Geoffrey Bouquot weg 20.02.2026, 17:03 Uhr

Audi baut schon wieder um: Rouven Mohr übernimmt die Entwicklung

Paukenschlag bei Audi, Geoffrey Bouquot muss nach rund einem Jahr wieder gehen. Nachfolger als Technik-Vorstand wird Rouven Mohr.

Rouven Mohr

Rouven Mohr wird mit Wirkung zum 1. März die Position des Chief Technical Officer und Mitglied des Vorstands übernehmen.

Foto: AUDI AG

Audi stellt die Weichen neu. Zum 1. März 2026 übernimmt Rouven Mohr die Technische Entwicklung und rückt in den Vorstand auf. Er folgt auf Geoffrey Bouquot, der das Unternehmen verlässt und sich neuen beruflichen Aufgaben widmet.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die Branche steht unter Strom. Elektrifizierung, softwaredefinierte Fahrzeuge und KI-gestützte Entwicklungsprozesse verändern die Spielregeln. Wer hier zögert, verliert Tempo. Genau hier sitzt die Technische Entwicklung – im Zentrum der Transformation.

Die Herzkammer der vier Ringe

Bei Audi entscheidet die Entwicklung längst nicht mehr nur über Motorleistung oder Fahrwerksabstimmung. Heute geht es um Softwarearchitekturen, Batterieintegration, Assistenzsysteme und die Frage, wie schnell neue Funktionen per Update ins Fahrzeug kommen.

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Audi spricht davon, „Vorsprung durch Technik“ in der nächsten Fahrzeuggeneration erlebbar zu machen. Dahinter steckt mehr als ein Slogan. Technologie soll wieder klarer zum Profilmerkmal werden – im Wettbewerb mit Tesla, chinesischen Herstellern und den etablierten Premiumrivalen.

Mohr bringt Sportwagen-DNA und Konzernroutine mit

Rouven Mohr kennt das System. Seit 18 Jahren arbeitet er im Volkswagen-Konzern. Zuletzt verantwortete er als CTO bei Lamborghini die Hybridisierungsstrategie der Marke. Dort begleitete er den kompletten Generationswechsel des Portfolios. Klassische Hochleistungsantriebe wurden elektrifiziert, neue Plattformen eingeführt, komplexe Systeme integriert.

Zuvor hatte Mohr bei Audi und Lamborghini verschiedene Führungsfunktionen inne, unter anderem in der Fahrzeugentwicklung, der Absicherung und im Bereich Flottenemissionen. Gerade dieser Mix aus Technikdetail, Regulierung und Umsetzung ist in der aktuellen Phase entscheidend.

Bemerkenswert: Mohr wird seine Rolle bei Lamborghini zunächst kommissarisch weiterführen, bis dort eine Nachfolge geregelt ist. Das zeigt, wie eng die Marken im Konzern verzahnt sind.

Rouven Mohr – Karriereüberblick

  • Studium: Ingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Kaiserslautern
  • Promotion: Numerische Mechanik
  • 2008: Einstieg bei Audi in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung
  • Rolle: Prüfingenieur für Fahrwerksfestigkeit
  • 2014: Leiter Projektmanagement Gesamtfahrzeug bei Audi
  • Verantwortung: Audi A3, TT, Q7 und Q8
  • 2017–2019: Wechsel zu Lamborghini als Leiter Gesamtfahrzeugentwicklung
  • Verantwortung: Aventador, Huracán und Urus
  • Rückkehr zu Audi: Leiter Energie- und Gewichtsmanagement
  • 2020: Übernahme Verifizierung/Validierung Gesamtfahrzeug
  • Zuletzt CTO bei Lamborghini

 

Was Geoffrey Bouquot angestoßen hat

Mohr übernimmt kein leeres Feld. Geoffrey Bouquot hat seit Anfang 2025 die Entwicklungsorganisation neu ausgerichtet. Strukturen wurden angepasst, Silos aufgebrochen, die bereichsübergreifende Zusammenarbeit gestärkt.

Vor allem beim Thema Software hat Bouquot Akzente gesetzt. Die Grundlage für softwaredefinierte Fahrzeuge und KI-basierte Engineering-Prozesse wurde systematisch ausgebaut. Das ist strategisch relevant. Denn im Auto verschiebt sich die Wertschöpfung zunehmend in Richtung Code.

Stimmen aus dem Audi-Konzern

Der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Döss sagt: „Mit Rouven Mohr berufen wir einen ausgewiesenen Technologieexperten, der tiefgehende technische Kompetenz mit einem klaren Fokus auf nachhaltigen Mehrwert für Audi verbindet. Im Namen des Aufsichtsrats danke ich Geoffrey Bouquot herzlich für seinen bedeutsamen und wertvollen Beitrag zur technologischen Transformation unseres Unternehmens.“

Auch Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, betont die Bedeutung der Entwicklung: „Die Technische Entwicklung ist die Herzkammer der vier Ringe. Geoffrey Bouquot hat Audi wichtige Impulse für die strategische und technologische Modernisierung gegeben – dafür gilt ihm unser großer Dank. Mit Rouven Mohr übernimmt ein exzellenter Techniker mit Audi Genen und Lamborghini-Erfahrung. Wir erwarten mutige Innovationsfreude, sportliche Eleganz und Finesse – kurz: mehr Vorsprung durch Technik. Wir freuen uns auf die kollegiale Zusammenarbeit.“

Vorstandschef Gernot Döllner erläutert: „Rouven Mohr vereint technische Exzellenz mit Produktorientierung und nachgewiesener Umsetzungsstärke. Er wird eine zentrale Rolle dabei spielen, unsere Innovationsagenda weiter zu beschleunigen. Gleichzeitig danke ich Geoffrey herzlich für sein Leadership und seinen wichtigen Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung von Audi und wünsche ihm für seinen weiteren beruflichen Weg weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

Die eigentliche Herausforderung beginnt jetzt

Der Führungswechsel ist das eine. Die Umsetzung das andere. Audi muss Entwicklungszyklen verkürzen, Software stabil skalieren und gleichzeitig die Marke schärfen. Plattformstrategie, Batterieintegration und digitale Funktionen greifen dabei ineinander.

Mohrs Aufgabe wird es sein, Technik nicht nur sauber zu entwickeln, sondern sie schnell und markentypisch auf die Straße zu bringen. Sportlichkeit, Designanspruch und digitale Kompetenz müssen zusammenpassen. Das ist anspruchsvoll, aber genau hier entscheidet sich die Positionierung im Premiumsegment.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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