Elektromobilität 28.11.2025, 15:22 Uhr

So viel Geld gibt es künftig beim Kauf eines E-Autos

Die Koalition hat sich auf eine neue E-Auto-Kaufprämie geeinigt, die vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern soll. Ab 2026 sollen mehrere Hunderttausend E-Autos und Plug-in-Hybride mit staatlichen Zuschüssen gefördert werden, vorbehaltlich der Zustimmung aus Brüssel.

Elektroauto mit einem Stecker und einer Euromünze,

Wer ein E-Auto kauft, kann ab 2026 mit einer Kaufprämie rechnen.

Foto: SmarterPix/photographyMK

Nach langen Verhandlungen hat sich die schwarz-rote Koalition auf eine neue Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride verständigt, die an Kauf und Leasing gleichermaßen anknüpft. Der Koalitionsausschuss billigte in der Nacht zu Freitag ein Programm mit einem Volumen von drei Milliarden Euro, das gezielt private Haushalte entlasten soll.

Die neue Kaufprämie soll pro Fahrzeug mindestens 3.000 Euro betragen und kann je nach Familiensituation auf bis zu 5.000 Euro anwachsen. Maßgeblich ist dabei, ob Käuferinnen und Käufer Kinder im Haushalt haben, denn für jedes Kind steigt der staatliche Zuschuss um 500 Euro an.

Zielgruppe: kleinere und mittlere Einkommen

Förderfähig sind ausschließlich Privatpersonen, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen bei höchstens 80.000 Euro pro Haushalt liegt. Diese Einkommensgrenze verschiebt sich für jedes Kind im Haushalt um weitere 5000 Euro nach oben, sodass auch größere Familien von der Kaufprämie profitieren können.

Die Koalition begründet die soziale Fokussierung damit, dass gerade Haushalte mit kleineren und mittleren Einkommen beim Umstieg auf klimafreundliche Antriebe Unterstützung benötigen. Reine Dienstwagen- und Flottenkäufe bleiben bewusst ausgeschlossen, um den Fördertopf nicht zulasten privater Käuferinnen und Käufer zu belasten.

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Details zur neuen Kaufprämie

Die Kaufprämie soll sowohl beim Erwerb eines Neuwagens als auch beim Leasing eines E-Autos oder Plug-in-Hybrids greifen. Vorgesehen ist, dass der Zuschuss direkt im Kauf- oder Leasingvertrag verrechnet wird, sodass Käuferinnen und Käufer die Entlastung unmittelbar auf der Rechnung sehen.

Die neue Kaufprämie wird auf Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 45.000 Euro begrenzt. Neben der Kaufprämie ist auch geplant, die Befreiung von der Kfz-Steuer für E-Autos bis 2035 zu verlängern. Die Förderung umfasst zudem Modelle im Gebrauchtwagenmarkt und soll ab Januar 2026 starten.

Starttermin und EU-Genehmigung

Das neue Programm soll nach dem Willen der Koalition „schnellstmöglich“ im Jahr 2026 starten, sobald alle rechtlichen Fragen geklärt sind. Zuvor muss die EU-Kommission die beihilferechtliche Genehmigung erteilen, weil die Kaufprämie als staatliche Beihilfe gilt.

Parallel arbeitet das zuständige Bundesministerium an den Detailregeln, die bis Ende dieses Jahres vorliegen sollen. Erst mit dieser Förderrichtlinie können Händlerinnen und Händler sowie Verbraucherinnen und Verbraucher verlässlich planen, wann die Kaufprämie konkret beantragt werden kann.

Rückblick auf frühere Kaufprämie

Schon in der Vergangenheit hatte der Staat mit einer Kaufprämie – dem Umweltbonus – die Anschaffung von E-Autos unterstützt, bevor das Programm Ende 2023 abrupt beendet wurde. Das damalige Aus resultierte aus der Haushaltskrise nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wodurch Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds entfielen.

Mit der jetzt beschlossenen neuen Kaufprämie reagiert die Koalition auch auf den Einbruch bei den Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen nach dem Förderstopp. Branchenvertreterinnen und -vertreter hatten wiederholt gewarnt, ohne verlässliche Unterstützung drohe der Markt das Tempo beim Umstieg auf Elektromobilität zu verlieren.

Kaufprämie auch für Gebrauchtwagen

Autohandel und Hersteller erwarten, dass die gezielt ausgestaltete Kaufprämie den Absatz preisgünstiger E-Modelle ankurbeln und damit für zusätzliche Planungssicherheit sorgen wird. Gerade im Segment der Kompakt- und Kleinwagen könnten sich durch die Zuschüsse für viele Käuferinnen und Käufer erstmals realistische Einstiegsangebote ergeben.

Klimapolitisch setzt die Koalition darauf, dass die neue Förderung mehrere Hunderttausend zusätzliche emissionsarme Fahrzeuge auf die Straße bringt. Die Mittel stammen erneut aus dem Klima- und Transformationsfonds, der Investitionen in eine treibhausgasneutrale Wirtschaft unterstützen soll.

Die neue Kaufprämie wird nicht nur für Neuwagen, sondern auch für Gebrauchtwagen mit einem Elektroantrieb gelten. Dies eröffnet insbesondere für Haushalte mit mittlerem Einkommen eine kostengünstige Möglichkeit, auf Elektromobilität umzusteigen. Dabei soll auch der Leasingmarkt einbezogen werden, um verschiedene Finanzierungsformen zu unterstützen.

Kooperation mit Handel und Industrie

Vertreterinnen und Vertreter der Automobilbranche betonen, dass kurzfristige Unsicherheiten bei der Fördergestaltung vermieden werden müssen, um Zurückhaltung bei Autokäufen zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Automobilmarkts zu stärken.

Die neue E-Auto-Kaufprämie markiert einen wichtigen Schritt, um den Umstieg auf nachhaltige Mobilität sozial ausgewogener zu gestalten. Sie soll insbesondere Haushalten mit kleinem und mittlerem Einkommen den Erwerb von emissionsarmen Fahrzeugen ermöglichen und gleichzeitig markt- und klimapolitische Ziele fördern. Insgesamt wird erwartet, dass die Kaufprämie einen entscheidenden Impuls für die Elektromobilität in Deutschland ab 2026 setzt.

Ein Beitrag von:

  • Julia Klinkusch

    Julia Klinkusch ist seit 2008 selbstständige Journalistin und hat sich auf Wissenschafts- und Gesundheitsthemen spezialisiert. Seit 2010 gehört sie zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Klima, KI, Technik, Umwelt, Medizin/Medizintechnik.

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