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Optische Ortungssysteme bringen Intralogistik auf Trab

13. April 2012

Optische Ortungssysteme bringen Intralogistik auf Trab
Bild 3. Der „Obeya“ (die Kommunikationszentrale) umfasst analoge Mittel aus dem Lean-Baukasten (wie Shopfloormanagement und KATA). Aber auch digitale Hilfsmittel wie Ortungssysteme und ein digitales KVP-Tool sind inbegriffen – hier eine Ansicht aus der Lernfabrik in Dingolfing. Foto: TZ PULS
Ohne kostentreibenden Aufwand mehr Flexibilität für die Lagertechnik
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„Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen anhand der Forschungsergebnisse künftig das eigene Lager bei geringen Kosten flexibler als bislang anordnen können“, so Sven Heißmeyer, Projektingenieur am IPH. Denn in KMU seien die Lagerbereiche oft nicht so stark automatisiert wie in großen Firmen, und würden deshalb häufiger umgestaltet, damit sie veränderten Anforderungen gerecht werden. Das neuartige Indoor-Ortungssystem soll diesen Umgestaltungsprozess unterstützen. „Unter Lichtnavigation kann man ganz allgemein die Navigation per Kamera, Laser, Infrarot oder sichtbarem Licht mit entsprechender Signalverarbeitung verstehen“, betont Heißmeyer.

Intralogistik mittels 3-D-Technologie

Wie die Ladungshandhabung mittels optischer 3-D-Messtechnik erleichtert werden kann, berichtete Steffen Kleinert vom Institut für Transport- und Automatisierungstechnik der Universität Hannover. „3-D-Kamerasysteme erfassen Ladungsträger und Lagerplätze“, referierte er. Damit solle dem Fahrer in unübersichtlichen Lagersituationen geholfen werden.

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Der Erfolg des Systems hänge dabei ganz entscheidend von universell verständlichen und eingängigen Verfahr-Empfehlungen ab. Auch die Auswahl der für die jeweiligen Handling-Schritte geeigneten optischen 3-D-Messsyteme sei äußerst wichtig. Mit dem Laserscanner könne die Laufzeitmessung eines über bewegliche Spiegel umgelenkten Laserstrahls erfolgen, während Stereokamerasysteme trigonometrische Messungen mit zwei exakt zueinander positionierten Kameras lieferten.

Isi-Walk: Koordination an Stelle von Lagerplatznummern

Freie Fahrt im Lager kann es laut Andreas Müller von der Höft & Wessel AG in Hannover geben, wenn es durch Lichtnavigation wandlungsfähig wird. „Starre Lagerplätze sind ein Wandlungshemmnis“, kritisierte er. Sie erforderten standardisierte Ladungsträger und hätten den Nachteil, dass jede Skalierung Änderungen im Lagerverwaltungssystem nach sich ziehe. Im Isi-Walk-Projekt werde daher die Grundidee verfolgt, Koordinaten an die Stelle von Lagerplatznummern zu setzen. Wo auch immer ein Ladungsträger abgestellt werde, entstehe dann ein dynamischer Lagerplatz. Ziel sei ein selbstlernendes System, für das nur minimaler Konfigurationsaufwand betrieben werden müsse. Für ein solches System werde eine präzise Positionsbestimmung benötigt, um die Flurförderzeuge zu den Lagerorten zu navigieren. Dabei biete die Lichtnavigation vorteilhafte Eigenschaften gegenüber Funk und Ultraschall: Im Vergleich zu Verfahren mit Ortsmarken wie RFID oder Barcode ist der Installationsaufwand gering.

Aus der Sicht eines IT-Zulieferers für die Intralogistik befasste sich Andreas Trautmann von der LinogistiX GmbH, Dortmund, mit wandlungsfähigen Staplerleitsystemen und Lagerverwaltungssystemen (LVS). Als Ausgangspunkt aller Wandlungsszenarien beschrieb er die Einlagerung in einen bekannten Regalplatz: „Das Lagerverwaltungssystem muss in der Lage sein, auch bei nicht identischen, aber ähnlichen Koordinaten in einer konfigurierbaren Toleranz auf einen bereits vorhandenen Lagerplatz zu schließen.“ Dagegen lege das LVS zunächst einen neuen Ort an, wenn die Einlagerung in einen unbekannten Ort gefordert sei. Über eine Assistenzfunktion auf dem Terminal des Staplerfahrers könnten hierfür Orts- und Zugriffstyp ausgewählt werden. Bei der Stapelbildung auf einem Bodenblockplatz werde zuerst ein solcher Platz durch das System als Abgabeplatz identifiziert. Typisch sei dort, dass die Hubhöhe über dem Niveau des Bodens liegt und bereits eine andere Lagereinheit auf diesem Platz gebucht ist. Das LVS müsse daraufhin in der Lage sein, einen Stapel zu bilden oder eine Warnung anzuzeigen, wenn die Stapelfähigkeit nicht gegeben ist.

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