Vivaldi für Profis 08.04.2016, 12:05 Uhr

Mit diesem Webbrowser können Sie ruhig 300 Tabs gleichzeitig öffnen

Firefox, Chrome und Safari bekommen Konkurrenz: Vivaldi. Hinter dem Profi-Webbrowser steckt Jon von Tetzchner, Mitgründer des beliebten Browsers Opera. Wir zeigen Ihnen, was Vivaldi kann. 

Bringen frischen Wind in den Browser-Markt: das Vivaldi-Team in Island.

Bringen frischen Wind in den Browser-Markt: das Vivaldi-Team in Island.

Foto: Vivaldi

Ist der Markt mit etablierten Browsern wie Chrome, Firefox, Safari, Internet Explorer oder Edge nicht längst gesättigt? Nein, sagt Vivaldi. Das isländische Unternehmen hat deswegen einen gleichnamigen Browser veröffentlicht, der kostenlos für Windows, Mac OS X und Linux erhältlich ist, und eine Marktlücke schließen soll. „Definitiv nicht für jeden Surfer“, sagt Vivaldi-Chef Jon von Tetzchner, der auch schon die Entwicklung des beliebten Opera-Browsers verantwortete, gegenüber der Bild.

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Vivaldi vereinfacht Verwaltung mehrerer Tabs

Und was unterscheidet Vivaldi von anderen Browsern? Beispielsweise die Verwaltung vieler gleichzeitig geöffneter Tabs. Der Browser nutzt Stapel, die alle Fenster einer Website zusammenführen. Steuert der User mit der Maus über den Stapel, sieht er eine Vorschau aller Tabs.

Vivaldi: Zielgruppe des Webbrowsers sind Heavy User, die bis zu 300 Tabs gleichzeitig geöffnet haben. Hier helfen neuen Stapelfunktionen bei der Übersicht. 

Vivaldi: Zielgruppe des Webbrowsers sind Heavy User, die bis zu 300 Tabs gleichzeitig geöffnet haben. Hier helfen neuen Stapelfunktionen bei der Übersicht. 

Quelle: Vivaldi

Von Tetzchner: „Wir sehen, dass es Menschen gibt, die sehr oft und intensiv im Netz unterwegs sind. Die bis zu 300 Tabs gleichzeitig geöffnet haben und die in dieser Masse an Informationen den Überblick behalten müssen.“ Am Ende des Surfens lassen sich Browsersitzungen speichern.

Endlich: Darstellung mehrerer Tabs in einem Fenster

Vivaldi kann außerdem in einem Fenster mehrere Tabs gleichzeitig anzeigen. Viele andere Browser bieten diese Funktion nicht, sodass der Anwender einen Umweg gehen und mehrere Fenster parallel öffnen muss. Aber geht bei hunderten geöffneten Tabs der Rechner nicht in die Knie? Um das zu verhindern, hat Vivaldi einen Ruhemodus integriert. Der User kann damit Hintergrund-Tabs einfrieren und Systemressourcen schonen. Beim Auftauen muss er sich lediglich gedulden, bis der Tab wieder gerendert ist.

Praktisch: Der User kann Browsersitzungen speichern. Einzelne Tabs lassen sich auch in einen Ruhemodus versetzen, um Systemressourcen zu sparen. 

Praktisch: Der User kann Browsersitzungen speichern. Einzelne Tabs lassen sich auch in einen Ruhemodus versetzen, um Systemressourcen zu sparen. 

Quelle: Vivaldi

Auch für die Bedienung hat sich Vivaldi einiges einfallen lassen. Anwender können Tastenkürzel selbst festlegen und den Browser komplett mit der Tastatur bedienen. Schneller geht es aber wahrscheinlich mit der Maus. Und damit es noch schneller geht, hat Vivaldi Mausgesten integriert, die auch mit einem Touchpad funktionieren. Eine nette optische Spielerei am Rande: Der Browser wechselt beim Surfen automatisch die Fensterfarbe. Surft man beispielsweise zu Facebook, ist sie blau, auf der Website von Bild hingegen rot.

Von Tetzchner: Wir sind hier, um zu bleiben

Wie sich Vivaldi finanziert? Angeblich zahlen Unternehmen dafür, dass ihre Websites in den Basis-Bookmarks des Browsers auftauchen. „Wir verdienen pro Nutzer nicht besonders viel“, sagt von Tetzchner.

Vivaldi-Chef Jon von Tetzchner setzt auf Unabhängigkeit. Das Unternehmen habe keine Investoren, deren Agendas den Fortschritt diktieren.

Vivaldi-Chef Jon von Tetzchner setzt auf Unabhängigkeit. Das Unternehmen habe keine Investoren, deren Agendas den Fortschritt diktieren.

Quelle: Vivaldi

„Aber wir sind ein kleines Team, und wenn wir genügend Anwender finden, die Vivaldi installieren, können wir trotzdem davon leben.“ Ziel sei es, dem Benutzer die Kontrolle zu geben, zitiert heise den Vivaldi-Chef. „Wir haben keine Investoren, deren Agendas unseren Fortschritt diktieren. Es gibt keine Exit-Strategie und wir sind hier, um zu bleiben.“ 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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