Breitbandtest der Bundesnetzagentur 03.05.2018, 13:27 Uhr

Offizieller Speedtest: Die Wahrheit über die Internetverbindung

Die Bundesnetzagentur hat einen Test veröffentlicht, mit dem sich jeder Internetanschluss auf seine wahre Leistungsfähigkeit überprüfen lässt. Im Vergleich zu ähnlichen Onlinetests soll er besonders präzise sein und damit gute Argumente gegenüber Providern liefern, die oft nicht halten, was sie versprechen.

Wie schnell ist der eigene Internetanschluss wirklich? Das klärt jetzt ein offizieller Test der Bundesnetzagentur. Einfach ist die Sache allerdings nicht.

Wie schnell ist der eigene Internetanschluss wirklich? Das klärt jetzt ein offizieller Test der Bundesnetzagentur. Einfach ist die Sache allerdings nicht.

Foto: stokkete/panthermedia.net

Besser geworden ist es ja schon. Nur nicht wirklich gut. Nach dem jüngsten Jahresbericht der Bundesnetzagentur von 2017 verfügen nur 71,6 Prozent aller Internet-Kunden tatsächlich wenigstens über die Hälfte der maximal versprochenen Datenübertragungsrate. Das Ergebnis gilt für den Download, ist ein Durchschnittswert über alle Anbieter und alle Bandbreiteklassen von 25 bis weit über 100 Mbit/s. Einfach gesagt: Drei von zehn Nutzern erhalten nicht einmal die Hälfte dessen, was vertraglich zugesagt ist.

Grund genug für viele Endkunden, die wahre Leistungsfähigkeit ihres Anschlusses zu überprüfen. Schon seit einigen Jahren gibt es dafür Online-Schnelltests, sei es von Fachmagazinen wie Chip und Computerbild oder von Providern selbst. Nun liegt aber der Verdacht nahe, dass ein Test über einen T-Online-Account auf der Unitymedia-Seite nicht unbedingt, sagen wir, die wohlwollendsten Ergebnisse bringt.

Aber nicht nur deshalb gelten die bislang verfügbaren Test als wenig zuverlässig. Irgendwo im Kleingedruckten findet sich da stets auch der Hinweis, dass man den Test mehrfach wiederholen sollte, zu verschiedenen Uhrzeiten, mal unter der Woche und mal am Wochenende. Erst dann würden die Resultate zuverlässig.

Mindestens 20-mal testen

Die Bundesnetzagentur hat deshalb selbst einen Test entwickeln lassen, der jetzt online verfügbar ist. Und da stehen die Bedingungen für ein valides Ergebnis gleich ganz oben: Kein WLAN nutzen, um Störungen zu vermeiden. Alle anderen Anwendungen schließen. Den Test an zwei verschiedenen Tagen jeweils mindestens zehn Mal wiederholen, in größeren Zeitabständen. Kein Anschluss über Powerline-Technik, bei der das Stromnetz für die Datenübertragung genutzt wird. Netzteil muss angeschlossen, Energiesparmodus aktiviert sein.

Das klingt nach viel Aufwand, und so empfiehlt die Redaktion von „Chip“ auch gleich, doch lieber ihren Test zu nutzen, der viel einfacher sei. Ein kurzer Vergleichstest widerlegt das aber. Wer gute Ergebnisse will, der muss sowieso bei allen Tests die genannten Regeln beachten. Und ein paar Daten aus dem eigenen Vertrag muss man auch immer zur Hand haben, sonst ist ja kein Soll-Ist-Vergleich möglich.

Abweichungen der Tests scheinen groß zu sein

Um sagen zu können, ob und wie sehr die Ergebnisse der bekannten Tests von dem der Bundesnetzagentur abweichen, bräuchte es also eine längere Testreihe. Ein einmaliger Versuch der Redaktion von ingenieur.de deutet aber schon an: Die Ergebnisse für Downloads sind recht ähnlich, weichen zwischen Netzagentur, T-Online und Unitymedia nur um maximal 0,3 Mbit/s voneinander ab. Und sie zeigen im Übrigen, dass der Provider des Autors dieses Textes sein Versprechen zu halten scheint. Jedenfalls beim Download.

Wie schnell ist das Internet in meiner Region? Und welcher Anbieter bietet schnelleres Internet als die anderen? Auch diese Fragen beantwortet die neue Seite „Breitbandmessung“ der Bundesnetzagentur.

Wie schnell ist das Internet in meiner Region? Und welcher Anbieter bietet schnelleres Internet als die anderen? Auch diese Fragen beantwortet die neue Seite „Breitbandmessung“ der Bundesnetzagentur.

Quelle: Bundesnetzagentur

Beim Thema Upload sieht das alles schon anders aus: Während der Test der Netzagentur auf einen Wert von 2,39 Mbit/s und damit deutlich unter dem Vertragslimit kommt, weisen andere null, ein weiterer mehr als 14 Mbit/s aus. Eine allzu große Bandbreite, aber wie gesagt: Das kann nur ein Indiz sein angesichts des einmaligen Tests.

Auch Virenschutz stört beim Messen

Weil so viele Faktoren den gemessenen Wert beeinflussen können, wird seit längerem in den Verträgen auch nur ein Maximal-Wert angegeben. Wie groß also die Chancen sind, mit einer Beschwerde vom Provider durchzukommen, bleibt fraglich.

Experten empfehlen übrigens auch, den Virenschutz während des Tests auszuschalten, weil auch dieses Programm die Ergebnisse verfälschen kann. Umso besser also, den Check bei einem vertrauenswürdigen Anbieter wie der Bundesnetzagentur durchzuführen…

Hier der Link zum Speedtest der Bundesnetzagentur.

Von Werner Grosch

Stellenangebote im Bereich Softwareentwicklung

Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften-Firmenlogo
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Professur Regelungstechnik und Gebäudeautomation Wolfenbüttel
Provadis Professionals GmbH-Firmenlogo
Provadis Professionals GmbH Informatiker / Ingenieure als Trainees (m/w/d) Frankfurt am Main
HGF Europe LLP-Firmenlogo
HGF Europe LLP Patentanwalt/European Patent Attorney (m/w/d) (auch zur Ausbildung) der Fachrichtung Elektrotechnik, Informatik oder Physik München
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
RHEINMETALL AG Entwicklungsingenieur (m/w/d) Software Bonn
RAYLASE GmbH-Firmenlogo
RAYLASE GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) Software Weßling
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
RHEINMETALL AG Verstärkung (m/w/d) für unsere technischen Projekte in den Bereichen Engineering oder IT deutschlandweit
THD - Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
THD - Technische Hochschule Deggendorf Professor / Professorin (m/w/d) Bildgebende Verfahren und 3D-Bildverstehen Fakultät Angewandte Informatik Deggendorf
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf-Firmenlogo
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Professur (W2) für "Information Technology and IoT in Agriculture and Environment" Triesdorf

Alle Softwareentwicklung Jobs

Top 5 IT & T…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.