Forschungszentrum Jülich 30.07.2025, 17:30 Uhr

Neuer Katalysator: Effizienzsteigerung durch Synergie

Neuer Schwung für die Wasserstoffwirtschaft: Forschende haben einen Katalysator vorgestellt, der die Vorteile bestehender Verfahren zusammenführt. Welches Potenzial in diesem Ansatz steckt, zeigt der aktuelle Durchbruch rund um das wertvolle Metall Iridium.

Katalysator

Neu entwickelte, deutlich effektivere Katalysatoren dienen als Schlüssel für grünen Wasserstoff.

Foto: Smarterpix/Banchaphoto

Einem Team des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen ist es gelungen, einen Katalysator-Ansatz zu etablieren, der bisherige Grenzen bei Aktivität und Stabilität deutlich verschiebt. Grundlage ihrer Entwicklung ist das Edelmetall Iridium, das sie gezielt so einsetzten, dass es im Labormaßstab eine fünfmal höhere katalytische Leistungsfähigkeit gegenüber bekannten Systemen erreichte. Besonders bemerkenswert ist, dass sie mit einer über mehrere Tage anhaltenden Stabilität einhergeht – eine Kombination, die bis dato als nur schwer vereinbar galt. Die neu erzielten Resultate versprechen, die Knappheit und die hohen Kosten von Iridium künftig besser auszugleichen und damit grünen Wasserstoff als Speicherung der Energie zukunftsfit zu machen.

Katalysatoren als Schlüssel für Wasserstoff

Die Bedeutung eines effizienten Katalysators zeigt sich vor allem angesichts der Rolle von Wasserstoff als Energieträger im künftigen Energiesystem. Um klimaneutralen Wasserstoff transportieren und speichern zu können, sind geeignete Trägerverbindungen gefragt, in die sich das Gas einbinden lässt. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, ihn bei Bedarf wieder freizusetzen. Moleküle wie Ammoniak, Methanol oder Ameisensäure dienen als Wasserstoff-Träger, ein gut zugeschnittener Katalysator ermöglicht sowohl seine Bindung als auch Freisetzung.

Die Kunst besteht darin, unter allen verfügbaren Katalysator-Typen denjenigen zu wählen oder zu konstruieren, der hohen Ansprüchen an Effizienz und Praxistauglichkeit gerecht wird. Während sogenannte heterogene Katalysatoren als Feststoffe chemische Prozesse vereinfachen, bieten homogene Katalysatoren die Chance auf größere Aktivität und Kontrolle. Die Stärken und speziellen Eigenschaften der beiden Techniken konnten bislang schwer vereint werden.

Synergien durch den neuen Katalysator-Ansatz

Das zentrale Novum des Jülicher-Aachener Ansatzes liegt in der konsequenten Verknüpfung von homogener und heterogener Katalyse. Bei der homogenen Katalyse befinden sich sowohl Katalysator als auch Reaktanden im selben Aggregatzustand, etwa flüssig oder gasförmig. Dies begünstigt selektive Reaktionen. Dagegen zeichnet sich die heterogene Variante durch eine leichtere Trennung von Katalysator und Produkten aus, was die Kosten verringert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vereinten beides durch die Einbettung von Iridium in eine polymerbasierte Struktur.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
TechnoCompound GmbH-Firmenlogo
Produktionsingenieur:in (m/w/d) TechnoCompound GmbH
Bad Sobernheim Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Abteilungsleitung Kläranlage Prozessführung Abwasser (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für das Bauprojektmanagement Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Messe Berlin GmbH-Firmenlogo
Teamleiter:in (m/w/d) Einkauf für Bau- und Planungsleistungen Messe Berlin GmbH
Ruhrbahn GmbH-Firmenlogo
Referent (w/m/d) Multiprojektmanagement Ruhrbahn GmbH
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Elektrotechnik und Sensorik (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
Wissenschaftliche:r Koordinator:in der Graduiertenschule HITEC im Bereich Energie- und Klimaforschung (w/m/d) Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall-Firmenlogo
Gebäude- / Versorgungstechnikingenieur / Maschinenbauingenieur / Projektmanager Bau (w/m/d) Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall, Tauberbischofsheim, Niederstetten Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
HIC Consulting GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter / Ingenieur Fernwärme (m/w/d) HIC Consulting GmbH
Hamburg, Linau Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Explosionsschutz TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Frankfurt am Main-Höchst Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Grundsätze / Qualitätssicherung KIB Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster, Gelsenkirchen Zum Job 
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Pero AG-Firmenlogo
Sales Engineer (m/w/d) Pero AG
Königsbrunn, remote Zum Job 
Staatliches Bauamt Nürnberg-Firmenlogo
Projektleitung (m/w/d) mit Schwerpunkt Bauleitung Staatliches Bauamt Nürnberg
Nürnberg Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 

