Krypto-News 25.09.2026, 09:14 Uhr

„Machine-Native Economy“: Irre BlackRock-Analyse! Wird Künstliche Intelligenz bald Bitcoin kaufen?

BlackRock hält Kryptowährungen für das künftige Geld der Maschinen: KI-Agenten sollen damit Daten, Dienste und Rechenleistung bezahlen. Welche Coins davon profitieren könnten, haben ChatGPT, Gemini, Claude und Grok beantwortet. Einig sind sie sich nicht.

Eine goldfarbene Bitcoin-Münze vor einem blau leuchtenden Netz aus Linien und Lichtpunkten.

Bitcoin als Sparkonto für Maschinen? BlackRock sieht in KI-Agenten eine neue Nachfragequelle für Kryptowährungen.

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Foto: Smarterpix/grafvision ai generated

Der weltgrößte Vermögensverwalter legt eine aufsehenerregende Studie vor: Künstliche Intelligenz (KI) braucht laut BlackRock eigenes Geld – und dieses Geld läuft auf der Blockchain! Autonome KI-Agenten, die Daten einkaufen, Dienste bezahlen und Rechenleistung mieten, sollen zu einer bislang unterschätzten Nachfragequelle für Krypto werden.

Doch welche Coins profitieren davon wirklich? Wir haben die KIs selbst gefragt – ChatGPT, Gemini, Claude und Grok. Die Antworten fallen erstaunlich unterschiedlich aus.

BlackRock: KI und Krypto verschmelzen

Künstliche Intelligenz braucht Kryptowährung: Die These geistert seit geraumer Zeit durch die Branche, jetzt bekommt sie Rückendeckung vom größten Vermögensverwalter der Welt. „The Machine-Native Economy“ heißt die neue Analyse von BlackRock – ihr Grundgedanke: KI ist Intelligenz für Maschinen, Krypto ist Geld für Maschinen – und beides wächst gerade zusammen. Drei Bereiche stechen laut BlackRock hervor.

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  • Erstens: KI und Blockchain sprechen dieselbe Sprache. Sprachmodelle wie ChatGPT zerlegen Texte in sogenannte Token, Blockchains bilden Werte als Token ab. Beides übersetzt die reale Welt in ein Format, das Maschinen direkt verarbeiten können.
  • Zweitens: Zahlungen. Die nächste KI-Generation wird mit der heutigen wenig gemein haben – sie soll selbstständig handeln: Flüge buchen, Datenbanken anzapfen, Rechenkapazität einkaufen. Für solche Zahlungen – rund um die Uhr, oft im Cent-Bereich – seien Bankkonten und Kreditkarten nur bedingt geeignet. Zu umständlich, zu teuer. BlackRocks Antwort: vor allem Stablecoins, an den Dollar gekoppelte Token auf der Blockchain. Die Zahlen haben es in sich: Stablecoins kommen mittlerweile auf mehr als 300 Mrd. $ Marktwert – ihr bereinigtes Transaktionsvolumen hat 2025 die 11-Billionen-$-Marke überschritten und liegt damit in der Größenordnung von Visa und Mastercard. Seit 2020 wächst es um sage und schreibe 80 % pro Jahr.
  • Drittens: Rechenleistung. Hier sieht BlackRock einen komplett neuen Markt – Rechenkapazität könnte künftig als Token gehandelt, finanziert und direkt von KI-Agenten bezahlt werden. Allein die Cloud-Umsätze der großen Anbieter könnten laut Analystenschätzungen bis 2030 die Marke von 1 Billion $ pro Jahr überschreiten.

Bemerkenswert für Bitcoin-Anleger: BlackRock zitiert eine Studie des „Bitcoin Policy Institute“, wonach KI-Modelle in Simulationen zwar Stablecoins zum Bezahlen bevorzugen – Bitcoin aber zum Sparen. Unterm Strich könne die breite Einführung von KI zu einer „unterschätzten Quelle der Nachfrage, Nutzbarkeit und Anwendungsentwicklung“ für digitale Assets werden, schreibt BlackRock in dem Papier. Der Konzern selbst bleibt dennoch vorsichtig: Das Ökosystem sei „nascent“, also noch in den Anfängen.

Der KI-Test: Welche Coins würden ChatGPT, Gemini und Claude kaufen?

