Anzeige

Spektakulär: U-Boot-Wrack von 1917 in 400 Metern Tiefe entdeckt

27. Mai 2025

Wrack der USS F-1
Das Wrack der USS F-1 ist 44 Meter lang und noch gut erhalten. Foto: Zoe Daheron/ Woods Hole Oceanographic Institution
In 400 m Tiefe vor Kalifornien entdeckten Forschende das Wrack der 1917 gesunkenen USS F-1 und dokumentierten es mit modernster Technik.
Anzeige
Anzeige


Am 17. Dezember 1917 kollidierte as U-Boot USS F-1 der US-Marine während eines Manövers vor der Küste San Diegos mit seinem Schwesterschiff, der USS F-3. Die F-1 wurde am Bug schwer beschädigt. Binnen weniger als zehn Sekunden füllte sich der Rumpf mit Wasser und das Boot sank. Von den 24 Besatzungsmitgliedern überlebten nur fünf. Die übrigen 19 Männer kamen ums Leben. Die exakte Position des Wracks blieb lange unklar, obwohl es bereits 1976 von einem Tauchfahrzeug gesichtet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Tiefseeforschung bringt Licht ins Dunkel

Mehr als ein Jahrhundert später fanden Forschende der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) das Wrack erneut – diesmal mit der Möglichkeit, es aus nächster Nähe zu untersuchen. Die Expedition diente ursprünglich der technischen Ausbildung junger Pilotinnen und Piloten sowie dem Test neuer Geräte. Die Operation wurde durch die National Science Foundation (NSF) unterstützt und von Partnern wie dem Office of Naval Research (ONR), dem Naval History and Heritage Command (NHHC) und dem UNOLS-Netzwerk begleitet.

Anzeige
Anzeige

Eingesetzt wurden zwei Unterwasserfahrzeuge: Das bemannte Forschungstauchboot „Alvin“ und das autonome Unterwasserfahrzeug „Sentry“. Beide gehören zur Flotte der National Deep Submergence Facility (NDSF) und sind für Tiefen bis über 4000 Meter ausgelegt. Die F-1 liegt in rund 400 Metern Tiefe – technisch also kein Problem, aber trotzdem herausfordernd, etwa was Sicht, Druck und Orientierung betrifft.

Dokumentation mit hochauflösender Technik

Zur Vermessung des Meeresbodens kamen Multibeam-Echolote auf der Forschungsjacht „Atlantis“ und dem AUV „Sentry“ zum Einsatz. Diese erzeugen dreidimensionale Karten durch akustische Impulse. Für Nahaufnahmen nutzte das Team Kamerasysteme an der „Alvin“. Diese liefern Videos und Fotos in hoher Auflösung – unverzichtbar, wenn es um die genaue Dokumentation maritimer Strukturen geht.

Ein Teil der Aufnahmen wurde in photogrammetrische Modelle überführt. Dabei werden Tausende Einzelbilder zu einem dreidimensionalen Objekt verrechnet. So konnten die Forschenden präzise Messungen des Wracks und der umliegenden Sedimentschichten durchführen. Auch Meereslebewesen, die sich im Laufe der Jahre am Rumpf angesiedelt haben, wurden kartiert.

Anzeige
Anzeige

Technische Details der USS F-1

Die USS F-1 wurde 1912 als eines von mehreren Experimentalbooten der US-Marine in den Dienst gestellt. Mit einer Länge von 44 Metern und einer Wasserverdrängung von rund 330 Tonnen war sie ein kleines U-Boot. Angetrieben wurde sie an der Oberfläche von zwei Dieselmotoren. Unter Wasser kamen Elektromotoren zum Einsatz, die ihre Energie aus Bleibatterien bezogen. Die maximale Tauchtiefe betrug etwa 60 Meter – aus heutiger Sicht ein vergleichsweise geringer Wert.

Im Ersten Weltkrieg war die F-1 vor allem mit Patrouillen- und Ausbildungsmissionen entlang der US-Westküste betraut. Im Dezember 1917 war sie zusammen mit anderen Booten auf Übungsfahrt, als es zur Kollision kam. Das Schwesterschiff F-3 überstand den Zusammenstoß schwer beschädigt. Die F-1 sank sofort. Der genaue Hergang konnte nie vollständig geklärt werden.

