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Segelschiff rammt Brooklyn Bridge – erste Einschätzungen

19. Mai 2025

Segelschiff rammt Brooklyn Brigde
Ein mexikanisches Segelschulschiff hat die Brooklyn Brigde gerammt. Die Kollision forderte mindestens zwei Todesopfer. Foto: picture alliance /NurPhoto/Kyle Mazza
Am Samstag rammte ein Segelschiff die Brooklyn Bridge. Ein Experte äußert nun erste Vermutungen über die mögliche Ursache der Katastrophe.
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Am Samstagabend, dem 17. Mai kollidiert in New York das Segelschulschiff „Cuauhtémoc“ der mexikanischen Marine mit der weltbekannten Brooklyn Bridge. Die oberen Teile der drei knapp 48 Meter hohen Masten brachen bei dem Zusammenstoß ab. Zwei Menschen verloren ihr Leben, 19 weitere wurden verletzt, mehrere davon schwer. Ein Experte äußert nun erste Einschätzungen über die Ursache der Katastrophe.

Inhaltsverzeichnis

Update 19. Mai: Einschätzung eines Experten

Nach dem tödlichen Schiffsunfall in New York könnten die Ermittlungen zu den Ursachen für das Unglück noch Monate in Anspruch nehmen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass eine Kombination aus ungünstiger Strömung, Wind und möglicherweise mangelhafter Koordination beim Manövrieren eine Rolle spielte.

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Der ehemalige Handelsschiffer und heutige Schifffahrtsexperte Sal Mercogliano äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP zu dem Vorfall. Seiner Einschätzung nach hätte das Schiff zu einem besseren Zeitpunkt starten sollen. „Es wäre klug gewesen, zwei Stunden früher loszufahren, als die Flut zurückging. Das wäre der ideale Zeitpunkt gewesen“, erklärte Mercogliano. Der Experte betreibt einen international gelesenen Fachblog zur Seefahrt.

Die „Cuauhtémoc“, ein Dreimaster mit einer Höhe von rund 90 Metern, hatte offenbar Schwierigkeiten beim Manövrieren in einem der komplexesten Hafenreviere der Welt. Die Tide, eine starke Strömung und kräftiger Wind dürften den Kurs des Schiffs beeinflusst haben. Auf Videos ist zu sehen, wie das Schiff rückwärts in die Fahrrinne einfährt – mit voller Geschwindigkeit. Kurz darauf kollidieren die Masten mit dem Brückenbauwerk und knicken ab.

Rolle des Schleppers

Die Aufnahmen werfen auch Fragen zur Rolle des Schleppers auf. Ein Schlepper schob das Schiff zunächst in Position, drehte jedoch ab, noch bevor die „Cuauhtémoc“ vollständig gewendet hatte. Der Versuch, das Schiff später wieder zu fassen, kam offenbar zu spät. Der Ablauf erinnert in Teilen an den Brückeneinsturz von Baltimore im Jahr 2024, bei dem die Koordination mit Schleppern ebenfalls eine Rolle gespielt hatte.

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Die US-Küstenwache hat die Untersuchungen aufgenommen. Dabei sollen sowohl technische Aspekte des Schiffs als auch die Kommunikation zwischen Kapitän, Crew und Schleppern geprüft werden. Es könne Wochen oder Monate dauern, bis belastbare Ergebnisse vorliegen. Auch die mexikanische Regierung hat ihre Anteilnahme bekundet. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte: „Unsere Solidarität und Unterstützung gilt ihren Familien.“

Meldung 18. Mai: Rückwärts in die Katastrophe

Das 1982 gebaute Ausbildungsschiff war zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg nach Island. Aus bislang ungeklärten Gründen trieb die „Cuauhtémoc“ rückwärts auf die Brücke zu. Augenzeugenberichten zufolge gelang es der Crew nicht, das Manöver rechtzeitig zu kontrollieren oder zu stoppen. In zahlreichen Videos, die in sozialen Medien kursieren, ist zu sehen, wie das beleuchtete Schiff langsam rückwärts in die Konstruktion der Brücke fährt. Die Takelage verheddert sich im Überbau, die Masten brechen und stürzen teilweise ins Wasser.

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Besonders tragisch: Offenbar befanden sich zum Zeitpunkt der Kollision mehrere Personen in der Takelage. Aufnahmen zeigen, wie sich ein Mensch zunächst in einem Seil hält, dann aber aus großer Höhe abstürzt.

