Krypto-News 13.06.2022, 12:24 Uhr

Bitcoin: Krypto-Crash – Milliardenverluste! Doch es gibt Grund zur Hoffnung

Bitcoin (BTC) und die Krypto-Märkte sehen sich gegenwärtig dem brutalsten Crash seit Langem gegenüber. Sowohl BTC als auch alternative Kryptowährungen müssen intensive Verluste hinnehmen, weitere Korrekturen drohen. Ein vielzitierter Analyst äußert sich aber dennoch optimistisch. Ergibt sich durch den Krypto-Crash jetzt eine Gelegenheit?

Wie geht es mit Bitcoin weiter? Foto: Panthermedia.net/nevarpp

Wie geht es mit Bitcoin weiter?

Foto: Panthermedia.net/nevarpp

Seit Wochen fehlt es den Krypto-Märkten an Dynamik – jetzt scheint sich das bearishe Momentum vollständig zu entfalten: Bitcoin und Altcoins befinden sich derzeit im Sinkflug, erleben den heftigsten Absturz seit Monaten. BTC beispielsweise, Kryptowährung Nummer 1 nach Marktkapitalisierung, musste innerhalb der letzten 24 Stunden 11,15% an Wert einbüßen: Das digitale Asset fiel zunächst von mehr als 28.000 Dollar auf unter 26.000 Dollar, dann in einem erneuten Rutsch auf unter 25.000 Dollar. Aktuell tradet die Krypto-Leitwährung bei 24.425 Dollar und wirkt schwach genug für einen erneuten Push gen $20K. Analysten sind sich allerdings uneins, ob es dazu kommt.

Außer Bitcoin hat sich auch die Gesamt-Krypto-Marktkapitalisierung unter ein kritisches Niveau zurückgezogen, sie fällt außerdem rapide weiter: Lediglich 985,07 Milliarden Dollar sind die Krypto-Märkte zurzeit wert – ein erschreckend schneller Rückgang von den 3 Billionen Dollar kumulierter Marktkapitalisierung, die Bitcoin und Co. noch im November 2021 markieren konnten. Doch warum stürzen die Märkte überhaupt ab? Über die Ursachen wird zwar noch spekuliert, kritisch für den Krypto-Crash dürften aber insbesondere die Zinserhöhungen in den USA gewesen sein. Der Dollar verteuert sich, die Anleiherenditen ziehen an. Hinzu kommen Inflationssorgen, Rezessionsängste, der Krieg in Osteuropa – all das setzt den Märkten zu. Nicht nur jenen für digitale Assets – auch die Aktienkurse stürzen weltweit ab.

Bitcoin zieht Altcoins mit nach unten

Der Krypto-Kapitalschwund zeigt sich natürlich nicht nur bei Bitcoin, sondern bei sämtlichen digitalen Assets – sie alle verlieren auf breiter Front. Ethereum (ETH) beispielsweise, die zweitwertvollste Kryptowährung, tradet nach Verlusten von mehr als 17% innerhalb der letzten 24 Stunden bei 1.210 Dollar – und damit nur um Haaresbreite über der kritischen $1k-Grenze. Chart-Experten sind sicher: Fällt ETH darunter, drohen erneut empfindliche Verluste. Ein Grundsatz, der derzeit für die meisten digitalen Währungen gilt – viele halten sich gerade so über ihrer Unterstützung. Zu den größten Verlierern bei den Altcoins zählen etwa NEXO Coin (NEXO) mit einem Minus von 27,7% seit gestern, Fantom Coin (FTM) mit -25,1% und Ethereum-Konkurrent Avalanche (AVAX) mit -20,7%. Davon abgesehen kommt es auf den Krypto-Märkten im Moment auch zu extremen Transaktionen: Wie der Krypto-Tracker „Whale Alert“ beispielsweise meldet, hat ein vermögender Investor gerade in einer einzigen Transaktion 10.000 BTC zu einer Krypto-Börse bewegt. Das entspricht umgerechnet 233.142.734 Euro – also mal eben einer Viertelmilliarde Dollar. Derart große Transaktionen hin zu Krypto-Börsen gelten gemeinhin als schlechtes Zeichen, denn: Sie legen Verkaufsabsichten nahe. Droht Bitcoin erneut abzustürzen?

Wird der Bitcoin weiter steigen?

Zahlreiche Analysten gehen davon aus, dass Bitcoin kurzfristig weiter korrigieren wird. Der pseudonyme Trader „CryptoDonAlt“ beispielsweise schreibt seinen mehr als 404.000 Twitter-Followern: Er hält einen Rückgang auf bis zu 20.000 Dollar für möglich. Sein Kollege DaanCrypto hingegen spricht bereits von „Hoffnung“, kommentiert: Den Charts zufolge könnte Bitcoin jetzt bereits seinen Tiefpunkt gefunden haben. Ebenfalls optimistisch äußert sich  der beliebte Top-Analyst Mike McGlone. Der Rohstoff-Spezialist von Bloomberg verneint einen Rückgang auf 20.000 Dollar zwar nicht – hält ihn aber für unwahrscheinlich. „Ich erwarte stattdessen, dass [Bitcoin] in den nächsten zwei Jahren wieder anzieht und dann die 100.000 Dollar erreicht. Es ist nur eine Frage der Zeit“, so McGlone.

