Sparkassen-Kunden mit gefälschter Phishing-Mail unter Druck gesetzt
Die Verbraucherzentrale warnt vor einer gefälschten Sparkassen-Mail. Woran Kunden den Phishing-Versuch erkennen und wie sie reagieren sollten.
Gefälschte Sparkassen-Mail im Umlauf: Die Nachricht droht mit einer Kontosperrung.
Foto: picture alliance / Snowfield Photography | D. Kerlekin/Snowfield Photography
Eine angebliche „System-Mitteilung“ der Sparkasse soll Bankkunden dazu bringen, ihre Registrierungsdaten über einen Link zu bestätigen. Wer nicht innerhalb weniger Stunden reagiert, müsse mit einer Sperrung des Online-Bankings rechnen, behaupten die Absender. Die Verbraucherzentrale warnt: Die Nachricht stammt nicht von der Sparkasse.
Die Betrüger geben sich als „Sparkassenverwaltung“ aus und berufen sich auf vermeintliche gesetzliche Vorgaben und neue Sicherheitsanforderungen. Angeblich müsse das Benutzerprofil aktiviert und die Identität bestätigt werden. Dazu enthält die E-Mail einen Link, über den die Empfänger ihre Daten aktualisieren sollen.
Das Ziel der Angreifer ist typisch für Phishing: Die Opfer sollen auf eine gefälschte Internetseite gelockt werden und dort ihre Zugangsdaten eingeben. Die Webseite kann dem echten Online-Banking täuschend ähnlich sehen. Die eingegebenen Informationen landen jedoch bei den Kriminellen.
Widersprüchliche Fristen verraten die Phishing-Mail
Die gefälschte Nachricht lässt sich an mehreren Auffälligkeiten erkennen. Bereits der Betreff enthält zahlreiche Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler. Umlaute fehlen, Formulierungen wirken unnatürlich.
Besonders auffällig ist ein Widerspruch bei der angeblichen Frist: Im Betreff ist von 48 Stunden die Rede. Im eigentlichen Text drohen die Absender dagegen mit einer Sperrung des Online-Bankings innerhalb von 24 Stunden. Dieser künstlich erzeugte Zeitdruck soll verhindern, dass die Empfänger die Nachricht in Ruhe überprüfen.
Weitere Warnsignale sind:
- eine unpersönliche Anrede,
- eine Absenderadresse ohne erkennbaren Bezug zur Sparkasse,
- die Aufforderung, einen Link in der E-Mail zu öffnen,
- die Drohung mit einer Kontosperrung,
- sprachliche und grammatikalische Fehler.
Eine professionell gestaltete Nachricht ist allerdings nicht automatisch echt. Nach Angaben der Sparkassen-Finanzgruppe können Phishing-Mails inzwischen auch ohne auffällige Tippfehler und mit persönlicher Ansprache versendet werden. Entscheidend ist daher, Zahlungs-, Sicherheits- oder Kontohinweise niemals über Links aus unerwarteten Nachrichten zu bearbeiten.
So sollten Sparkassen-Kunden reagieren
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die betreffende E-Mail nicht zu beantworten und in den Spam-Ordner zu verschieben. Empfänger sollten weder den Link öffnen noch persönliche Daten eingeben. Ob im Online-Banking tatsächlich eine Aktion erforderlich ist, lässt sich ausschließlich über die offizielle Sparkassen-App, die bekannte Internetadresse der eigenen Sparkasse oder einen direkten Kontakt mit der Bank überprüfen.
Verdächtige Nachrichten können zudem an warnung@sparkasse.de weitergeleitet werden. Dort bewertet das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe eingehende Hinweise und veröffentlicht bei Bedarf eine Sicherheitswarnung. Auch die Verbraucherzentrale NRW nimmt weitergeleitete Phishing-Mails unter phishing@verbraucherzentrale.nrw entgegen.
Wer bereits Zugangsdaten eingegeben hat, sollte umgehend seine Sparkasse kontaktieren und das Online-Banking beziehungsweise betroffene Karten sperren lassen. Die Sparkassen-Finanzgruppe rät außerdem dazu, Passwörter von einem anderen Gerät aus zu ändern, Kontobewegungen zu kontrollieren und bei einem finanziellen Schaden Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
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