Wissenschaft aus dem Alltag 22.01.2025, 12:00 Uhr

Physiker enträtseln das Salzmuster im Nudeltopf

Der „normale“ Koch gibt Salz in das Nudelwasser, ohne sich dabei etwas zu denken. Physiker machen sich Gedanken über das Muster auf dem Topfboden, das dabei entsteht.

Salz im Kochtopf

Beim Selbstversuch bildete das Salz am Topfboden einen eher unkoordinierten Haufen. Kein großer oder kleiner Ring zu sehen.

Foto: Dominik Hochwarth

Salz ins Wasser geben, Nudeln kochen – eine scheinbar banale Handlung, die Millionen Menschen täglich durchführen. Doch was passiert eigentlich auf physikalischer Ebene, wenn Salz ins heiße Wasser rieselt? Diese Frage hat ein internationales Forschungsteam aus den Niederlanden und Frankreich untersucht und dabei faszinierende Muster entdeckt, die sich am Topfboden bilden.

Was beeinflusst die Salzverteilung?

Das Team unter der Leitung von Mathieu Souzy, dessen Studienergebnisse im Fachmagazin Physics of Fluids veröffentlicht wurden, hat das Verhalten von Salzkristallen beim Einbringen ins Wasser detailliert analysiert. „Es war eine großartige Erfahrung, denn wir merkten bald, dass sich hinter unserer einfachen Beobachtung des täglichen Lebens eine Vielzahl physikalischer Mechanismen verbirgt“, erklärte Souzy.

Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass sowohl die Größe der Salzkörnchen als auch die Wassermenge im Topf eine entscheidende Rolle spielen. Kleine Salzkristalle mit einem Durchmesser von etwa 0,6 Millimetern tendieren dazu, einen engen Ring zu bilden, der sich zum Teil auch in den inneren Bereichen des Topfbodens ausbreitet. Größere Salzkristalle (bis zu 4 Millimeter) erzeugen klar definierte, größere Ringe. Bei sehr großen Partikeln (6 Millimeter) verschwinden diese Ringe und es entsteht ein unregelmäßiges Muster.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur:in (Tiefbau/Fernwärme) (m/w/d) ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG
Bad Endorf Zum Job 
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Inhouse Application Consultant (m/w/d) Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Dortmund Zum Job 
EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG-Firmenlogo
OT Specialist / Operational Technology Engineer (w/m/d) EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
TenneT-Firmenlogo
Servicetechniker Instandhaltung Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
Senior R&D Electronic Engineer (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
R&D Software Engineer SQL & ERP Applications (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Konstruktiver Ingenieurbau (m/w/d) Hennigsdorf Die Autobahn GmbH des Bundes
Hennigsdorf Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Electronical Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
MED-EL Medical Electronics-Firmenlogo
Technician, Automation Engineering (m/f/d) MED-EL Medical Electronics
Innsbruck Zum Job 
eMoSys GmbH-Firmenlogo
Power Electronics Engineer (m/f/d) Ingenieur Leistungselektronik (w/m/d) eMoSys GmbH
Starnberg Zum Job 
DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH-Firmenlogo
W2-Professur (m/w/d) für Angewandte Materialwissenschaften DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Planungs- / Projektingenieur Nachrichtentechnik - Abnahme und Inbetriebnahme (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
DELTA Gruppe-Firmenlogo
Fachplaner / Projektleiter Versorgungstechnik (m/w/d) DELTA Gruppe
Regensburg, Geisenhausen, Landshut Zum Job 
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Thermo-Fluid-Mechanik und naturwissenschaftliche Grundlagen (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson BG ETEM
Region Minden Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson I BG ETEM
Region Norden/Westen Berlin Zum Job 
Hitachi Energy Germany AG-Firmenlogo
Project HSE Specialist (w/m/d) Hitachi Energy Germany AG
Mannheim Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Wirtschaftsingenieur (m/w/d) Straßenbau, Schwerpunkt Bauabrechnung Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Elektronik (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Rieter Components Germany GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Rieter Components Germany GmbH
Hammelburg Zum Job 

Der Einfluss der Wasserhöhe

Auch die Höhe des Wassers beeinflusst die Verteilung. Bei niedriger Wasserstandshöhe bilden sich kleine, kreisförmige Ablagerungen mit wenigen Partikeln im Inneren. Mit zunehmender Wasserhöhe verändert sich das Muster: Der Radius wird größer und das Salz verteilt sich gleichmäßiger. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Methode, mit der das Salz eingebracht wird. Während im Labor oft Pipetten verwendet wurden, kann das ungenaue Rieseln von Hand zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen.

Warum entstehen diese Muster?

Die physikalischen Mechanismen hinter diesem Phänomen sind komplex. Während die Salzkristalle durch die Schwerkraft absinken, verursachen sie kleine Strömungsstörungen im Wasser. Diese Strömungen beeinflussen wiederum die Bewegung benachbarter Partikel. „Wenn eine große Anzahl von Partikeln gleichzeitig freigesetzt wird, erfahren benachbarte Partikel diese Strömungsstörung, die von allen umliegenden Partikeln erzeugt wird“, erklärte Souzy. Dadurch entsteht ein sich ausdehnendes, oft kreisförmiges Muster.

Praktische Anwendungen und Alltagsrelevanz

Die Ergebnisse dieser Studien gehen über die Küche hinaus. Sie könnten in der Industrie genutzt werden, beispielsweise bei der Einleitung von Abfallstoffen in Gewässer. Das Verhalten von Partikeln im Wasser ist auch für die Sedimentforschung oder Umwelttechnik relevant. Durch die Erkenntnisse könnte es möglich sein, Partikel nach ihrer Größe zu sortieren, indem man sie in Tanks mit Wasser sinken lässt.

Für Hobbyköchinnen und Hobbyköche bietet die Forschung jedoch ebenfalls interessante Einsichten. Das Team erinnert an die bewährte „Goldene Nudelregel 10-100-1000“: Zehn Gramm Salz für 100 Gramm Nudeln in 1000 Millilitern Wasser sorgen für das beste Kochergebnis. Und: Geben Sie das Salz erst in den Topf, wenn das Wasser kocht. Das spart Zeit und Energie. (mit dpa)

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.