(Un-)Sicherheit im Netz 05.01.2018, 07:47 Uhr

Die beliebtesten Passwörter der Deutschen

Allen Skandalen, allen Hackerangriffen und Malware-Schlagzeilen zum Trotz – die Deutschen lieben schwache Passwörter. Gerade hat die Zahlenkombination „123456“ wieder „hallo“ als beliebtestes Passwort abgelöst. Die guten Ratschläge von IT-Sicherheitsexperten verhallen scheinbar ungehört. Ein Bericht zum Verzweifeln.

Laptop mit Tresorschloss vor dem Bildschirm

Der sicherste Schlüssel für den eigenen Laptop, das Smartphone oder das Tablet ist noch immer ein sinnvolles Passwort.

Foto: panthermedia.net/maxxyustas

Seit Jahren führte das semi-geniale Passwort „123456“ die Hitparade der beliebtesten Passörter weltweit an. Die Deutschen hatten sich von diesem unsicheren Trend zunächst losgesagt, sich als pfiffiger erwiesen. Etwas jedenfalls. Unser beliebtestes Passwort war „hallo“. Es ist sozusagen der FC Bayern unter den geheimen Codes. Unschlagbar, dieser freundliche Gruß, aber eben auch allseits bekannt, weshalb ihn noch die dämlichsten Amateurhacker knacken können.

„123456“ löst „hallo“ als beliebtestes Passwort ab

Nun sind sie also wieder zum internationalen Liebling, der unfassbar einfältigen Zahlenkombination „123456“ als liebstem Passwort zurückgekehrt. Diesen vier Ziffern trauen die Deutschen zu, Ihre E-Mails und Kontaktlisten, ihre Telefonnummern und gemeinem Bekanntschaften vor Unbefugten schützen zu können. Das zumindest fand das Hasso-Plattner-Institut (HPI) heraus, das jährlich die beliebtesten Passwörter kürt. Microsoft hat im Jahr 2016 reagiert und die dümmsten Passwörter verboten. In diesem Jahr haben sie dafür 12,9 Millionen E-Mail-Adressen mit einer .de-Endung untersucht. Das Fazit von HPI-Direktor Christoph Meinel: „Es gibt keinen 100-prozentigen Schutz vor Identitätsdiebstahl. Aber wer sein Passwort auf dieser Liste entdeckt, sollte es schnellstmöglich ändern.“

Die Liste lautet:

Rang Passwort
1. 123456
2. 123456789
3. 1234
4. 12345
5. 12345678
6. hallo
7. passwort
8. 1234567
9. 111111
10. hallo123

Die neueste Liste könnte zu der Vermutung führen, dass viele Deutsche das Passwort „123456“ sowie etwaige ähnliche Muster tatsächlich mit Sicherheit in Verbindung. Eigentlich unmöglich. Eine andere Vermutung zur Passworttreue der Deutschen ist jedoch nicht weniger dramatisch. Die zweite Vermutung wäre, dass sie der einfachen Zahlenkombination ebenso viel zutrauen wie einem guten Passwort. Das wäre schade, denn es gibt sie, die guten Passwörter, wie die Hasso-Plattner-Wissenschaftler betonen.

Das macht laut Sicherheitsexperten gute Passwörter aus

Ein Passwort sollte nicht einfach zu knacken sein und dennoch eingängig genug, damit sich der Nutzer daran erinnern kann, ohne es sich direkt an den PC oder auf die Rückseite des Smartphones heften zu müssen. Glücklicherweise gibt es einfache Tricks, wie man ein schwer zu knackendes Passwort entwickeln kann.

Die HPI-Experten raten Passwörtern immer eine gewisse Länge zu geben, idealerweise sollten sie mindestens 15 Ziffern umfassen. Dieses Merkmal alleine würde übrigens die gesamte Liste der beliebtesten Passwörter der Deutschen als unsicher kategorisieren. Aber es kommt noch dicker. Denn in diesem langen Passwort sollen verschiedene Zeichenklassen, also Groß- und Kleinschreibung, Zahlen sowie Sonderzeichen, vorkommen. Das schließt sämtliche dem Duden bekannten Wörter aus, auch in Kombination mit einer „123“ wie oben in der Hitliste zu sehen.

Wenn Sie das alles beachtet haben, können Sie sich ihr eigenes Passwort wohl nur merken, wenn es einen Bezug zu Ihrer Lebenswelt hat. Das ist auch durchaus sinnvoll, hilft aber nichts, wenn man den weiteren Tipp beherzigt, nämlich, regelmäßiges Wechseln aller Passwörter und keine Mehrfachverwendung von ein und demselben Passwort bei mehreren Diensten. Das machen immerhin 20 Prozent der Internetnutzer, wie das HPI voriges Jahr herausfand. Ab diesem Zeitpunkt, das ist leider so, hilft nur noch ein Passwortmanager. Davon gibt es mittlerweile allerdings einige und selbst etablierte und für gut befundene App-Anwendungen kosten nur wenige Euro. Eine Investition, die sich lohnen sollte, finden wir.