Viele Anleger hatte bereits im Vorfeld der Mut verlassen: Der „Fear & Greed Index“ beispielsweise, ein Werkzeug zur Analyse der Anleger-Stimmung, stand schon Ende der auf „extreme Angst“. Viele erwarten einen neuen Crash, warten mit einer Investition ab. Lediglich zwei Altcoins demonstrierten vorübergehend Stärke: Cardano (ADA) und Chainlink (LINK). Beide konnten im gegenwärtig bearishen Marktumfeld am Freitag erst noch zulegen: Cardano etwa kommt auf ein Wochenplus von rund 15%, Chainlink verzeichnet satte 23,12% Gewinn. Kurstreiber bei beiden: Fortschritte in der Entwicklung der Coins. Doch auch Cardano fiel zuletzt um 8 %.

Noch am Freitagmorgen sah die Welt ein bisschen heller aus für Bitcoin: Da tradete die Währung nach einem Verlust von rund 1% innerhalb bei 30.321 Dollar. Die Krypto-Leitwährung bewegte sich damit im Tandem mit den Märkten: Die kommen gegenwärtig ebenfalls auf ein Minus von fast 1% seit gestern (Daten von Coinmarketcap.com), die Marktkapitalisierung liegt infolge bei 1,24 Billionen Dollar. Blockchain-Analyseunternehmen Glassnode kommentiert allerdings: Lediglich Bitcoin-Besitzer, die BTC seit weniger als 155 Tagen halten, sitzen jetzt auf Verlusten.

Doch nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten am Freitagnachmittag rauschte die Kryptowährung in den Keller. Der US-Dollar verteuerte sich kräftig, Anleiherenditen stiegen, Aktienkurse weltweit sackten ab. Die Verluste beim Bitcoin liegen inzwischen bei satten 13 %.

Wie werden sich die Krypto-Märkte in den nächsten Wochen entwickeln?

Was Analysten jetzt erwarten: Trading-Veteran Peter Brandt warnt derzeit vor weiteren Kurs-Rücksetzern auf den Krypto-Märkten – nicht nur bei Bitcoin. Auch Ethereum (ETH) läuft seiner Einschätzung nach Gefahr, erneut abzubauen. Zur Untermauerung seiner These zeigt Brandt einen Chart, auf dem Ethereum auf bis zu 1.268 Dollar fällt, sollte die Unterstützung bei 1.700 Dollar nicht halten. Das käme einem Verlust von fast 30% gleich.

Der pseudonyme Chartist „CryptoCapo“ hatte bereits im Vorfeld erwartet einen neuen Jahrestiefpunkt für BTC erwartet. Er warnte seine mehr als 335.000 Twitter-Follower: Verliert Bitcoin die Unterstützung bei 28.500 Dollar, stürzt der Coin in eine Abwärtsspirale, die ihn auf bis zu 21.000 Dollar bringt. „Sauberer Bruch des Range-Tiefs = letztes Bein nach unten bestätigt = $21.000-$23.000“, so CryptoCapo.

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PayPal integriert Bitcoin, Ethereum und andere Coins

Die Preisaktion auf den Krypto-Märkten langweilt zwar, zu spannenden Entwicklungen innerhalb der Branche kommt es dennoch. Jüngster Meilenstein in puncto Krypto-Adaption: Zahlungs-Riese PayPal weitet seine Krypto-Dienstleistungen aus. Kunden des Online-Bezahldienstes konnten Bitcoin und bestimmte andere Coins zwar bereits seit Oktober 2020 auf der Plattform kaufen, verkaufen und verwahren. Die Assets abzuheben und auf den eigenen Bitcoin-Wallet zu transferieren war jedoch nicht möglich, ebenso wenig wie die Überweisung von einem externen Wallet aufs PayPal-Konto. Das hat sich nun geändert. Ab sofort können US-Kunden des Unternehmens Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC) und Bitcoin Cash (BCH) auf Paypal übertragen sowie die Kryptowährungen aus der Plattform heraustransferieren. Und das völlig gebührenfrei.

„Diese Funktion wurde von den Nutzern immer wieder als eine der am meisten gewünschten Verbesserungen genannt, seit wir den Kauf von Krypto auf unserer Plattform anbieten“, so PayPal in einem Statement.

Für Bitcoin und Co. ist der Schritt bullish – schließlich nutzen weltweit mehr als 350 Millionen Menschen die Plattform. Wann die Funktion nach Deutschland kommt, ist derzeit zwar unklar. Allerdings testet PayPal neue Funktionen grundsätzlich erst im Heimatmarkt USA, bevor sie weltweit eingeführt werden.

Ein Beitrag von:

  • Jannis Grunewald

    Jannis Grunewald ist Autor mit Fokus auf Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Er schreibt News, Analysen und Prognosen über digitale Assets, beschäftigt sich darüber hinaus mit den Entwicklungen der Branche.

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