Die Innovation besteht nun darin, die Vorteile beider Welten auf einen Katalysator zu übertragen: Mit dem entwickelten Polymer, das die Terpyridin-Struktur enthält, sind die Iridium-Ionen fest eingebunden. Auf diese Weise fungiert jeder Iridium-Atomplatz als hochaktives Zentrum. Diese Lösung kombiniert hervorragende katalytische Wirkung mit hoher praktischer Abtrennbarkeit und ebnet so den Weg zu nachhaltigen Anwendungen.

Katalysator-Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Fokus

Das ausgewählte Bindemolekül Terpyridin hält das Iridium dauerhaft fest und sorgt so für Stabilität und Wiederverwendbarkeit. Dadurch lässt sich das Iridium nach der Reaktion rasch und einfach zurückgewinnen. Diese Eigenschaft ist besonders im Hinblick auf den extrem hohen Preis von Iridium eine zentrale Stärke des neuen Systems. Die Möglichkeit, das Katalysatormaterial mehrfach zu nutzen und ressourcenschonend einzusetzen, ist ein wichtiger Schritt für die Wirtschaftlichkeit der Technologie.

Neben der großen Aktivität des neuen Katalysators konnte das Team dessen Einsatzfähigkeit auch über mehrere Tage nachweisen. Langfristige Stabilität und hohe Effektivität waren bislang selten gemeinsam zu erzielen. Nach der Vorstellung der Forschenden könnte diese Innovation dazu beitragen, grünen Wasserstoff gezielter verfügbar und wirtschaftlicher zu machen – ein entscheidender Impuls für die Energiewende.

Nächste Entwicklungsschritte für den Katalysator

Mit dem jetzigen Stand sind die Möglichkeiten jedoch längst nicht ausgeschöpft. Ein wichtiger nächster Schritt ist die Skalierung des Reaktors vom Labormaßstab hin zu größeren, praxistauglichen Anwendungen. Außerdem gibt es Überlegungen, das teure Iridium durch günstigere, aber ebenfalls effektive Metalle zu ersetzen. Wasserstoffspeicher-Moleküle könnten hinzukommen, um die Flexibilität und Alltagstauglichkeit des Katalysators weiter zu steigern.

Katalysator als Motor für grüne Technologien

Erste Versuche, Wasserstoff mithilfe des neu entwickelten Iridium-Katalysators aus Ameisensäure zu gewinnen, verliefen sehr erfolgreich. Nach Ansicht der beteiligten Forschenden eröffnet der neuartige Katalysator ein bislang nicht mögliches Einsparpotenzial für kritische Rohstoffe und stärkt auf diese Weise die Einsatzmöglichkeiten für grünen Wasserstoff als Schlüsselbestandteil einer klimafreundlichen Energiezukunft. Die Arbeit der Teams von Jülich und Aachen erscheint im Fachjournal EES Catalysis.

Ein Beitrag von:

  • Anke Benstem

    Anke Benstem ist freie Journalistin, Buchautorin und Texterin. Sie gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Klima und Umwelt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.