Malware nimmt zu 20.07.2015, 14:55 Uhr

Erstmals seit 12 Jahren mehr echte E-Mails unterwegs als Spam

Spams sind nicht nur lästig und nervig, sie können auch großen Schaden anrichten. Im Juni 2009 waren neun von zehn E-Mails solche unerwünschten Spam-Mails. Nun meldet die IT-Sicherheitsfirma Symantec ein kleines Wunder: Im Juni waren erstmals seit 12 Jahren mehr echte E-Mails unterwegs als Spam.

Spam ist eigentlich die Bezeichnung für Dosenfleisch in den USA: Im Juni waren erstmals seit zwölf Jahren weniger Spam-Mails im Internet unterwegs als reguläre Mails.

Spam ist eigentlich die Bezeichnung für Dosenfleisch in den USA: Im Juni waren erstmals seit zwölf Jahren weniger Spam-Mails im Internet unterwegs als reguläre Mails.

Foto: Spam

Spam ist eigentlich ein harmloser Markenname für Dosenfleisch, 1936 entstanden aus SPiced hAM. Dank der legendären britischen Comedytruppe Monthy Phyton steht der Begriff Spam heute für unerwünschte E-Mails, die zum Beispiel eine preiswerte Penisvergrößerung, Viagra oder schnellen Reichtum versprechen und im schlimmsten Fall eine Schadsoftware im Gepäck haben. Im Monthy Phytons Spam-Sketch besteht die Speisekarte in einem Schnellimbiss praktisch ausschließlich aus Gerichten mit Spam, was zu einer inflationär häufigen Verwendung des Wortes Spam führt und jede normale Kommunikation unmöglich macht.

Spam-Anteil sank im Juni auf 49,7 %

Nun meldet die amerikanische IT-Sicherheitsfirma Symantec Erfreuliches: Erstmals seit über zwölf Jahren kursierten im Internet im Juni 2015 mehr echte E-Mails als Spam-Mails. Nach einem Spam-Anteil im April von 52,1 % und 51,5 % im Mai sank der Spam-Anteil im Juni auf 49,7 %.

Das ist eine recht deutliche Trendwende. Denn bis 2009 ging es mit dem Spam-Anteil im E-Mail-Verkehr stetig aufwärts. Der Gipfel der Spam-Epidemie wurde laut Symantec im Juni 2009 erreicht, als 90 % aller E-Mails Spam-Mails waren. Seit etwa fünf Jahren sinkt der prozentuale Spam-Anteil am E-Mail-Verkehr kontinuierlich. Insgesamt wurden im Juni 2015 etwa 704 Milliarden E-Mails versendet. 

Phishing-Attacken sind stark rückläufig

Auch sogenannte Phishing-Attacken, bei denen Betrüger versuchen, Passwörter oder Bankzugangsdaten zu stehlen, sind stark rückläufig. Handelte es sich 2009 noch bei jeder vierhundertsten E-Mail um Phishing, so war dies im Juni nur noch bei jeder 2448-sten E-Mail der Fall. Jede 319-ste Mail bringt einen potenziell schädlichen Dateianhang oder Downloadlink mit, den der Empfänger der E-Mail besser ignoriert. Im Mai war es noch eine von 207 E-Mails. Dabei gilt: Die absolute Zahl solcher E-Mails ist gesunken, der Anteil unter den Spam-Mails ist allerdings seit Jahren unverändert.

Gefälschte Mail der Postbank: Wer hier klickt, verrät Betrügern seine Bankdaten.

Gefälschte Mail der Postbank: Wer hier klickt, verrät Betrügern seine Bankdaten.

Quelle: BSI

Symantec begründet den Rückgang vor allem durch verbesserte Malware-Erkennung und einer besseren Verbreitung entsprechender Sicherheitssoftware. Auch entwickeln die E-Mail-Anbieter immer bessere Spam-Filter. Damit wird das Geschäft mit Spam weniger lukrativ.

Anzahl neuer Malware-Varianten angestiegen

Ein weiterer Grund für den stetigen Rückgang ist schlichtes Desinteresse. Die Angreifer haben das Interesse an der klassischen Spam-Mail verloren und wenden sich stattdessen anderen Wegen der Belästigung oder Schädigung zu. Deshalb muss auch eine andere Zahl des monatlichen Symantec-Reports beunruhigen: So ist die Zahl neuer Malware-Varianten von 29,2 Millionen im April über 44,5 Millionen im Mai auf 57,6 Millionen im Juni doch sehr stark angestiegen.

Rekord bei digitaler Lösegeld-Erpressung

Auch die sogenannte “Ransonware” erfreut sich laut Symantec wachsender Beliebtheit. Dabei handelt es sich um digitale Lösegeld-Erpressung und die fuktioniert so: Wenn ein Computersystem mit der Ransonware infiziert ist, werden essenzielle Daten verschlüsselt und für den Nutzer unbrauchbar gemacht. Und zwar solange, bis er einen geforderten Lösegeld-Betrag bezahlt. Symantec weist für den Monat Juni fast 500.000 solcher digitalen Lösegeld-Erpressungen aus. Damit wurde im Juni 2015 ein neuer Rekord für diese recht neue Spam-Variante aufgestellt – oder eine neue Sorte Dosenfleisch ins Regal einsortiert.

  • Detlef Stoller

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Softwareentwicklung

Lauer & Weiss GmbH-Firmenlogo
Lauer & Weiss GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) modellbasierte Softwareentwicklung Fellbach bei Stuttgart
Lauer & Weiss GmbH-Firmenlogo
Lauer & Weiss GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) Embedded Softwareim Bereich Automotive Fellbach bei Stuttgart
Lauer & Weiss GmbH-Firmenlogo
Lauer & Weiss GmbH Software-Entwickler (m/w/d)im BereichAutomotive Fellbach bei Stuttgart
HENSOLDT Holding GmbH-Firmenlogo
HENSOLDT Holding GmbH Systemingenieur Design Airborne SIGINT (w/m/d) Ulm
AGCO GmbH-Firmenlogo
AGCO GmbH Softwareentwickler (m/w/d) elektronische Steuergeräte Marktoberdorf
Caljan Rite-Hite GmbH-Firmenlogo
Caljan Rite-Hite GmbH SPS Programmierer – Softwareentwickler (m/w/d) Steinhagen
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Entwicklungsingenieur (m/w/d) Integration E2E – Kommunikationsschnittstellen Weissach
TECCON Consulting&Engineering GmbH-Firmenlogo
TECCON Consulting&Engineering GmbH Softwareentwickler (m/w/d) Java / Spring / Hibernate / Maven keine Angabe
h.a.l.m. elektronik GmbH-Firmenlogo
h.a.l.m. elektronik GmbH Application Engineer (m/w/d) Solarzellen EL-Qualitätskontrolle mittels Machine-Learning Frankfurt am Main
MED-EL Medical Electronics-Firmenlogo
MED-EL Medical Electronics Development Engineer, Digital Signal Processing (m/f) Innsbruck (Österreich)

Alle Softwareentwicklung Jobs

Top 5 IT & T…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.