E-Mobilität 02.12.2022, 08:00 Uhr

Tesla Semi: 800-Kilometer-Elektro-LKW feierlich vorgestellt

Elektro-LKWs werden häufig skeptisch beäugt – zu wenig Reichweite, zu lange Ladezeiten. Am ersten Dezember hat Tesla den ersten E-Truck Semi ausgeliefert und in einem feierlichen Event vorgestellt. Dieser soll voll beladen 800 Kilometer weit kommen.

Tesla Semi

800 Kilometer soll der Tesla Semi mit einer Akkuladung weit kommen.

Foto: James King / Tesla Motors

Bereits 2017 hat Tesla angekündigt, dass ihr neuer Elektro-LKW Semi mit einer Akkuladung 800 Kilometer weit fahren soll. Lange hat es gedauert, nun hat Elon Musk in einem Tweet bestätigt, dass dies gelungen sei (hier Bilder von der Fahrt). Der Sattelschlepper hat mit einer Gesamtlast von rund 36 Tonnen die angekündigte Strecke absolviert, ohne einmal eine Ladestation anfahren zu müssen. Am ersten Dezember wurde der Truck auf einem großen Event vorgestellt, hier ein Video dazu.

Anleger und Konkurrenten waren skeptisch

Als Tesla 2017 die Ankündigung machte, dass ihr E-LKW 800 Kilometer bzw. 500 Meilen weit kommen soll, wurde der Hersteller eher belächelt. Ola Källenius, der heutige Chef von Daimler Truck meinte 2018 zum Beispiel: „Wenn Tesla diese Ankündigung einhalten könne, habe er wohl etwas verpasst und werde sofort einen Semi zum Zerlegen kaufen, wenn er wirklich so komme.“

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In einem großen Event, wie wir es von Amerikanern kennen, wurde am ersten Dezember der erste Truck feierlich an PepsiCo übergeben. Wie es nun weitergeht? Nicht wirklich bekannt. Wahrscheinlich geht der Tesla Semi 2023 in Serie, so zumindest die Verlautbarung des Herstellers.  Vielleicht werden aber auch bereits dieses Jahr schon 100 Einheiten ausgeliefert, meinte eine Board-Chefin des Unternehmens.

Insgesamt liegt Tesla mit seinem E-Truck jedoch weit hinter dem Zeitplan. Ursprünglich sollte der Semi bereits 2018 marktreif sein und bereits zum damaligen Zeitpunkt tausende davon auf die Straße rollen. Es bleibt daher abzuwarten, wie schnell es jetzt geht. Viele andere Hersteller haben Tesla inzwischen überholt, Konkurrent Renault macht sich auf Twitter sogar lustig darüber. Es zeigt einen Mann, der ein Werbeplakat für den Semi aufhängt, um danach in einen elektrischen Renault-Truck zu steigen. Von denen seien immerhin schon 300 auf der Straße unterwegs.

Warum 800 Kilometer und wie schafft das Tesla?

Die zurückgelegten 800 Kilometer entsprechen in etwa einer Fahrzeit von acht Stunden. Nach dieser Zeit müssen Trucker in den USA sowieso eine gesetzlich vorgeschriebene Pause einlegen, in der der Akku wieder aufgeladen werden kann. Und es macht natürlich Sinn, dass diese 800 Kilometer mit einer vollen Ladung absolviert werden können.

Dazu braucht es äußerst leistungsfähige Batterien, aber unmöglich ist es nicht. Bereits Ende 2021 hat ein Youtuber ausgerechnet, dass es dafür eine Akku-Kapazität von etwa 1000 Kilowattstunden braucht. Nimmt man die Daten des Model S von Tesla zum Maßstab mit einer Energiedichte von 186 Wattstunden pro Kilogramm, kommt man bei 1000 Kilowattstunden auf ein Batteriegewicht von rund 5,4 Tonnen. Sind in dem E-Truck die von Tesla selbst entwickelten 4680-Zellen verbaut, wäre der Akku etwas leichter. Er würde dann aber immer noch 4,65 Tonnen wiegen.

„Tesla team just completed a 500 mile drive with a Tesla Semi weighing in at 81,000 lbs!“ – Elon Musk @elonmusk 27. November 2022

Genaueres ist allerdings noch nicht bekannt, denn Tesla hat dazu keine Angaben gemacht, auch nicht beim Eröffnungsevent. In einem Podcast im Februar 2021 sprach Elon Musk von einer Kapazität von etwa 500 Kilowattstunden. Er könnte damit aber das kleinere Modell des E-Trucks gemeint haben, denn es soll auch eines mit einer Reichweite von 300 Meilen geben.

Das ist der Tesla Semi

Obwohl der erste Truck übergeben ist und er in einem feierlichen Event vorgestellt wurde, einige Fragen sind nach wie vor offen. So nannte Tesla bislang weder einen Preis, noch ein Leergewicht, noch eine Akkukapazität. Das wissen wir: Das mit den 800 Kilometern Reichweite haben wir bereits geklärt. Als Effizienz des Semi wiederholte Tesla den Wert von weniger als 2 Kilowattstunden pro Meile. Zudem soll der Sattelschlepper in lediglich fünf Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Voll beladen soll der Wert immerhin noch unter 20 Sekunden liegen – das ist immer noch schneller als bei einem LKW mit Verbrennungsmotor.

Die Batterien des Tesla Semi sind unter dem Cockpit angebracht. Drei unabhängige Motoren an den Hinterachsen bilden den Antriebsstrang. Damit soll der E-Truck Steigungen sehr viel besser absolvieren können als ein Diesel-Truck. Im Vergleich zu einem LKW mit Dieselmotor soll der Schwerpunkt des Trucks laut Tesla zudem recht tief liegen, was die Stabilität bei größeren Geschwindigkeiten erhöht.

Eine Besonderheit des Tesla Semi ist sein Cockpit. Es gibt nur einen Sitz und der ist mittig angeordnet. Rechts und links gibt es zwei große Touchscreens, mit denen der Fahrer alles im Blick hat. Apropos Fahrer: Dieser kann in der Kabine aufrecht stehen. Dank riesiger Fenster hat er zudem immer alles gut im Blick und wird zudem durch allerlei Elektronik dabei unterstützt.

Die Kraftstoffeinsparungen sollen sich laut Hersteller nach drei Jahren auf bis zu 200.000 Dollar belaufen. Durch schnelles Aufladen sollen in 30 Minuten bis zu 70 Prozent der Reichweite möglich sein. Der Energieverbrauch liegt laut Tesla bei weniger als 2 kWh pro Meile. Tesla bietet den auch in Europa erwarteten Semi in zwei Varianten mit unterschiedlicher Batteriegröße an. Mit dem massigeren Akkupack sollen mit Transportgut an Bord 500 Meilen (etwa 800 km) gefahren werden können.

Der Preis für den E-Truck ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, er soll jedoch bei der schwächeren Variante bei etwa 150.000 Dollar und bei der stärken Variante bei etwa 200.000 Dollar liegen. Neben PepsiCo sollen sich auch Logistiker wie UPS, DHL oder auch Fedex Fahrzeuge reserviert haben. Zuletzt hatte Musk angekündigt, dass Tesla schon 2024 allein für Nordamerika 50.000 Trucks produzieren will.

 

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Content-Manager beim VDI Verlag. Nach einem Bauingenieurstudium und einer Weiterbildung zum Online-Redakteur, Volontariat und 20 Jahren als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop, landete er bei ingenieur.de. Er schreibt hauptsächlich über Technik und Forschung.

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