Selbst aufbereitetes Uran 06.11.2017, 12:44 Uhr

Saudi-Arabien will 17 Kernkraftwerke in nur 15 Jahren bauen

Saudi-Arabien, eines der erdölreichsten Länder der Welt, setzt für die Energieversorgung der Zukunft vor allem auf Kernenergie. Das hat die Regierung jetzt auf einer Konferenz der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA in Abu Dhabi bekannt gegeben. Dabei will das autokratische Saudi-Arabien in den nächsten 15 Jahren nicht nur 17 Kernkraftwerke bauen, sondern auch das Uran selbst produzieren.

Ölförderung in Khurais, 160 Kilometer entfernt von der saudischen Hauptstadt Riad: Saudi-Arabien will auf Kernkraft umsteigen, um seine Ölreserven zu schonen.

Ölförderung in Khurais, 160 Kilometer entfernt von der saudischen Hauptstadt Riad: Saudi-Arabien will auf Kernkraft umsteigen, um seine Ölreserven zu schonen.

Foto: Ali Haider/dpa

„Die Produktion von Uran in unserem Königreich ist der erste Schritt auf dem Wege zur vollständigen Selbstversorgung des Landes mit nuklearem Brennstoff“, erklärte Hashim bin Abdullah Yamani, Leiter der saudischen Regierungsbehörde für nukleare Planung KACARE. Laut Yamani weisen die umfangreichen Uranvorkommen in Saudi Arabien eine Qualität auf, die die Ausbeutung besonders wirtschaftlich mache.

Die Behörde schätzt, dass schon bald jährlich 60.000 Tonnen Uran-Erz gefördert und anschließend aufbereitet werden könnten. Binnen zwölf Monaten will das Land die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen für den Aufbau einer eigenständigen Kernwirtschaft schaffen.

Auf einer Konferenz in Dubai hat Saudi-Arabien seine künftige Energiepolitik vorgestellt. Da der Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen stockt, setzt das Land nun voll auf Kernenergie.

Auf einer Konferenz in Dubai hat Saudi-Arabien seine künftige Energiepolitik vorgestellt. Da der Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen stockt, setzt das Land nun voll auf Kernenergie.

Quelle: KACARE

Saudi-Arabien will 17 Kernkraftwerke bauen

Da der Bau von Kernkraftwerken deutlich länger dauert als der Aufbau der Uran-Produktion, sollen laut Yamani so rasch wie möglich die ersten Aufträge für den Bau von Kernkraftwerken vergeben werden. Dabei verhandelt die saudische Energiebehörde gegenwärtig mit Kernkraftwerksbauern in den USA, in Russland und in China. Auf der Konferenz in Abu Dhabi wurde von mehreren Teilnehmern darauf hingewiesen, dass offensichtlich keine japanischen Kernkraftwerksangebote vorlägen oder angefordert worden seien. Fragen dazu wurden von den Saudis nicht beantwortet.

Für den Start des saudischen Kernenergieprogramms sollen zunächst Aufträge für zwei Kraftwerke vergeben werden. Bis 2032 will das Land 17 Kernkraftwerke mit einer Kapazität von 17,6 Gigawatt bauen.

Straßenverkehr in der saudischen Hauptstadt Riad: Das Land will in den nächsten 15 Jahren 17 Kernkraftwerke bauen und auch Uran selbst fördern und aufbereiten.

Straßenverkehr in der saudischen Hauptstadt Riad: Das Land will in den nächsten 15 Jahren 17 Kernkraftwerke bauen und auch Uran selbst fördern und aufbereiten.

Quelle: Arno Burgi/dpa

Saudis wollen Kernkraft nur zivil nutzen

Das saudische Atomprogramm ist laut Yamani zivil ausgelegt, eine militärische Nutzung sei nicht geplant. Mit dieser Feststellung ging Yamani auf Hinweise und Fragen zum umstrittenen iranischen Kernenergieprogramm ein.

In den unmittelbar an das Land grenzenden, ebenfalls sehr öl-und gasreichen Vereinigten Arabischen Emiraten soll das erste Kernkraftwerk schon im kommenden Jahr ans Netz gehen. Bislang will das Land aber nicht die nennenswerten eigenen Uranerzvorkommen als Rohstoffquelle nutzen.

Nicht nur Saudi-Arabien setzt massiv auf Kernkraft. China will bis 2040 sogar 130 neue Atomanlagen bauen. Und auch Großbritannien hat sich entschlossen, seine Atomkraftkapazitäten auszubauen und investiert 21 Milliarden Euro in die Kernanlage in Hinkley Point

21 Milliarden Euro sollen die beiden Reaktoren des britischen Kernkraftwerkes Hinkley Point C kosten. Ein Teil des Geldes kommt aus China.

21 Milliarden Euro sollen die beiden Reaktoren des britischen Kernkraftwerkes Hinkley Point C kosten. Ein Teil des Geldes kommt aus China.

Quelle: EDF

Von Peter Odrich
Von Peter Odrich

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Borsig Process Heat Exchanger GmbH-Firmenlogo
Borsig Process Heat Exchanger GmbH Berechnungsingenieur (m/w/d) Berlin
Viessmann Group-Firmenlogo
Viessmann Group Vertriebsingenieur (m/w/d) im Bereich Energie- oder Versorgungstechnik / TGA / Energiewirtschaft Mörfelden-Walldorf
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Bauingenieur*in / Umweltingenieur*in als Betriebshofleitung (m/w/d) München
Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau-Firmenlogo
Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Ingenieurtechnischen Projektmanager (m/w/d) in der Abteilung Umwelt- und Sicherheitscontrolling Schkopau
Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau-Firmenlogo
Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau Projektmanager Vertragsmanagement und Maßnahmenüberwachung (m/w/d) in der Abteilung Umwelt- und Sicherheitscontrolling Schkopau
Universitätsklinikum Jena-Firmenlogo
Universitätsklinikum Jena Mitarbeiter (m/w/d) für das Projekt FastAlert Jena
Stuttgarter Straßenbahnen AG-Firmenlogo
Stuttgarter Straßenbahnen AG Ingenieur Elektrotechnik (m/w/d) für Betriebsanlagen der Stromversorgung Stuttgart
A. Eberle GmbH & Co. KG-Firmenlogo
A. Eberle GmbH & Co. KG Technischer Support Spezialist (w/m/d) – Spannungsregelungs- / Kommunikations- / Fernwirktechnik für Energieversorger Nürnberg
ATP Planungs- und Beteiligungs AG-Firmenlogo
ATP Planungs- und Beteiligungs AG Projektleitung (m/w/d) HKLS Hamburg
Bayernwerk AG-Firmenlogo
Bayernwerk AG Leiter Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umwelt (HSE) (w/m/d) Regensburg, München

Alle Energie & Umwelt Jobs

Top 5 Energie

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.