitsalltag zugeschnitten werden konnte.

50 Streetscooter im Praxistest  

Insgesamt 50 „Streetscooter“ werden noch bis Ende 2013 im Alltagsbetrieb getestet, davon 20 Fahrzeuge in Bonn. Die Anforderungen sind hoch. Bis zu 200 Stopps und Anfahrvorgänge muss das Auto täglich schaffen können – und dies an 300 Tagen im Jahr. 

Die Deutsche Post DHL hat sich als erstes Logistikunternehmen ein Klimaschutzziel gesteckt und ist Vorbild mit ihrem Go-Green-Konzept. Bis zum Jahr 2020 soll die CO2-Effizienz im Vergleich zum Jahr 2007 um 30 Prozent verbessert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen auch auf eine Modernisierung der Fahrzeugflotte und auf eine Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen.

„Streetscooter ist ein Fahrzeug, mit dem Unternehmen rechnen und nachhaltig wirtschaftliche Werte erreichen können“, betonte Professor Dr. Achim Kampker. Er ist  Inhaber des Lehrstuhls Produktionsmanagement an der RWTH Aachen und gleichzeitig Geschäftsführer der StreetScooter GmbH.

Allein in Bonn will die Deutsche Post DHL bis zum Jahr 2016 mit 141 Elektrofahrzeugen die Zustellung vornehmen. Damit sollen mehr als 500 Tonnen CO2 eingespart werden. 

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