Software "Made in Germany" 14.08.2013, 11:59 Uhr

Deutsche IT-Branche erhofft sich viel von eigenem Gütesiegel

Rund 100 Unternehmen mit über 130 Softwarelösungen sind bereits mit dem deutschen Gütesiegel „Software made in Germany“ des Bundesverbands IT-Mittelstand (Bitmi) ausgezeichnet worden. Was sich hinter diesem Siegel verbirgt und welche Auswirkungen es auf den deutschen und auch internationalen Markt haben wird, ist noch unklar.

Nach den Spionageskandalen setzen auch die Deutsche Telekom und United Internet verstärkt auf Software "Made in Germany". René Obermann (r.), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, und Ralph Dommermuth, Chef der United Internet, haben kürzlich den Startschuss zu einem garantiert deutschen E-Mail-Dienst gegeben. Der Bundesverband IT-Mittelstand hat inzwischen ein Gütesiegel für Software Made in Germany entwickelt.

Nach den Spionageskandalen setzen auch die Deutsche Telekom und United Internet verstärkt auf Software "Made in Germany". René Obermann (r.), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, und Ralph Dommermuth, Chef der United Internet, haben kürzlich den Startschuss zu einem garantiert deutschen E-Mail-Dienst gegeben. Der Bundesverband IT-Mittelstand hat inzwischen ein Gütesiegel für Software Made in Germany entwickelt.

Foto: Deutsche Telekom

„Bisher wird Software nicht sehr stark mit Deutschland verknüpft, sondern Software kommt aus dem Amerikanischen“, stellte Martin Hubschneider, Vizepräsident des Bundesverbands IT-Mittelstand (Bitmi) und Vorstandsvorsitzender des Kundenbeziehungsmanagement-Unternehmens CAS, kürzlich bei dem ersten nationalen Gipfeltreffen von „Software made in Germany“ in Karlsruhe fest.

Doch diese Ansicht will der Verband ändern: Dafür hat das Pendant des Mittelstands zum Branchenverband der deutschen IT- und Telekommunikationsindustrie (Bitkom) das Gütesiegel „Software made in Germany“ ins Leben gerufen. „Mit dem Qualitätssiegel ‚Software made in Germany‘ sagen wir, dass das, was im Maschinenbau, im Automobilbau, in der Medizintechnik, der Elektronik und in vielen anderen Branchen funktioniert, bei Software mindestens genau so gut funktioniert“, betonte Hubschneider.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Koordinator*in objektübergreifende Planung Neubau U-Bahn Betriebshof Süd (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
Deutsche Rentenversicherung Bund-Firmenlogo
Expert*in für Energiemanagement (m/w/div) Deutsche Rentenversicherung Bund
Deutsche Rentenversicherung Bund-Firmenlogo
Projektarchitekt*in mit Gesamtprojektverantwortung (m/w/div) Deutsche Rentenversicherung Bund
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Takeda GmbH-Firmenlogo
Head of Automation, Digital and Data Science (w/m/d) Takeda GmbH
Oranienburg Zum Job 
Verdos GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Projektabwickler (m/w/d) für Dosiertechnik (Chemikaliendosierung) Verdos GmbH
MiniTec GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Konstrukteur / Technischen Produktdesigner / Bauingenieur im Maschinenbau (m/w/d) in Vollzeit MiniTec GmbH & Co. KG
Schönenberg-Kübelberg Zum Job 
Technische Universität Berlin-Firmenlogo
Ingenieur*in (d/m/w) Nachrichtentechnik Technische Universität Berlin
über BriSS Personnel Recruitment-Firmenlogo
Sales Manager (m/w/d) Technische Keramik über BriSS Personnel Recruitment
südliches Baden-Württemberg Zum Job 
Stuttgart Netze GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Geoinformation und Dokumentation (w/m/d) Stuttgart Netze GmbH
Stuttgart Zum Job 
ELMATIC GmbH-Firmenlogo
Projektleiter MSR/Elektrotechnik (m/w/d) ELMATIC GmbH
Dresden Zum Job 
Stadt Renningen-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur (m/w/d) Stadt Renningen
Renningen Zum Job 
Iqony Solutions GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter*in Industriekunden Sales & Development (m/w/d) Iqony Solutions GmbH
Residenzstadt Celle-Firmenlogo
Bachelor (d/m/w) / Dipl.-Ingenieur (d/m/w) im Bereich Geodäsie / Vermessungswesen oder Geoinformatik Residenzstadt Celle
Veltum-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Gebäudetechnik SHK Veltum
Waldeck-Sachsenhausen Zum Job 
MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG-Firmenlogo
Team Leader (m/w/d) Konstruktion MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG
Wolfertschwenden Zum Job 
MEHLER VARIO SYSTEM GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) ballistische Schutzkonstruktionen MEHLER VARIO SYSTEM GmbH
MEHLER VARIO SYSTEM GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) CAD-Konstruktion im Bereich Entwicklung Ballistik MEHLER VARIO SYSTEM GmbH
MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Verfahrenstechnik und Applikation Thermoforming Packaging MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG
Wolfertschwenden Zum Job 
Mehler Vario System GmbH-Firmenlogo
CAD Key User (m/w/d) Creo Parametric im Bereich Entwicklung Ballistik Mehler Vario System GmbH

Gütesiegel soll Sichtbarkeit deutscher Software erhöhen

Mit dem Siegel soll vor allem die Sichtbarkeit von deutschen Softwareunternehmen erhöht werden. Oliver Grün, Präsident des Bitmi und Vorstand des Softwareherstellers Grün Software, erklärte, dass es sich nicht nur um ein Siegel für Deutschland und für deutsche Kunden handle. Es solle auch bei der Internationalisierung helfen. „Auch ein ausländischer Kunde soll die Qualität von Software made in Germany wahrnehmen“, erwartet sich Grün.