Wer profitiert also, wenn Maschinen zu Krypto-Nutzern werden? Wir haben vier führende KI-Modelle mit derselben Frage konfrontiert: „Wenn man alles berücksichtigt, was BlackRock in dieser Studie schreibt: Welche Kryptowährungen würdest du kaufen, um von diesem Trend zu profitieren?“ Das Ergebnis im Überblick:

KI Erste Wahl Ergänzungen Kernaussage
ChatGPT (OpenAI) Ethereum (ETH) Solana (SOL), Chainlink (LINK), kleine Beimischung Akash (AKT) Zahlungsnetze für KI-Agenten profitieren – aber nur, wenn Nutzung auch Token-Nachfrage erzeugt
Gemini (Google) Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) als Fundament Solana (SOL), Ethereum-L2s wie Base; spekulativ Render (RENDER), Akash (AKT), Bittensor (TAO) Dreistufiges Portfolio: Wertspeicher, Zahlungsschicht, Rechenleistung
Claude (Anthropic) Bitcoin (BTC) keine Nur Bitcoin bekommt in der Studie eine eigene Rolle mit Kurspotenzial
Grok (xAI) Bitcoin (BTC) Ethereum (ETH), Solana (SOL), Base; langfristig Render, Akash Drei Körbe – Bitcoin explizit als Wertspeicher, der Rest früh und riskant

ChatGPT setzt klar auf Ethereum: „ETH wäre meine erste Wahl, während SOL die offensivere Wette auf viele günstige Maschinenzahlungen wäre.“ Der wichtigste Satz folgt danach: „Entscheidend ist, dass wachsende Nutzung tatsächlich Nachfrage nach dem jeweiligen Token erzeugt – der KI-Trend allein garantiert keine Kursgewinne.“ Googles Gemini hingegen setzt auf BTC und ETH: Bitcoin als „digitaler Wertspeicher für Maschinen“ und Ethereum als „primäre Abwicklungsschicht für Tokenisierung“.

Bitcoin oder Ethereum? Wo sich die KIs widersprechen

Deutlich strenger fällt die Antwort von Claude aus. Anthropics KI kommt zu einem für Altcoins ernüchternden Schluss: BlackRock weise „nur einem Coin eine eigene Rolle mit Kurspotenzial zu: Bitcoin als Wertspeicher“. Für den Zahlungsverkehr zwischen KI-Agenten setze der Konzern auf Stablecoins wie USDC – davon profitieren „aber vor allem Firmen wie Circle, Coinbase und Stripe und nicht die Inhaber der Token“. Ob sich mehr Maschinenzahlungen auch im Kurs von Ethereum und anderen Netzwerk-Coins niederschlagen, lasse BlackRock ausdrücklich offen – auch für tokenisierte Rechenleistung nenne das Papier ‚keinen einzigen Coin‘.

Grok, die KI von Elon Musks Firma xAI, sortiert die Assets ähnlich: Bitcoin als den Vermögenswert, den das Papier „explizit für diese Rolle nennt“, dann Ethereum plus schnelle Abwicklungsnetze wie Solana und Base, zuletzt Rechenleistungs-Token wie Render und Akash – die seien „der langfristigste und risikoreichste Teil des Arguments“. Groks Fazit: „Positionsgröße und Zeithorizont sind wichtiger“ als der ‚richtige‘ Coin.

1 Mrd. neue Krypto-Nutzer – alles nur KI?

Auffällig an der Maschinen-Prognose: Die beiden KIs, die sich eng an der Studie orientieren, landen bei Bitcoin. Die beiden, die weiterdenken, empfehlen Ethereum, Solana und kleinere Kryptos – also genau jene Coins, die in vergangenen Zyklen zuerst gestiegen und dann wieder rasant abgestürzt sind.

Wichtig für Anleger: BlackRock spricht in der gesamten Analyse keine Kaufempfehlung aus – welche Coins sich lohnen könnten, sagen allein die KI-Modelle in unserem Test. Ob sie Recht behalten? Wie groß kann der Trend überhaupt werden? Eine Antwort liefert der KI- und Web3-Kommentator DrCAO. Sein Fazit zur BlackRock-Studie: Die nächste Milliarde Krypto-Nutzer seien womöglich keine Menschen. Denn: „Krypto ist nicht nur Geld für das Internet. Es könnte zum Geld für Maschinen werden.“

Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kryptowährungen unterliegen starken Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust.

Ein Beitrag von:

  • Jannis Grunewald

    Jannis Grunewald ist Autor mit Fokus auf Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Er schreibt News, Analysen und Prognosen über digitale Assets und beschäftigt sich mit den Entwicklungen der Branche. Außerdem schreibt er über Technik und Innovationen.

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