Die ersten 20 Gewinnerprojekte stehen fest 31.03.2020, 16:13 Uhr

#WirvsVirus: Wie 42.000 Hacker in ihrer Freizeit das Coronavirus bekämpfen

Zusammenhalt und neuartige Lösungen sind in den heutigen Zeiten wichtiger denn je. 42.000 Freizeit-Hacker nahmen die Herausforderung an, Apps, Datenbanken und Programme zu entwickeln, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen. Aus rund 1.500 Einreichungen wurden unter der Schirmherrschaft von Digitalministerin Dorothee Bär die ersten 20 erfolgreichen Projekte vorgestellt.

Frau vor zwei Monitoren coding

Coden lernen wird auch für Ingenieure immer wichtiger.

Foto: panthermedia.net / suwannar1981.gmail.com

Eine der größten Massendemonstrationen fand im März 2020 statt – und das ohne eine Menschenseele auf der Straße. Für den Hackathon der Bundesregierung kamen von Freitag- bis Sonntagabend 42.000 Teilnehmer virtuell zusammen, um gemeinsam Software für Problemlösungen in der Coronakrise zu entwickeln. Aktiv gecodet haben am Ende 27.000.

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Die beiden Begriffe Hack und Marathon verdeutlichen das Konzept sehr treffend. Bei dem Event geht es darum, in einer begrenzten Zeitspanne eine neue digitale Lösung zu programmieren. Ursprünglich war es ein Event, dass sich nur auf Soft- und Hardwareentwicklung bezog. Ingenieure, Programmierer und Techniker zählten zu den ersten Zielgruppen eines Hackathons. Die JavaOneKonferenz 1999 gilt als der erste Hackathon.

Mittlerweile sind Hackathons keine reine Veranstaltung mehr für Hacker und IT-Nerds. Der Gedanke wird aber weitergetragen, gemeinsam in einem Team innovative Lösungen für ein Problem zu finden. In der Regel dauert ein Hackathon 48 Stunden. Im Fokus stehen Spaß und der kreative Austausch jenseits des Büros.

Am Ende jedes Hackathons wird das beste Projekt von einer Jury gekürt. Der Nutzen und die Chance, sich am Markt zu platzieren, fließen in die Bewertung ein. Den Gewinnern winkt meist ein Preisgeld.

48 Stunden Zeit für eine der größten Challenges unserer Gesellschaft

Unter der Fragestellung wie sich Infektionsketten verfolgen lassen oder Krankenhausbetten noch effektiver zugeteilt werden können, erstellten die Freizeit-Hacker innovative digitale Lösungen. Jeder technikbegeisterte Bürger war eingeladen, sich einzubringen. Die Aktion lief über Slack-Server. Slack gehört zu den bekanntesten Konferenztools, auf denen sich User austauschen können. Die Organisatoren streuten über den Hashtag #WirVsVirus Eindrücke und Lösungsansätze des Hackathons. Inspiration fanden die Organisatoren in einem Konzept aus Estland – und schlugen dem Kanzleramt eine Adaption für Deutschland vor. Das Kabinett entschied einstimmig und übernahm die Schirmherrschaft. Dorothee Bär (CSU), die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, bedankte sich per Videostream vom heimischen Sofa aus bei allen Teilnehmern mit einem simplen “Vergelt’s Gott”.

 

Hackathon: Jury kürt die ersten 20 Sieger

Sonntagabend, am 22.März, war Abgabetermin für die Projekte. Welche Projekte gewinnen und Unterstützung erhalten, entscheidet eine Jury. Des Weiteren gibt es eine öffentliche Abstimmung, denn ganz Deutschland soll im Kampf gegen das Virus mithelfen. Aus den Einreichungen wurden nun unter der Schirmherrschaft von Digitalministerin Dorothee Bär die ersten 20 erfolgreichen Projekte vorgestellt.

Den Gewinnern des Hackathons steht neben organisatorischer und finanzieller Unterstützung seitens der Regierung und Wirtschaft auch ein Netzwerk an Experten zur Verfügung, sodass gemeinsam an einer schnellen Umsetzung des Projektes gearbeitet werden kann. Alle Projekte, die nun prämiert wurden, können in der Youtube-Playliste eingesehen werden.


Zu den digitalen Lösungen zählen Plattformen, auf denen sich Nachbarschaftshilfe organisieren lässt, Apps, die zeigen, wie viele Atemmasken noch zur Verfügung stehen sowie Ideen, politische Entscheidungen zu beschleunigen. Die Teilnehmer arbeiteten dafür in virtuellen Teams zusammen, jeder aber für sich zuhause. Per Video und Messenger konnten sich die Teams verständigen. Insgesamt stehen 7 Initiativen aus dem sozialen und digitalen Bereich hinter dem Hackathon. „Wir tun unser Bestes, hier infrastrukturell alles auf die Beine zu stellen“, sagt Anna Hupperth, eine der Organisatoren. Das Ziel soll es sein, auch nach dem einmaligen Event weiter an den Ideen zu arbeiten – auch, wenn das eigene Projekt nicht von der Jury gekürt wird.

VDIvsVirus: Studenten und Jungingenieure haben am Hackathon teilgenommen

Unter #VDIvsVirus haben 15 Studenten und Jungingenieure des Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) das ganze Wochenende für den #WirVsVirus Hackathon gecoded. Das Ergebnis: Die App DEEPER vereint regelmäßige Symptomabfragen mit dem Bewegungsprofil des Nutzenden, um neue Erkenntnisse über Krankheitsverlauf und Ausbreitung des Virus den Behörden bereitzustellen. Die Anwendung löst die Herausforderungen, dass das Krankheitsbild verschieden und die regionale Ausbreitung undurchsichtig ist, indem möglichst alle Bürger täglich ihre Symptome in die App eintragen. So wird eine umfangreiche Datenbank geschaffen, die Krankheitsverläufe mit Bewegungsprofilen in Verbindung bringt. Der klare Nutzen der Lösung: Behörden können die Lage besser einschätzen und Ärzte unmittelbar reagieren. Andreas Stutz lieferte dabei den initialen Anstoß für das, was sich dann später zur Corona-Tracking-App entwickelte, und machte sich im VDI auf die Suche nach engagierten Gleichgesinnten. Die Einreichung war unter den 809 angenommenen Herausforderungen – und das bei einer Gesamtzahl von 1.993 eingereichten Ideen.

Zudem werden Risikogebiete in einer Kartenansicht dem Anwender zur Verfügung gestellt und er wird benachrichtigt, sollte er mit einer nachweislich infizierten Person in Kontakt gestanden haben. Dafür bedienen sich die Studenten und Jungingenieure bestehender Lösungen, die in der App vereint werden. Für die Zukunft haben sich die Teilnehmer aus dem VDI bereits mit Beteiligten der CovApp und Geohealth verabredet, gemeinsame Absprachen zu treffen, um nicht nebeneinander her zu entwickeln. Mehr zur App erfahren Sie im Video:

Der Hackathon gegen die Coronakrise war laut Kanzleramtsminister Helge Braun der größte der Geschichte. Im Anschluss gab es eine „YouTube-Abschlussparty“, bei der sich Braun bei den Teilnehmern bedankte und meinte: „Viele haben gesagt, sie haben noch nie für die Regierung gearbeitet. Ich hoffe, das war jetzt kein traumatisches Erlebnis.“ Der Hackathon an diesem Wochenende war also die einzig sinnvolle Coronaparty.

Zur Hackathon-Seite der Bundesregierung

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Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Aktuell arbeitet sie als Referentin für Presse und Kommunikation beim VDI e.V.

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