Diese positive Wirkung des Siegels erhofft sich nicht nur der mittelständische Verband: Laut einer Bitmi-Studie versprechen sich 65 % der befragten 100 IT-Unternehmen eine positive Wirkung von der Etablierung eines Markenzeichens. Außerdem will der Verband die mittelständische Softwarebranche besser miteinander vernetzen und zudem ein Bewusstsein für die eigene Qualität schaffen.

„Software made in Germany“ soll ein Siegel für deutsche Programmier- und Servicequalität sein.

„Software made in Germany“ soll ein Siegel für deutsche Programmier- und Servicequalität sein.

Quelle: Bitmi

„Wir wollen, dass sowohl der Markt wie auch die Hersteller selbst wissen, dass hier hoch qualitative Software hergestellt wird“, betonte Hubschneider. Er ist überzeugt, dass sich in Deutschland entwickelte Softwareprodukte trotz ihrer Komplexität durch ihre laufende Weiterentwicklung auszeichnen.

Deutsche Software soll höheren Stellenwert bekommen

Damit lehnt sich das Siegel auch an die bekannte Qualitätsmarke „Made in Germany“ an, die deutsche Ingenieursleistungen verspricht und sich weltweit etabliert hat. Der Bitmi-Vizepräsident zeigte sich optimistisch: „Gerade jetzt – auch mit den neuen Technologien Cloud-Computing und Mobile Computing – ist die Zeit, in der dieses Ingenieurhafte, Deutsche sehr glaubwürdig ist. Und eine Software made in Germany erfüllt alle diese Anforderungen.“

Dabei ist zu beachten, dass bei diesem Siegel keine tiefergehende Prüfung der einzelnen Funktionen oder der Qualität der Software erfolgt, sondern es handelt sich lediglich um ein Leistungsversprechen. Ähnlich wie bei „Made in Germany“ liegt der Anspruch auf der überwiegend in Deutschland erbrachten Wertschöpfungskette.

Hubschneider definiert die Zielsetzung des Siegels wie folgt: „Hier geht es nur um die Community. Wir sind deutsche Softwarehersteller, die mit einem hohen Qualitätsanspruch, mit Support, Serviceleistungen, Zukunftsfähigkeit und Weiterentwicklung werben wollen.“

Service muss in Deutsch erfolgen

Ein Expertenbeirat aus fünf unabhängigen Mitgliedern überprüft formal die Kriterien. So muss beispielsweise die Dokumentation für ein Softwareprodukt deutsch oder zumindest englisch sein, der Service muss in Deutsch erfolgen, eine Wartung für die nächsten Jahre muss sichergestellt sein und das Unternehmen muss fünf Referenzen für Überprüfungszwecke namentlich benennen.

Das Siegel „Software made in Germany“ befindet sich mit diesen „weichen Kriterien“ also auf der obersten Ebene der Prüfungshierarchie, so Grün. „Es ist eine reine Selbstverpflichtung für die Unternehmen“, erklärte der studierte Wirtschaftsinformatiker. Der mittelständische Verband wolle mit dem Siegel eine pragmatische Lösung schaffen und keine große Hürde für die Unternehmen aufbauen.

Trotzdem verfehle es laut Grün seine Wirkung nicht. Das Siegel habe insofern einen Wert, dass der Siegelträger mit seiner Unterschrift für die Siegelkriterien bestätige, dass er die Rechte an dieser Software habe. „Das Ganze ist eine Urheberrechtsfrage und lässt zusätzlich das deutsche Vertragsrecht gelten“, erklärte der Bitmi-Präsident. Hubschneider ergänzte, dass es sich zudem positiv auf die Standortpolitik auswirke. „Das Siegel ist auf Produktverpackungen, es wird im Internet positioniert und die Unternehmen sind stolz darauf.“

Ob es inhaltlich auch etwas bringt, ist Experten zufolge eher fraglich. Der Industrieanalyst und Patentanwalt Rüdiger Spies steht dem Siegel jedenfalls kritisch gegenüber: „Die Nennung von 100 % Service als erstes Qualitätsmerkmal finde ich an sich schon fragwürdig. Denn das Gütesiegel sollte sich tatsächlich auf die Software beziehen und nicht auf einen Zusatzaspekt. Deshalb denke ich, dass die Initiative keine große Durchschlagskraft haben wird.“

Ein Beitrag von:

  • Nora Nuissl

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.