PROBLEME MIT AIRBAGS 13.05.2015, 13:29 Uhr

Nissan und Toyota rufen 6,5 Millionen Autos zurück

6,5 Millionen Fahrzeuge der Hersteller Toyota und Nissan müssen in die Werkstatt. Grund sind erneut die gefährlichen Airbags des japanischen Zulieferers Takata. Wegen fehlerhafter Verarbeitung und eines falschen Explosivstoffs hatte es in der Vergangenheit schon Todesfälle gegeben. 

Lenkrad eines Toyota Yaris: Erneut machen Airbags des Herstellers Takata Probleme. Feuchtigkeit kann eindringen und sie funktionsunfähig machen. 

Lenkrad eines Toyota Yaris: Erneut machen Airbags des Herstellers Takata Probleme. Feuchtigkeit kann eindringen und sie funktionsunfähig machen. 

Foto: Christoph Schmidt/dpa

Mehr als fünf Millionen Autos von Toyota sind von der neuesten Rückrufaktion wegen defekter Airbags des Zulieferers Takata betroffen. Davon knapp 153.000 in Deutschland. In ganz Europa ruft Toyota Fahrzeuge der Modelle Corolla, Yaris, Picnic, Avensis Verso, Tundra und Sequoia (Produktionszeitraum März 2003 bis März 2007) sowie Modelle der Baureihen RAV4 und Hilux (Produktionszeitraum Juli 2003 bis Dezember 2005) in die Werkstätten. Bei Nissan sind insgesamt 1,5 Millionen Halter betroffen.

Das Problem ist kein neues: In die Airbags kann Feuchtigkeit eindringen, die schlimmstenfalls dazu führt, dass sie bei einem Unfall nicht mehr richtig funktionieren. Zuvor waren von Rückrufen wegen Takata-Airbags schon mehr als 20 Millionen Autos weltweit betroffen. Takata selbst hatte im vergangenen Jahr eingestanden, dass mindestens fünf Todesfälle „auf Autounfälle zurückzuführen sind, bei denen Takata Airbags nicht richtig funktionierten“, wie Firmenchef Shikehisa Takada in einem Brief an die Kunden erklärte. Toyota und Nissan betonen aber, dass die neue Rückrufaktion nicht in direktem Zusammenhang mit neuen Todesfällen stehe.

Umherfliegende Metallteile töteten Fahrer

Mehrere Menschen wurden bereits verletzt oder getötet, weil bei einem Unfall Metallteile aus dem Airbagsystem im Wagen herumflogen. Die Ursache war schnell identifiziert: „Alle sechs Unfälle, die die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht hat, geschahen in Puerto Rico und in Florida. Wir glauben, dass die hohe Luftfeuchtigkeit in diesen Staaten ein wichtiger Faktor ist“, erklärte Takata. Die Airbags waren demnach nicht ausreichend gegen Feuchtigkeit gesichert. Ein zweiter Punkt war offenbar das Gemisch, das eingesetzt wurde, um den Airbag bei einem Aufprall zur Explosion zu bringen. Inzwischen hat es der Hersteller durch eine andere Substanz ersetzt.

Toyota Corolla der neunten Generation: Vom Rückruf betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum März 2003 bis März 2007. 

Toyota Corolla der neunten Generation: Vom Rückruf betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum März 2003 bis März 2007.