— Morgan J. Freeman (@mjfree) May 18, 2025

Hinweise auf Technikversagen

Die genauen Umstände des Vorfalls werden derzeit noch untersucht. Die Stadtverwaltung von New York teilte mit, dass möglicherweise „mechanische Probleme“ zum Kontrollverlust geführt haben. Auch die New Yorker Polizei vermutet, dass ein Ausfall des Antriebs ursächlich war. Bis ein offizieller Untersuchungsbericht vorliegt, bleiben diese Informationen jedoch vorläufig.

Mexikos Botschafter in den USA, Esteban Moctezuma Barragán, erklärte, die Botschaft kümmere sich um die Betroffenen. Die Familien der Verunglückten würden benachrichtigt. Das havarierte Schiff wurde inzwischen zum Pier 36 gebracht. Mexikos Staatschefin Claudia Sheinbaum bedauerte den Vorfall. „Unser Mitgefühl und unsere Unterstützung gelten den Familien“, schrieb sie auf X. Der New Yorker Bürgermeister Eric Adams dankte den Rettungskräften der Küstenwache für ihren Einsatz.

Verletzte an Bord – zwei Tote bestätigt

An Bord befanden sich nach offiziellen Angaben 277 Personen. Die meisten davon sind Angehörige der mexikanischen Marine. Bei dem Unfall wurden 19 Menschen verletzt, darunter mehrere schwer. Zwei der schwer verletzten Personen starben später im Krankenhaus. Die mexikanische Marine sprach zunächst sogar von 22 Verletzten.

Laut Polizei musste niemand aus dem Wasser gerettet werden. Zwar habe es dramatische Szenen gegeben, bei denen auch Menschen ins Wasser gefallen sein könnten – doch bestätigte Rettungseinsätze im Fluss fanden nicht statt.

— End Wokeness (@EndWokeness) May 18, 2025

Keine größeren Schäden an der Brücke

Die Brooklyn Bridge selbst blieb weitgehend unversehrt. Die Polizei gab Entwarnung: An der historischen Hängebrücke wurden keine größeren Schäden festgestellt. Dennoch wurde die Brücke vorsorglich zeitweise für den Verkehr gesperrt, um eine genaue Inspektion zu ermöglichen. Der dichte Autoverkehr zur Zeit des Unfalls hatte zunächst zu Verunsicherung geführt.

Technische Details zur „Cuauhtémoc“

Die „Cuauhtémoc“ ist das offizielle Segelschulschiff der mexikanischen Marine. Mit einer Länge von 90,5 Metern und einer Breite von 12 Metern ist sie ein imposanter Dreimaster. Ihre Dimensionen sind vergleichbar mit der deutschen „Gorch Fock“. Das Schiff wird regelmäßig für Ausbildungsfahrten und internationale Besuche genutzt und gilt als Aushängeschild Mexikos.

Zum Zeitpunkt des Unfalls war die „Cuauhtémoc“ offenbar auf einer Überführungsfahrt nach Island. Die Segel waren nicht gesetzt, der Antrieb erfolgte über Maschinenkraft – was auf einen Ausfall des Motors als zentrale Unfallursache hinweist.

Brücke mit Geschichte

Die Brooklyn Bridge, die Manhattan mit Brooklyn über den East River verbindet, wurde zwischen 1869 und 1883 errichtet. Sie gehört zu den ältesten Hängebrücken der USA und ist ein Symbol für den Ingenieurgeist des 19. Jahrhunderts. Die Konstruktion überstand bereits zahlreiche Herausforderungen – sowohl technische als auch historische. Dass sie nun von einem Segelschiff gerammt wurde, ist in ihrer Geschichte bislang einmalig.

Fragen an die Technik – und an die Verantwortlichen

Für Fachleute bleibt unklar, wie ein Schiff dieser Größe und Bedeutung ausgerechnet in einer derart sensiblen Zone die Kontrolle verlieren konnte. Infrage steht auch, ob die Schiffsführung ausreichend auf technische Ausfälle vorbereitet war. Ebenso wird zu prüfen sein, ob es Fehler bei der Routenplanung oder unzureichende Sicherheitsmaßnahmen gab.

Die mexikanische Marine kündigte an, den Vorfall umfassend zu untersuchen. Auch in New York wurden entsprechende Ermittlungen aufgenommen. Dabei dürften auch Fragen zur Wartung, zur Maschinenanlage sowie zum Trainingsstand der Besatzung im Zentrum stehen.



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