Hackerangriff legt Rumäniens Immobilienmarkt komplett lahm
Ein massiver Hackerangriff trifft den rumänischen Immobilienmarkt hart. Ein Cyberkrimineller hat das komplette Grundbuch des Landes gelöscht. Immobilienkäufe sind derzeit unmöglich. Die gestohlenen Daten werden bereits im Darknet verkauft.
Cyberangriff auf rumänische Behörde: Grundbuch- und Katastersystem zum Erliegen gebracht.
Foto: Elnur_/Smarterpix.com
Ein Hackerangriff hat in Rumänien das nationale Grundbuch- und Katastersystem zum Erliegen gebracht. Der Angreifer drang in die Datenbank der zuständigen Agentur ANCPI ein. Dort löschte er alle gespeicherten Daten. Wer gerade eine Immobilie kaufen will, hat aktuell keine Chance, da das System stillsteht. Bürger können die Online-Anwendung nicht mehr nutzen. Auch Notare und Behörden haben keinen Zugriff mehr. Grundbucheinträge lassen sich weder abrufen noch neu anlegen.
Geklaute Behördendaten landen nach Hackerangriff im Darknet
Die sensiblen Daten stehen seit dem 15. Juli 2026 im Darknet. Der Hacker bietet sie dort zum Kauf an. Das berichtet die rumänische Rechercheplattform Public Record. Der Titel der illegalen Anzeige lautet: „[RO] Thy arss shall be spanked, Romania! [ANCPI]“. Der Täter nutzte wohl gültige Zugangsdaten für den Angriff. Zuvor forderte er offenbar ein Lösegeld. Die rumänischen Behörden zahlten dieses jedoch nicht.
IT-Experten enttarnen den mutmaßlichen Täter
Das israelische Cybersecurity-Unternehmen Kela hat den Hackerangriff analysiert und sich auf die Spur des Täters gesetzt. Sie führt zu dem Hacker „ByteToBreach“. Dahinter soll ein Algerier namens Zakaria Mahdjoub stecken. Der Cyberkriminelle ist kein Unbekannter. Er griff bereits Banken, Fluglinien und Behörden weltweit an. Seine Opfer saßen in der Ukraine, den USA oder auch in Polen. Veraltete Technik erleichterte dem Hacker wohl den aktuellen Einbruch, vermuten Security-Experten. Die rumänische Behörde nutzte noch alte Systeme wie Windows XP und Windows 7. Sie bieten keinen ausreichenden Schutz mehr, der Angreifer hatte leichtes Spiel.
System-Neustart durch Offline-Backups
Die Daten sind nach dem Hackerangriff jedoch nicht für immer verloren. Rumänische Beamte haben die Website der ANCPI teilweise wiederhergestellt. Aktuell gibt es dort jedoch nur eine einzige Informationsseite. Das komplette Netzwerk wird nun von Grund auf neu aufgebaut. Dafür nutzen die Experten Offline-Kopien. Es gab laut ANCPI mehrere sichere Standorte für diese Backups. Diese Sicherheitsmaßnahme ermöglicht nun die Datenwiederherstellung. Die Behörde will mit der Anwendung jetzt direkt in die Cloud umziehen. Der Vorgang soll zeitnah abgeschlossen sein.
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