Staubilanz 2013 02.01.2014, 14:51 Uhr

ADAC misst 830.000 Kilometer Stau in Deutschland

Je ausgereifter die Messtechnik, desto erschreckender die Bilanz auf Deutschlands Autobahnen: Im vergangenen Jahr gab es 415.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 830.000 Kilometern – das entspricht der Strecke von 21-mal rund um die Welt.

Die meiste Geduld mussten Autofahrer in Nordrhein-Westfalen aufbringen: Hier registrierte der ADAC 27 Prozent der bundesweiten Staukilometer. Bayern kommt auf 18, Baden-Württemberg auf 13 Prozent. Am ruhigsten ist es hingegen auf Autobahnen in Ostdeutschland.

Die meiste Geduld mussten Autofahrer in Nordrhein-Westfalen aufbringen: Hier registrierte der ADAC 27 Prozent der bundesweiten Staukilometer. Bayern kommt auf 18, Baden-Württemberg auf 13 Prozent. Am ruhigsten ist es hingegen auf Autobahnen in Ostdeutschland.

Foto: dpa/Ingo Wagner

Die aktuelle Staubilanz des ADAC weist mit 830.000 Kilometern mehr Staukilometer aus als je zuvor: Im Jahr 2012 wurden lediglich 285.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 595.000 Kilometer erfasst. Auf sprunghaft angestiegenes Verkehrsaufkommen deutet das allerdings nicht hin. ADAC-Präsident Peter Meyer sieht die Ursache vielmehr in der verbesserten Technik zur Erfassung der Staus: „Wir haben jetzt einen viel realistischeren Überblick über die Staulage als noch in den vergangenen Jahren.“ Seiner Ansicht nach ist die Stausituation heute insgesamt mit dem Niveau der Vorjahre vergleichbar. Die bessere Auswertung ist laut ADAC dem vermehrten Einsatz des Floating-Car-Data-Verfahrens (FCD) zu verdanken, das Fahrzeuge zu mobilen Sensoren macht. „Wir erhalten laufend FCD-Daten. Übermittelt wird, wo genau ein Fahrzeug wie lange steht, so dass wir auch die Staulänge präziser mitverfolgen können“, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzer gegenüber ingenieur.de. Waren es bis vor kurzem überwiegend Lastwagen, also Fahrzeugflotten, die mit FCD ausgestattet sind, gibt es inzwischen immer mehr private Autos, die ebenfalls Staudaten senden.  

Nordrhein-Westfalen ist erneut Stau-Spitzenreiter

Wie in den Vorjahren kommen mit 29 Prozent die meisten Staumeldungen erneut aus Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern mit 15 Prozent und Baden-Württemberg mit elf Prozent. Entsprechend ist es bei der Staulänge: Nordrhein-Westfalen liegt mit einem Anteil von 27 Prozent vor Bayern (18 Prozent) und Baden-Württemberg (13 Prozent). Auf den Autobahnen in Ostdeutschland dagegen haben die Nutzer meist freie Fahrt. Sie sind lediglich für sieben Prozent der Staumeldungen und -kilometer verantwortlich.

Die Ursache für einen großen Teil der Staus sieht der ADAC-Präsident in Verkehrsengpässen. Bereits 2010 waren nach einer ADAC-Studie zur Verkehrsqualität auf deutschen Autobahnen rund 1.600 Kilometer Autobahn regelmäßig überlastet, bis zum Jahr 2025 wird ein Anstieg auf rund 2000 Kilometer prognostiziert. „Die stauträchtigsten Engpässe müssen dringend beseitigt werden“, fordert Meyer deshalb. Dazu gehören die A40/44 zwischen Kreuz Kaiserberg und Kreuz Werl sowie der Münchner Autobahnring. Die Top-Ten der deutschen Stau-Städte hingegen führt Stuttgart vor Hamburg und Berlin an.

ADAC fordert mehr Geld für Ausbau der Engpässe

Besserung ist allerdings vorläufig nicht in Sicht: Laut Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen sollen 2200 Kilometer Autobahn zwischen 2001 und 2015 vordringlich ausgebaut werden. Bis Ende 2015 werden davon voraussichtlich aber nur rund 45 Prozent tatsächlich realisiert sein. Der ADAC fordert daher, die Investitionen für den Erhalt und den Ausbau der Bundesfernstraßen von derzeit rund fünf Milliarden auf mindestens 7,5 Milliarden Euro pro Jahr zu erhöhen.

Von Andrea Ziech

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