Neue Robotertypen fordern Fertigungsdienstleister heraus
Die Produktion neuer Robotertypen erfordert oft noch Anpassungen bei den Komponenten. Worauf es dabei ankommt, wird beim Dienstleister Protolabs deutlich.
Bei der Entwicklung neuer Robotertypen machen Hersteller jetzt Tempo. Das erfordert auch effiziente Prozesse bei der Komponentenfertigung. Hier übernimmt ein Cobot Aufgaben an einer Spritzgussmaschine.
Foto: Protolabs
Weltweit wird die Produktion neuartiger Robotersysteme hochgefahren. Eine Ausprägung, die dabei für viel Aufsehen sorgt, sind humanoide Bauformen. Auch für Zulieferer wird das zunehmend zu einem wichtigen Geschäft.
Das zeigen beispielsweise die Zahlen, die der Fertigungsdienstleister Protolabs, mit Sitz in Putzbrunn bei München, jetzt veröffentlicht hat. Demnach hat sich der Umsatz mit Robotikkunden im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 mehr als verdoppelt.
Für Suresh Krishna, Präsident und CEO von Protolabs, ist das kein Zufall. „Die wachsende Rolle von Protolabs in der Robotikentwicklung zeigt, wie unsere Fertigungskompetenz und unser Know-how die Entwicklungszeiten führender Unternehmen verkürzen“, sagt sie.
KI beschleunigt Produktion von Komponenten für neue Roboter
Wie auch in der Robotik spielt für ihr Unternehmen dabei künstliche Intelligenz eine wesentliche Rolle. Krishna dazu: „Während sich die Fertigung durch KI und Automatisierung weiterentwickelt, führen wir zügig Technologien auf Basis von physischer KI ein, die es uns ermöglichen, mit dem Tempo neuer Branchen Schritt zu halten. Für unsere Kunden schaffen diese Geschwindigkeit und Flexibilität einen klaren Wettbewerbsvorteil beim Erreichen ihrer Markteinführungsziele.“
Der Fertigungsdienstleister arbeite dazu mit Entwicklungsteams für Robotiksubsysteme zusammen. Das Unternehmen bringe dabei seine umfangreichen, weltweit verteilten Fertigungskapazitäten ein, um die Entwicklung sämtlicher benötigter Komponenten zu beschleunigen. Das reiche von spezialisierten Bauteilen wie Greifern über Sensorsysteme bis hin zu Gehäusen.
Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Fortschritte im Bereich physischer KI. Die Robotik hat sich dadurch über starr programmierte Automatisierung hinausentwickelt. Das ermögliche zunehmend adaptive, auf unterschiedliche Aufgaben übertragbare Verhaltensweisen. Mit einem schnellen Prototyping sowie der Kleinserienfertigung unterstütze Protolabs das hohe Entwicklungstempo der Branche.
Hersteller von Robotern drängen immer schneller in die Anwendung
Das Unternehmen lässt erahnen, welchen Herausforderungen Dienstleister der Robotikbranche derzeit begegnen. „Robotikunternehmen bringen ihre Entwicklungen immer schneller vom Konzept in die kommerzielle Anwendung, auch wenn sich viele Einsatzgebiete noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden“, schreibt Protolabs. Da bereits ein einzelnes Robotiksubsystem aus mehreren Hundert Teilen bestehen kann, benötigten Unternehmen Fertigungspartner, die schnelle Designiterationen unterstützen, ohne den Entwicklungsprozess auszubremsen.
High-Mix-Low-Volume nennen Fertigungsexperten dieses Produktionsmodell. Genau dafür sieht sich Protolabs gut gerüstet. Bauteile könnten bereits innerhalb eines Tages verfügbar sein, sodass Entwicklungsteams nahtlos von der Designanpassung in die Testphase wechseln könnten, heißt es. Damit helfe der Dienstleister, ambitionierte Zeitpläne für die Markteinführung einzuhalten.
3D-Druck liefert schnell Komponenten für Roboter
3D-Drucktechnologien von Protolabs unterstützen Roboterhersteller beispielsweise dabei, hochwertige Bauteile schnell herzustellen. Sie ermöglichen schnelle Tests, Designanpassungen und Nachbestellungen während des gesamten Entwicklungsprozesses, auch wenn sich die Leistungsanforderungen im Projektverlauf verändern.
Nach Unternehmensangaben steht dafür auch ein breites Portfolio flexibler Materialien zur Verfügung. Dazu zählen thermoplastische Vulkanisate (TPV) und thermoplastische Polyurethane (TPU) sowie Silikon. Für tragende Bauteile, Zahnräder, Motorhalterungen und weitere Komponenten kommt laut Protolabs dagegen häufig die CNC-Bearbeitung zum Einsatz. Ebenso könnten leichte Metalle und technische Kunststoffe genutzt werden sowie umfangreiche Nachbearbeitungsoptionen.
Der Fertigungsdienstleister berichtet auch von der Zusammenarbeit seiner Ingenieure mit den Entwicklern der Roboterhersteller. Gemeinsam arbeiteten sie beispielsweise daran, Bauteile bereits während der Test- und Entwicklungsphase sicherer auszulegen. Protolabs, lässt dabei durchblicken, wie sich die Anforderungen durch den zunehmenden Praxiseinsatz der neu entwickelten Roboter verändert haben: „Durch Designanpassungen und den gezielten Einsatz weicherer und flexiblerer Materialien können Komponenten Stöße besser abfangen und das Risiko von Beschädigungen oder Verletzungen reduzieren. Dies ist ein zunehmend wichtiger Faktor.“
Schutz des geistigen Eigentums ist für Roboterhersteller wichtig
Und wie sieht es mit dem Schutz des geistigen Eigentums aus? Der wird bei den innovativen Unternehmen großgeschrieben. Gerade hat Figure AI Modelle einer älteren Generation seiner humanoiden Roboter werbewirksam eingeschmolzen. Auf eine Demontage und Wiederverwendung von Komponenten habe der Roboterhersteller aus Gründen des Know-how-Schutzes sowie des Aufwandes verzichtet.
Protolabs stellt diesen Schutz nach eigenen Angaben durch ein Netzwerk sorgfältig geprüfter Partner sicher. Dabei schütze Protolabs vertrauliche Kundeninformationen und geistiges Eigentum entlang des gesamten Prozesses. Das sei unabhängig davon, ob ein Projekt in einem eigenen Protolabs-Werk oder über einen Partner des Protolabs Network gefertigt werde. Zudem nutze der Fertigungsdienstleister ein mehrstufiges Cybersecurity-Konzept mit Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Auditing und Protokollierung sowie Systemhärtung, um sensible Produktdaten in jeder Phase der Fertigung zu schützen.
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