Grassroots Cactivism 01.10.2015, 15:12 Uhr

Kaktus-Plantage als Helfer gegen Kaliforniens Dürre

Im Kampf gegen Kaliforniens notorische Wasserknappheit könnten Kakteen die Dürre mildern. Der Feigenkaktus, den die Architektin Ali Chen großflächig anbauen will, speichert nicht nur Wasser, sondern reinigt es auch. Essbar ist die stachelige Frucht ebenfalls – für Mensch und Tier.

"Grassroots Cactivism“ ist nicht nur eine Kakteen-Farm, sondern gleich ein ganzes Zentrum mit einer Wasseraufbereitungsanlage, Futtermittelherstellung und einem Besucherzentrum mit Restaurant und Infomöglichkeiten. 

"Grassroots Cactivism“ ist nicht nur eine Kakteen-Farm, sondern gleich ein ganzes Zentrum mit einer Wasseraufbereitungsanlage, Futtermittelherstellung und einem Besucherzentrum mit Restaurant und Infomöglichkeiten. 

Foto: Ali Chen

Dem Dauerproblem im Sonnenstaat Kalifornien – der extremen Trockenheit – ist äußerst schwierig beizukommen. Zwar hat Gouverneur Jerry Brown der Bevölkerung im Frühjahr verordnet, den Wasserverbrauch um 25 % zu reduzieren, aber nach wie vor werden 80 % des verfügbaren Wassers von der Landwirtschaft genutzt und zwar hauptsächlich in der Viehhaltung. Archinect, das Online-Magazin für Architektur und Design, hat kürzlich versucht, mit dem Wettbewerb „Dry Futures“ Ideen gegen die Wasserknappheit zu sammeln. Gewonnen hat die Architektin Ali Chen mit ihrem Plan einer Kaktus-Plantage.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
INOTEC GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Nahrungsmittelindustrie INOTEC GmbH
Reutlingen Zum Job 
Bühler Motor GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Vorentwicklung - Mechatronische Systeme Bühler Motor GmbH
Nürnberg Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Verfahrenstechnik, Pharmatechnik Dohm Pharmaceutical Engineering
Mannheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Prüfingenieure (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Ulm, Ludwigshafen am Rhein Zum Job 
MAXIMATOR GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur / Sales Engineer (m/w/d) Schwerpunkt Wasserstofftechnik MAXIMATOR GmbH
Sinsheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Ingenieur Verfahrenstechnik, Pharmatechnik, Prozesstechnik, TGA, Bauwesen (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Leverkusen Zum Job 
ASK GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) im Bereich Automatisierung und Steuerungstechnik ASK GmbH
Wolfenbüttel bei Braunschweig Zum Job 
RheinEnergie-Firmenlogo
Gruppenleiter Maschinen- und Verfahrenstechnik (m/w/d) RheinEnergie
Köln (Niehl) Zum Job 
WACKER-Firmenlogo
Procurement Manager (m/w/d) CSA / Bauleistungen WACKER
Burghausen Zum Job 
EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Straßen- und Tiefbau EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
Eurovia Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Asphaltstraßenbau Eurovia Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Junior Technical Business Manager (m/w/d) agap2 - HIQ Consulting GmbH
Frankfurt am Main, München, Mannheim Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur:in Automatisierungs- & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Mannheim, Frankfurt oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Bausachverständiger Immobilien (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Testingenieur:in Mechatronik & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Großraum Frankfurt am Main, Mannheim oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Experte Digitale Markenführung (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
SAP & Salesforce Service Manager (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Sachverständiger Umweltschutz & Emission (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Karlsruhe Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Fachkraft Arbeitssicherheit & Gesundheit (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Oberfranken, Oberpfalz Zum Job 

Feigenkaktus stammt aus Mexiko und ist dort ein beliebtes Lebensmittel

Ihr „Grassroots Cactivism“ ist nicht nur eine Kakteen-Farm, sondern gleich ein ganzes Zentrum mit einer Wasseraufbereitungsanlage, Futtermittelherstellung und einem Besucherzentrum mit Restaurant und Infomöglichkeiten. Die Idee von Ali Chen, die an der University of Southern California studierte, basiert auf der Nutzung des Nopal- oder Feigenkaktus.

Die Kakteenart stammt aus Mexiko, wo sie auch in der Küche und als Heilpflanze verwendet wird. Die Nopales werden bis zu sieben Meter hoch und 50 Jahre alt und fühlen sich bei einer Temperatur zwischen 30 und 40 °C auf Vulkan- oder Kalkgestein wohl. Der Kaktus kommt nicht nur mit extrem wenig Wasser aus, er speichert und filtert es außerdem.

Auf Ali Chens Kaktus-Plantage gibt es deshalb neben den riesigen kreisförmigen Anbaugebieten für den Nopal auch Aufbereitungsanlagen für Abwasser. 

Auf Ali Chens Kaktus-Plantage gibt es deshalb neben den riesigen kreisförmigen Anbaugebieten für den Nopal auch Aufbereitungsanlagen für Abwasser. 

Quelle: Ali Chen

Auf Ali Chens Kaktus-Plantage gibt es deshalb neben den riesigen kreisförmigen Anbaugebieten für den Nopal auch Aufbereitungsanlagen für Abwasser. Dort wird der Schleim des Feigenkaktus in Bio-Reaktoren eingesetzt, um das Wasser zu reinigen. Das geerntete Fruchtfleisch wird außerdem für zwei Verwendungszwecke geteilt: zum einen als menschliches Nahrungsmittel und zum anderen als Futtermittel für Tiere.

Auf der Kaktus-Farm soll es auch Kochkurse geben

In den USA ist der Feigenkaktus im Gegensatz zu Mexiko als Nahrungsmittel noch nicht weit verbreitet. Das soll sich mit der Kaktus-Farm ändern, denn hier wird der Besucher die verarbeitete Frucht nicht nur kaufen können. Ali Chen plant auch Restaurants, Kochkurse und andere Annehmlichkeiten, die man in einem Kurzbesuch, aber auch während eines Spa-Aufenthaltes nutzen kann.

„Das Ziel ist, die Verwendung von Kakteen in der Küche bekannter zu machen, die Forschung und Verbreitung voranzutreiben. So kann man langsam die Nachfrage nach Kakteen steigern und andere, wasserintensive Gemüse- und Futtersorten durch sie ersetzen.” Ob der Plan von Ali Chen jemals aufgehen könnte, bleibt vorerst ungewiss. Denn den ersten Preis im Wettbewerb Dry Futures hat die junge Architektin in der Kategorie „Spekulativ“ gewonnen.

Das Grassroots-Cacivism-Programm auf einen Blick.

Das Grassroots-Cacivism-Programm auf einen Blick.

Quelle: Ali Chen

Daneben gab es auch noch die Wettbewerbskategorie „Pragmatisch“. Die konnte Lujac Desautel, ein Designer aus San Francisco für sich entscheiden. Desautel entwarf die „Liquifying Aquifers“, ein großflächiges Bewässerungssystem für das San Fernando Valley, den Talkessel an der südkalifornischen Pazifikküste. Desautel will das Tal mit zahlreichen Entwässerungsgräben durchziehen und damit beispielsweise den Tujunga Wash anzapfen, einen 20 km langen Kanal, der als Hochwasserkontrolle dient. Die Menschen im San Fernando Valley sollen eine neue Wasser-Infrastruktur bekommen. Desault stellt sich das Tal vor „wie eine riesige Badewanne mit mehreren Abflüssen“.

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.