Quelle: Toyota

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
AVISTA OIL Deutschland GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) im Anlagenbau AVISTA OIL Deutschland GmbH
Hannover Zum Job 
JUMO GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Strategischer Einkäufer im Bereich Mechanik (m/w/d) JUMO GmbH & Co. KG
GSI - Gesellschaft für Schweißtechnik International mbH Niederlassung SLV München-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur / Master / Bachelor (m/w/divers) GSI - Gesellschaft für Schweißtechnik International mbH Niederlassung SLV München
Würzburg (Home-Office) Zum Job 
Wacker Chemie AG-Firmenlogo
Betreuungsingenieur OT-Sicherheit (w/m/d) Wacker Chemie AG
Burghausen Zum Job 
PFEIFER DRAKO Drahtseilwerk GmbH-Firmenlogo
HSE-Manager (m/w/d) am Standort Mülheim, Division Ropes & Services PFEIFER DRAKO Drahtseilwerk GmbH
Mülheim an der Ruhr Zum Job 
BORSIG ZM Compression GmbH-Firmenlogo
Mechatroniker (m/w/d) Prüffeld und Montage BORSIG ZM Compression GmbH
Meerane Zum Job 
PFEIFER DRAKO Drahtseilwerk GmbH-Firmenlogo
Produktionsleiter (m/w/d) am Standort Mülheim, Division Ropes & Services PFEIFER DRAKO Drahtseilwerk GmbH
Mülheim an der Ruhr Zum Job 
thyssenkrupp nucera-Firmenlogo
Verfahrensingenieur/Process Engineer Elektrolysetechnologien (m/w/divers) thyssenkrupp nucera
Dortmund Zum Job 
thyssenkrupp Bilstein GmbH-Firmenlogo
Software Engineer - Automotive (m/w/divers) thyssenkrupp Bilstein GmbH
Ennepetal Zum Job 
thyssenkrupp Steel Europe AG-Firmenlogo
Werkstudent:in im Bereich "Grüne Transformation" (m/w/d) thyssenkrupp Steel Europe AG
Duisburg Zum Job 
SRAM Deutschland GmbH-Firmenlogo
Design Engineer (m/f/d) SRAM Deutschland GmbH
Schweinfurt Zum Job 
Bertrandt Technologie GmbH Mönsheim-Firmenlogo
Bauteilverantwortlicher - Lichtelektronik im Sportwagen (m/w/d) Bertrandt Technologie GmbH Mönsheim
Mönsheim Zum Job 
Evangelische Kliniken Rheinland gGmbH-Firmenlogo
Bauleiter:in (m/w/d) im Gesundheitswesen Evangelische Kliniken Rheinland gGmbH
Bergisch Gladbach Zum Job 
Bertrandt Technologie GmbH Mönsheim-Firmenlogo
Ingenieur - Lichtelektronik im Sportwagen (m/w/d) Bertrandt Technologie GmbH Mönsheim
Mönsheim Zum Job 
Energie-Wende-Garching GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Leiter (m/w/d) Energie-Wende-Garching GmbH & Co. KG
Garching Zum Job 
RATISBONA Handelsimmobilien-Firmenlogo
Bauleiter für Handelsimmobilien (m/w/d) RATISBONA Handelsimmobilien
RATISBONA Handelsimmobilien-Firmenlogo
Bauzeichner im Hochbau (m/w/d) RATISBONA Handelsimmobilien
Regensburg Zum Job 
RATISBONA Handelsimmobilien-Firmenlogo
Bauingenieur für unsere Tiefbauplanung (LPH 1-5) (m/w/d) RATISBONA Handelsimmobilien
Regensburg Zum Job 
HBC Hochschule Biberach-Firmenlogo
W2-Vertretungsprofessur (m/w/d) HBC Hochschule Biberach
Biberach an der Riß Zum Job 
NORD-MICRO GmbH & Co. OHG-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik (m/w/d) Leiterplattenlayout / Baugruppenkonstruktion NORD-MICRO GmbH & Co. OHG
Frankfurt am Main Zum Job 

Die Gefahr besteht nach heutigem Stand wohl nur noch bei älteren Fahrzeugen, die bis 2007 gebaut wurden. Alle Autohersteller, die Takata-Airbags verwenden, untersuchen weiterhin, ob noch andere Baureihen und Modelle betroffen sind. Schon Anfang 2015 hatten Honda, Toyota und Chrysler mehr als zwei Millionen Autos zurückrufen müssen – für die dahinter stehenden Probleme mit der Steuerungstechnik der Airbags war Takata allerdings nicht allein verantwortlich.

Hersteller Takata muss herbe Verluste hinnehmen

Für den Zulieferer Takata ist diese neue Rückrufaktion ein Desaster. Die Japaner stellen neben Airbags weitere Produkte her, bei denen Sicherheit das beinah einzige Qualitätskriterium ist: Sicherheitsgurte und Kindersitze fürs Auto. Takata rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust in dreistelliger Euro-Millionenhöhe und muss sich in den USA gegen eine Sammelklage von Verbrauchern wehren, die eine noch weitaus höhere Strafe nach sich ziehen kann. Bislang ist das Unternehmen einer der größten Airbaghersteller der Welt mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent.

Möglich ist, dass auch deutsche Hersteller wieder Autos in die Werkstätten rufen. BMW hatte im Sommer vergangenen Jahres bereits 1,6 Millionen Fahrzeuge weltweit wegen potenzieller Mängel an Airbags auf der Beifahrerseite zurückgerufen, davon 450.000 in Deutschland.

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.