Kommentar 11.08.2025, 13:00 Uhr

Nasa: So verprellt man Partner

US-Präsident Trump will zwei Umwelt-Satelliten abschalten lassen. Für kleinere Weltraumagenturen wie ESA und Jaxa ist dieses Gebaren in Weckruf.

Der Satellit OCO-2 soll nach den Plänen von US-Präsident Donald Trump vorzeitig zerstört werden. Foto: NASA/JPL-Caltech

Der Satellit OCO-2 soll nach den Plänen von US-Präsident Donald Trump vorzeitig zerstört werden.

Foto: NASA/JPL-Caltech

In der Raumfahrt sind die Zeitskalen lang. Satelliten müssen geplant und gebaut werden. Davor müssen die Weltraumagenturen Budgets zusammenkratzen. Und so vergehen Jahre, vergeht nicht selten ein Jahrzehnt, bevor aus einer Idee eine Mission wird. Wenn mehrere Agenturen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen beteiligt sind – das ist der Normalfall –, erfordert diese Langfristigkeit Vertrauen. Eine Zusage im Jahr 2025 muss auch im Jahr 2035 eine Zusage bleiben.

Symbolpolitik mit Erdbeobachtung

Bleibt sie aber nicht. Das lässt die aktuelle Weltraumpolitik von US-Präsident Donald Trump erahnen. Vergangene Woche hat er die Nasa angewiesen, Abschaltpläne für zwei Erdbeobachtungssatelliten, die sogenannten „Orbiting Carbon Observatories“, zu erarbeiten. Einer der Satelliten fliegt für sich, der andere ist an der Internationalen Raumstation angedockt. Gemeinsam sammeln sie Daten über die CO2-Konzentration und das Pflanzenwachstum auf der Erde.

Einem offiziellen Nasa-Gutachten aus dem Jahr 2023 zufolge sind die Daten „von besonders hoher Qualität“. Und warum sollen die Satelliten zerstört werden? Jedenfalls nicht, weil sie alt und kaputt wären: Beide funktionieren einwandfrei – und das noch eine ganze Weile. Und auch die Betriebskosten sind nicht der Rede wert. Der Grund ist wohl einfach: Dem Klimawandelleugner Trump ist die Klimaforschung lästig. Hier geht es um Symbolpolitik; die Satelliten sammeln unerwünschte Daten – weg damit!

Für die Zukunft der Raumfahrt ist dieses Verhalten ein Riesenproblem. Der Präsident regiert direkt durch in konkrete Satellitenmissionen, langfristig geplante Programme werden durch Launen gefährdet und beendet.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Sweco GmbH-Firmenlogo
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x) Sweco GmbH
Hannover Zum Job 
Stadtwerke Strausberg GmbH-Firmenlogo
Techniker Stromnetz - Netzkoordination & Digitalisierung (m/w/d) Stadtwerke Strausberg GmbH
Strausberg Zum Job 
Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter (m/w/d) im Stahlbau Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG
Karlsruhe Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenplanung und Straßenentwurf - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
HIC Consulting GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter / Ingenieur Fernwärme (m/w/d) HIC Consulting GmbH
Hamburg, Linau Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Explosionsschutz TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Frankfurt am Main-Höchst Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Pero AG-Firmenlogo
Sales Engineer (m/w/d) Pero AG
Königsbrunn, remote Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Planung Ingenieurbau Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenbau / Umwelttechnik EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH
Viersen Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter TGA (m/w/d) Schwerpunkt Versorgungs-/Elektrotechnik INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Celle, Wolfsburg, Salzgitter Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik als Projektleiter EMSR (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 

Leidtragende sind ESA, Jaxa und Co.

Die kleineren Weltraumagenturen, zum Beispiel die japanische Jaxa, die kanadische CSA und die europäische ESA, trifft das besonders hart. Bei vielen wissenschaftlichen Missionen sind sie Huckepackfahrerinnen bei der Nasa. Die USA zahlen also den größten Anteil und die kleinen Partner sind mit einem wissenschaftlichen Instrument dabei – so wie beim Weltraumteleskop James Webb. Solche Kooperationen funktionieren nur mit Vertrauen, nicht zuletzt, weil Hunderte Millionen an Steuergeldern dafür ausgegeben werden. Aber welches Vertrauen kann und will Trump schon geben?

Leider gibt es für die kleineren Agenturen keine echten Auswege. Für eigene Programme fehlt oft das Geld: Europa würde allein niemals ein Teleskop vom Format des James Webb bauen und auch niemals die Mittel für ein Mondprogramm wie Artemis (Nasa) zusammenbekommen. Es fehlt dafür in vielen Fällen auch an Expertise und an Planungskapazitäten. Ein größerer finanzstarker Partner muss her. Und wenn die USA dieser in Zukunft nicht mehr sind, wer dann? China wohl kaum. Russland sicher nicht.

In letzter Konsequenz steht eine Rückkehr zu nationalen Raumfahrtprogrammen zu befürchten, maximal schließen sich – wie im Fall der ESA – mehrere kleine Raumfahrtnationen zusammen. Alle müssen dann im Weltraum bescheidener auftreten.

Ein Beitrag von:

  • Iestyn Hartbrich

    Iestyn Hartbrich ist Ingenieur und Journalist mit den Schwerpunkten Werkstoffe, Stahlindustrie, Raumfahrt und Luftfahrt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.