Orbiting Carbon Observatory 20.08.2025, 08:00 Uhr

Trump schaltet Klimasatelliten ab: Die Antwort der ESA

Donald Trump will zwei Klimasatelliten abschalten lassen. CO2-Messungen aus dem All wird er damit nicht verhindern.

Abschaltkandidat: Der Klimasatellit OCO-2 der Nasa steht auf Trumps Streichliste. Grafik: NASA/JPL-Caltech

Abschaltkandidat: Der Klimasatellit OCO-2 der Nasa steht auf Trumps Streichliste. Grafik: NASA/JPL-Caltech

Donald Trump hat die Nasa angewiesen, Abschaltpläne für das Orbiting Carbon Observatory (OCO) zu entwickeln. Das Tandem misst CO2-Konzentrationen in der Erdatmosphäre; es besteht aus dem 2014 gestarteten Satelliten OCO-2 und dem Instrument OCO-3, das seit 2019 auf der Internationalen Raumstation installiert ist. Trump hält die Mission für verzichtbar, wenn nicht störend.

Wie schwer würde der Verlust von OCO die Klimaforschung treffen?

„Der Verlust von OCO-2 und OCO-3 wird einen herben Rückschlag bedeuten. Die beiden Satelliten gelten als Kernelemente der globalen Flotte an Satelliten, die Treibhausgase überwachen“, ordnet die europäische Weltraumagentur ESA auf Anfrage ein.

Können andere Satelliten die Messungen übernehmen?

Nicht eins zu eins. Allerdings betreiben auch andere Staaten Satelliten zur Messung von Treibhausgasen.

Japan zum Beispiel hat die drei Satelliten Gosat, Gosat-2 und Gosat-GW im Orbit. Auch der britisch-französische Satellit MicroCarb misst Kohlendioxid in der Erdatmosphäre. Die ESA hat außerdem zwei Instrumente entwickelt, die speziell Methan im Blick haben, aber auch CO2 messen können: Copernicus Sentinel-5 ist gerade erst gestartet worden und muss noch in Betrieb genommen werden, Sentinel-5P ist seit 2017 in Betrieb.

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Insbesondere die europäische Seite baut die Flotte aktuell aus. Ende 2026 soll der erste von drei Copernicus-CO2M-Satelliten gestartet werden. Das Mission soll speziell das vom Menschen emittierte CO2 in der Erdatmosphäre messen – laut ESA ist das ein Novum.

Können andere Nationen die OCO-Instrumente übernehmen?

Die Nasa hat nach ESA-Angaben verkündet, das Instrument OCO-3 könne meistbietend erworben werden und dann bis zum Lebensende der ISS betrieben werden. „Wir haben nicht erwogen, Nasa-Satelliten zu adoptieren: Unsere Budgets sind bereits fest für unsere eigenen Missionen und das Copernicus-­Programm der EU eingeplant“, teilt die ESA auf Anfrage mit. Die ESA lege die Priorität darauf, gemeinsam mit Partnern die von OCO gesammelten Datensätze zu bewahren.

Ein Beitrag von:

  • Iestyn Hartbrich

    Iestyn Hartbrich ist Ingenieur und Journalist mit den Schwerpunkten Werkstoffe, Stahlindustrie, Raumfahrt und Luftfahrt.

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