Reicht die Schwerkraft aus? 30.03.2026, 10:21 Uhr

Urknall-Rätsel gelöst? Neue Theorie erklärt die Inflation

Neue Studie aus Waterloo: Die quadratische Quantengravitation erklärt die Inflation des frühen Universums ganz ohne Zusatzfaktoren.

Inflation nach dem Urknall

Entsteht die Inflation nach dem Urknall direkt aus der Gravitation? Ein neues Modell stellt Standardannahmen infrage.

Foto: Smarterpix / edesignua

Der Urknall gilt als Startpunkt unseres Universums, doch was ihn wirklich angetrieben hat, ist bis heute unklar. Ein Forschungsteam aus Waterloo stellt nun eine provokante These auf: Die extreme Expansion kurz nach dem Urknall könnte allein aus der Gravitation entstanden sein. Ohne zusätzliches Inflationsfeld, ohne künstliche Erweiterungen. Nur durch die Physik der Raumzeit selbst.

Der Urknall-Code: Quantenphysik trifft Gravitation

Seit über einem Jahrhundert beschreibt Einsteins allgemeine Relativitätstheorie die Schwerkraft mit großer Präzision. Doch bei den extremen Bedingungen der Geburtsstunde des Universums stößt sie an ihre Grenzen. Die klassische Theorie kann die dort herrschenden Energiezustände mathematisch nicht mehr erfassen. Dr. Niayesh Afshordi und sein Team von der University of Waterloo nutzen stattdessen die quadratische Quantengravitation.

Diese Theorie bleibt auch bei extrem hohen Energien mathematisch konsistent. Während bisherige Modelle oft zusätzliche Komponenten benötigten, bietet dieser Ansatz ein konsistenteres theoretisches Rahmenwerk. Die Forschenden fanden heraus, dass die sogenannte Inflation – die explosive Ausdehnung des frühen Kosmos – eine direkte Folge dieser tiefergehenden Gravitationstheorie sein kann.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
N-ERGIE Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Projektplaner Versorgungsnetze Fernwärme (m/w/d) N-ERGIE Aktiengesellschaft
Nürnberg Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Applikationsingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
FERNSTEUERGERÄTE Kurt Oelsch GmbH-Firmenlogo
Montageleiter (w/m/d) FERNSTEUERGERÄTE Kurt Oelsch GmbH
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI)-Firmenlogo
Projektleiter / Ingenieur (m/w/d) Technisches Gebäudemanagement - Schwerpunkt Versorgungstechnik (HKLS) Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI)
UKM Universitätsklinikum Düsseldorf Medical Services GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) HKLS / Versorgungstechnik UKM Universitätsklinikum Düsseldorf Medical Services GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Maximator Hydrogen GmbH-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur EPLAN P8 - Anlagenbau (m/w/d) Maximator Hydrogen GmbH
Nordhausen Zum Job 
UCG United Consulting Group GmbH-Firmenlogo
(Junior) IT Consultant / Unternehmensberater (w/m/d) UCG United Consulting Group GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 
SFS Group Germany GmbH-Firmenlogo
Technischer Projektberater VHF (m/w/d) SFS Group Germany GmbH
Menden (Sauerland) Zum Job 
Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
Professorin | Professor (m/w/d) für das Lehrgebiet "Nachhaltige Sanierung und Renovierung" Technische Hochschule Deggendorf
Deggendorf Zum Job 
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Qualitätsingenieur Schmiede (m|w|d) VDM Metals Gruppe
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Trainee Nachhaltigkeitsmanagement (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Trainee Qualitätssicherung / Technische Klärung (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Initiativbewerbung Ingenieure / Produktionsmitarbeiter (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG-Firmenlogo
Assistenz der Bauleitung für die Instandhaltung und Modernisierung (m/w/d) GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Sachbearbeiter Landschaftspflege (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hohen Neuendorf Zum Job 
Dawonia-Firmenlogo
Techniker Propertymanagement (m/w/d) in der Immobilienwirtschaft Dawonia
München Zum Job 
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
PERI Group-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Klettertechnik & Automation (m/w/d) PERI Group
Weißenhorn Zum Job 

Warum die Inflation natürlich entsteht

In der klassischen Kosmologie ist die Inflation ein notwendiges, aber oft separat eingeführtes Element. Das neue Modell zeigt jedoch, dass die Quanteneffekte der Gravitation selbst die nötige Triebkraft liefern.

Entscheidend ist das sogenannte „Running“ der Kopplungsparameter. Die Stärke der Gravitation verändert sich mit der Energieskala. Dadurch ergibt sich effektiv eine modifizierte R²-Dynamik der Raumzeit mit quantenmechanischen Korrekturen. Diese führt automatisch in eine nahezu exponentielle Expansion – also genau in die Inflationsphase.

„Diese Arbeit zeigt, dass das explosive frühe Wachstum des Universums direkt aus einer tieferen Theorie der Gravitation selbst hervorgehen kann“, erklärt Afshordi. „Anstatt Einsteins Theorie neue Elemente hinzuzufügen, haben wir festgestellt, dass die rasante Expansion auf natürliche Weise entsteht, sobald die Gravitation so behandelt wird, dass sie bei extrem hohen Energien konsistent bleibt.“

Ein Blick auf die messbaren Details

Das Modell liefert konkrete Vorhersagen, die sich mit modernen Instrumenten überprüfen lassen. Ein zentraler Punkt sind die primordialen Gravitationswellen – winzige Erschütterungen der Raumzeit aus der Zeit unmittelbar nach dem Urknall. Die Theorie sagt dabei eine Mindeststärke voraus. Bleibt dieses Signal in künftigen Messungen aus, wäre der Ansatz direkt widerlegt.

Kennzahl Vorhersage des Modells Einordnung
Tensor-Skalar-Verhältnis (r) ≥ 0,01 höher als bei Starobinsky-Modellen
Spektraler Index (ns) ~0,97–0,98 kompatibel mit aktuellen Messdaten
Materiefelder (𝒩) 105–106 zentrale Modellannahme

Diese Werte unterscheiden sich messbar von etablierten Inflationsmodellen. Genau darin liegt die Chance, das Szenario experimentell zu testen.

Präzisionskosmologie: Theorie trifft auf Realität

Die Forschenden waren überrascht, wie nah ihre theoretischen Überlegungen an prüfbaren Daten liegen. „Auch wenn dieses Modell mit unglaublich hohen Energien arbeitet, führt es zu klaren Vorhersagen, nach denen heutige Experimente tatsächlich suchen können“, betont Afshordi.

Neue Galaxienvermessungen, Messungen der kosmischen Hintergrundstrahlung und zukünftige Gravitationswellendetektoren könnten diese Signale in den kommenden Jahren erfassen.

Wo das Modell an seine Grenzen stößt

Entscheidend wird sein, ob sich die Vorhersagen bestätigen lassen. Das Modell macht eine klare Ansage: Es muss ein messbares Mindestsignal primordialer Gravitationswellen geben. Bleibt dieser Nachweis aus, fällt der Ansatz.

Genau darin liegt seine Stärke. Statt nur eine weitere Variante bekannter Modelle zu liefern, zwingt die Theorie die Kosmologie zu einer überprüfbaren Entscheidung. Entweder bestätigt sich die Idee, dass Gravitation allein die Inflation antreibt – oder sie scheitert an den Daten.

Die kommenden Jahre könnten damit nicht nur Details klären, sondern eine Grundfrage entscheiden: Braucht der Urknall zusätzliche physikalische Zutaten oder reicht die Gravitation selbst aus?

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.