Puffer für Windstrom 18.10.2016, 09:57 Uhr

Ein Steinhaufen wird zur Batterie

In Hamburg werden Stromanbietern demnächst extra Steine in den Weg gelegt. Was das soll? Die Steine sollen überschüssigen Strom speichern, nachdem er in hochwertige Wärme umgewandelt wurde. Bei Bedarf wird die heiße Energie in Strom zurückverwandelt.

Siemens baut gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom. Er besteht aus Natursteinen, die wärmeisoliert werden.

Siemens baut gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom. Er besteht aus Natursteinen, die wärmeisoliert werden.

Foto: Siemens

Siemens baut gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom, der konkurrenzlos günstig ist. Die elektrische Energie wird in heiße Luft umgewandelt, die einen schlichten Haufen Natursteine auf eine Temperatur von mehr als 600 °C erhitzt. Damit die Wärme nicht verlorengeht ist der Speicher optimal wärmeisoliert.

Um die gespeicherte Energie bei Strommangel zu nutzen, wird Luft durch die Schüttung gepresst. Sie erhitzt sich und gibt ihre Energie in einem Wärmetauscher an einen Wasser-Dampf-Kreislauf ab. „Weil wir hier mit erprobten thermischen Komponenten und einer seriengefertigten Dampfturbine arbeiten, können wir innerhalb weniger Jahre eine praxistaugliche Lösung anbieten“, sagt Siemens Projektleiter Till Barmeier. Denn der erzeugte Dampf hat die gleichen Eigenschaften wie der in einem Kohlekraftwerk.

Besser als Wasser und Flüssigsalz

Wasser und flüssiges Salz speichern pro Volumeneinheit zwar mehr Energie. Doch Steine haben entscheidende Vorteile: Sie lassen sich im Gegensatz zu Wasser drucklos auf die gewünschte Temperatur bringen. Mit Salz wiederum lassen sich nur relativ niedrige Temperaturen erreichen, die ausschliesslich in teuren Spezial-Turbogeneratoren genutzt werden können.

Speicher für 36 Megawattstunden

Bereits experimentiert haben die Entwickler an einem wärmeisolierten Steinhaufen in Hamburg-Bergedorf. Sie wollten herausfinden, wie er sich erhitzen lässt und wie die gespeicherte Wärme wieder ausgekoppelt werden kann. Die gespeicherte Wärmeenergie wird dort noch nicht zu Stromerzeugung genutzt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Hochschule Merseburg-Firmenlogo
Professur (W2): Automatisierungstechnik Hochschule Merseburg
Merseburg Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Produktmanager (w/m/d) für Systementwicklung iCAS DFS Deutsche Flugsicherung
Langen bei Frankfurt Zum Job 
WBS TRAINING AG-Firmenlogo
Schweißlehrer:in für WIG, MIG/MAG und E-Hand (m/w/d) WBS TRAINING AG
Dresden Zum Job 
M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur/in - Technische Projektierung / Presales Engineering (m/w/d) mit Schwerpunkt keramische Hochtemperatur-Isolationstechnik M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH
TenneT TSO-Firmenlogo
Parametrierer Stationsleittechnik (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung von Lärmschutz- und Brückenbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automatisierungstechniker (m/w/d) im Bereich Sondermaschinenbau Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz Zum Job 
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Tech Lead (m/w/d) Electric Powertrain / Elektromotoren Jungheinrich Aktiengesellschaft
Norderstedt Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Sales Manager (m/w/d) für schlüsselfertige Gewerbeimmobilien GOLDBECK West GmbH
aedifion GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker Gebäudeautomation (w/m/d) aedifion GmbH
Köln und Umgebung Zum Job 
Stadt Leonberg-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) für den Bereich Kanal- und Gewässerbau Stadt Leonberg
Leonberg Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Der in Hamburg entwickelte thermische Speicher für Windenergie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Siemens, Hamburg Energie und der TUHH. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Forschung.

Der in Hamburg entwickelte thermische Speicher für Windenergie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Siemens, Hamburg Energie und der TUHH. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Forschung.

Quelle: Siemens

Nachdem diese Tests erfolgreich abgeschlossen werden konnten, steht jetzt der Bau eines kompletten Speichers auf dem Gelände der Aluminiumhütte Trimet in Hamburg-Altenwerder auf dem Programm. Im Herbst nächsten Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen. Geplant ist ein Behälter mit einem Volumen von 2000 Kubikmetern. Darin lassen sich 36 MWh speichern. Das ist zwar nur der durchschnittliche Jahresstromverbrauch von zehn Haushalten. Doch der Speicher kann Dutzende oder gar mehr als 100 Mal pro Jahr aufgeladen und in Schwachstromzeiten wieder genutzt werden.

Batterien sind viel teurer

Die derzeit größten Puffer für überschüssigen Strom sind Pumpspeicherkraftwerke. Wasser wird in ein hoch gelegenes Becken gepumpt, wenn es an Verbrauchern fehlt. In Schwachstromzeiten stürzt es wieder zu Tal und treibt dabei Turbogeneratoren an. Eine weitere Möglichkeit ist die Zwischenspeicherung in Batterien, die allerdings sehr teuer sind. Trotzdem rentieren sie sich, denn die Netzbetreiber zahlen in Schwachstromzeiten schon mal mehr als einen Euro pro kWh. An der Börse kostet Strom dagegen meist weniger als vier Cent pro kWh.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.