Anzeige
Anzeige

Technische Daten der USS F-1 (SS-20)

Typ: U-Boot der F-Klasse

Ursprünglicher Name: USS Carp

Werft: Union Iron Works, San Francisco, Kalifornien

Auf Kiel gelegt: 23. August 1909

Stapellauf: 6. September 1911

Indienststellung: 19. Juni 1912

Verbleib: Gesunken nach Kollision am 17. Dezember 1917

Verdrängung: 330 Tonnen (über Wasser)

Länge: 43,46 m

Breite: 4,70 m

Tiefgang: 3,71 m

Besatzung: 22 Personen

Geschwindigkeit: 14 Knoten (ca. 26 km/h) an der Oberfläche

Antrieb: 2 × Diesel- und 2 × Elektromotoren

Bewaffnung: 4 × 450-mm-Torpedorohre

 

Zustand des Wracks

Die nun angefertigten Aufnahmen zeigen, dass das Wrack auf der Steuerbordseite liegt. Der Bug ist nach Nordwesten ausgerichtet. Die Struktur des Rumpfs ist überraschend gut erhalten. Propeller, Turm, Steuerflächen und die Außenhaut zeigen zwar Korrosion, aber keine vollständige Zerstörung. Innenaufnahmen wurden nicht gemacht – aus Respekt vor den Toten und weil das Eindringen in das Wrack das Risiko einer Beschädigung erhöhen würde.

Gedenken an die Besatzung

Während der Expedition hielten die Beteiligten eine Gedenkfeier an Bord der „Atlantis“ ab. Eine Schiffsglocke läutete 19 Mal – für jedes Mitglied der F-1-Besatzung, das am 17. Dezember 1917 ums Leben kam. Der Unterwasserarchäologe Brad Krueger vom NHHC betonte: „Geschichte und Archäologie drehen sich um Menschen, und wir fanden es wichtig, ihre Namen laut vorzulesen.“

Für Krueger war es der erste Tauchgang mit der „Alvin“ und zugleich der erste direkte Besuch eines historischen Wracks. Auch für Rob Sparrock vom Office of Naval Research war der Moment besonders: „Als Navy-Veteran war es für mich eine große Ehre, gemeinsam mit einem anderen Navy-Veteranen und einem Navy-Historiker an diesem Tauchgang teilzunehmen.“

Technisches Training mit historischem Wert

Die sieben Tauchgänge dienten auch dazu, junge Pilotinnen und Piloten im Umgang mit der „Alvin“ zu schulen. Ziel war es, unter realen Bedingungen Navigationsmanöver, Bildgebung und Kommunikation zu trainieren. Laut Ana Michel, Chefwissenschaftlerin der NDSF, hat das Team das Wrack mit der nötigen Sorgfalt behandelt: „Wir wollten diese faszinierenden Aufnahmen teilen, aber auch den Verstorbenen den gebührenden Respekt zollen.“

Die eingesetzten Technologien – von Sonar bis zur Photogrammetrie – gelten heute als Standardwerkzeuge der Tiefseeforschung. Gleichzeitig liefern sie neue Impulse für die Ausbildung und technische Weiterentwicklung von Tiefseegeräten.

Blick in die Zukunft der Unterwasserarchäologie

Der Fund und die Dokumentation der USS F-1 zeigen, wie moderne Technik dabei hilft, historische Ereignisse greifbar zu machen. Durch zerstörungsfreie Vermessungen lassen sich Daten für Nachwelt und Forschung sichern. Die Ergebnisse können in digitalen Archiven, Museen und Ausbildungseinrichtungen genutzt werden.

Gleichzeitig erinnert das Wrack daran, wie gefährlich die Arbeit auf See war – und bis heute ist. „Bei einem Tauchgang von fast acht Stunden blieb Zeit, über die Risiken nachzudenken, denen alle Seeleute in Vergangenheit und Gegenwart ausgesetzt sind“, sagte Rob Sparrock.

Hier geht es zur Originalmeldung



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)

21.09.2026
Eutin
Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

21.09.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

21.09.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

21.09.2026
Essen
Architekt (m/w/d) mit Schwerpunkt im Bereich Projektmanagement
Stadt Biberach an der Riß

21.09.2026
Biberach
EMSR Techniker (m/w/d)
VESTOLIT GmbH

22.09.2026
Marl
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

22.09.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

22.09.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

22.09.2026
Stuttgart
Ingenieurin / Ingenieur mit Master in Informatik / Elektrotechnik – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Offizierin / Offizier Anwärter/in – Führungskraft Oberfähnrichmodell mit Bachelor (Master) (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Ingenieurin / Ingenieur mit Master – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Teamleitung (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau
Die Autobahn GmbH des Bundes

22.09.2026
Hamm
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

22.09.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

22.09.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

22.09.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

22.09.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

22.09.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

22.09.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

22.09.2026
Lübeck

Weitere Artikel



Firmenprofile

Anzeige
Anzeige