Passwörter – ein Duell zwischen Beleidigung und Kosename

Während die diesjährige Hitparade mit Dummheit und Faulheit hinreichend erklärt sind, veranlasste die Rangliste des Vorjahres zu einer tiefergehenden Untersuchung. Vor allem die Frage, wie nahe „arschloch“ und „schatz“ wirklich beieinanderliegen, schien es zu ergründen. Also gesellschaftlich, aber auch emotional. Interessant wäre zu erforschen, wann im Verlauf einer Paarbeziehung Menschen im Durchschnitt ihr Passwort von Schatz in Arschloch ändern. Die Hitparade gibt leider dazu nichts her, nicht einmal absolute Zahlen verrät das HPI. Dafür wird die Liste aber perfekt abgerundet durch ein Passwort, das von brillanter Schlichtheit ist und zugleich keine Fragen nach Sinn und Bedeutung offenlässt: ficken. Ob und wie weit das jetzt mit den zuletzt genannten Lieblingswörtern zusammenhängen kann – nee, das geht zu weit.

Das ebenfalls aus der diesjährigen Hitliste der beliebtesten deutschen Passwörter herausgefallene „qwertz“ war übrigens nur auf den ersten Blick eine gute Idee. Denn ein zweiter Blick auf die Tastatur verrät, dass es eine einfach zu tippende Buchstabenfolge auf jeder handelsüblichen europäischen Tastatur ist.

Es ist nie zu spät, das Passwort zu ändern

Und warum Sie das alles tun sollten? Weil Passwörter als der verletzlichste Teil in der IT-Sicherheitskette gelten. Für kriminelle, aber auch für Hobbyhacker sind schwache Passwörter ein gefundenes Fressen, über das sie Daten zu Emailadressen, Wohnorten, Telefonnummern, Kontoinformationen und vieles mehr ergattern können. Und die sind in den richtigen Kanälen immerhin bares Geld wert. Das Hasso-Plattner-Institut weist etwa darauf hin, dass der Handel mit gestohlenen Identitäten weiter wachse. Diese Option stößt auf leistungsstarke Rechner, die in kürzester Zeit Millionen von möglichen Passwörtern generieren und mit verschleierten Passwörtern abgleichen können. „Passwörter, die maximal aus sechs Zahlen bestehen, können so in wenigen Minuten errechnet werden“, sagt Meinel.

Wer sein Passwort nach dieser Lektüre heimlich, still und leise abändern möchte, findet übrigens weitere Hinweise auf unsichere Passwörter in der internationalen Hitliste der Passwörter. Nicht, dass irgendwer vom einen Übel direkt in das nächste stolpert. Mithilfe von Merksätzen ist die Passwortsuche auch gar nicht mal so schwierig. Beispiel: „Wenn das Arschloch noch einmal mein Bayern-Trikot anzieht, ist es aus mit Schatz!“ Ergibt: „WdAn1mBTaieamS!“. Kommt kein Mensch drauf, ist aber dank der emotionalen Stärke leicht zu merken. Wer das doof findet, kann sich ein Passwort kaufen. Eine Elfjährige hatte diesen Service vor Jahren noch angeboten. Wir wünschen viel Erfolg!

Das könnte sie auch interessieren

Top 5 IT & TK

Top Stellenangebote

West Pharmaceutical Services Deutschland GmbH & Co. KG-Firmenlogo
West Pharmaceutical Services Deutschland GmbH & Co. KG Manager Product Development, EU (m/f) Eschweiler
West Pharmaceutical Services Deutschland GmbH & Co. KG-Firmenlogo
West Pharmaceutical Services Deutschland GmbH & Co. KG Messingenieur (m/w) Quality Control Eschweiler Eschweiler
West Pharmaceutical Services Deutschland GmbH & Co. KG-Firmenlogo
West Pharmaceutical Services Deutschland GmbH & Co. KG Engineer Product Development, EU (m/f) Eschweiler
Hochschule Niederrhein-Firmenlogo
Hochschule Niederrhein Fachlehrerin/Fachlehrer für den Bereich Konstruktionslehre und Technische Mechanik Krefeld
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft-Firmenlogo
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft W2-Professur "User Experience" Aalen
Montanuniversität Leoben-Firmenlogo
Montanuniversität Leoben Universitätsprofessur für das Fachgebiet Energieverbundtechnik Leoben (Österreich)
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft-Firmenlogo
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft Professur (W2) "Additive Fertigung/ Konstruktion" Aalen
HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN HAMBURG-Firmenlogo
HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN HAMBURG Professor/in für das Lehrgebiet Energie-und Anlagensysteme Hamburg
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz-Firmenlogo
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Referentin/Referent München
Technische Hochschule Mittelhessen (THM)-Firmenlogo
Technische Hochschule Mittelhessen (THM) W2-Professur für das Fachgebiet Konstruktionssystematik, -methodik, Technische Mechanik und CAE Friedberg
Zur Jobbörse