Speicher inklusive 18.08.2017, 07:49 Uhr

Diese SolarPads sorgen überall für genügend Strom

Revolution auf dem Solarmarkt? Aus den USA kommt die Idee, ein Solarpanel mit Ständer einfach auf die Terrasse oder in den Garten zu stellen und Strom zu produzieren. SolPad heißt die Anlage. Sie soll narrensicher sein und sogar als Hotspot für eine Internetverbindung sorgen.

Mit dem SolPad soll man künftig Strom an jedem Ort produzieren können, an dem die Sonne scheint. Die Module haben sogar einen Energiespeicher. Ende 2017 kommen die mobilen Module auf den Markt.

Mit dem SolPad soll man künftig Strom an jedem Ort produzieren können, an dem die Sonne scheint. Die Module haben sogar einen Energiespeicher. Ende 2017 kommen die mobilen Module auf den Markt.

Foto: SolPad

Man nehme ein flaches Gerät von der Größe eines handelsüblichen Fernsehers, stelle es irgendwo auf, schließe es mit einem gewöhnlichen Netzkabel ans Stromnetz an und gewinne Solarenergie für das ganze Haus. Ohne komplexe Verkabelung, ohne großen Wechselrichter, der irgendwo an die Wand muss, und gesteuert über eine App. Sonnenenergie für alle, immer und überall. Klingt super? Ist es vielleicht auch. Der Anbieter müsste nur noch ein paar „klitzekleine“ Fragen beantworten.

Mehrere Module lassen sich einfach per Netzwerkkabel verbinden und damit Leistung und Speicherkapazität steigern.

Mehrere Module lassen sich einfach per Netzwerkkabel verbinden und damit Leistung und Speicherkapazität steigern.

Foto: SolPad

Hinter dem so genannten SolPad, das noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll, steckt ein Unternehmen, dessen Gründer und Chef Christopher Estes bisher keine Größe in der Solartechnikszene war. Sitz der Firma ist Mountain View im Silicon Valley.

Vorreiter der Feststoff-Batterie?

Zu den schon genannten Bestandteilen der Solaranlage kommt nur noch ein zigarettenschachtelgroßes Gerät, das wie ein Reiseadapter zwischen Netzkabel und Steckdose gesteckt wird. Ist die Anlage installiert, kann sie Solarenergie nicht nur produzieren, sondern auch für künftigen Bedarf speichern. Möglich werde dies durch eine Feststoffbatterie, die für den Solareinsatz optimiert wurde. Diese sei nicht nur erheblich sicherer als die herkömmliche Lithium-Ionen-Technik, sondern auch haltbarer.

Über ein Adapter, das einfach in die Steckdose gesteckt wird, kann auch Strom ins Netz eingespeist werden. Dazu verfügt das System über einen Wechselrichter, der nach Bedarf Gleich- und Wechselspannung erzeugt.

Über ein Adapter, das einfach in die Steckdose gesteckt wird, kann auch Strom ins Netz eingespeist werden. Dazu verfügt das System über einen Wechselrichter, der nach Bedarf Gleich- und Wechselspannung erzeugt.

Foto: SolPad

Feststoffbatterien werden schon seit ein paar Jahren als die Zukunft der Speichertechnologie gehandelt. Mit dem praktischen Einsatz in der Solartechnik wäre Estes allerdings ganz weit vorne. In der Autoindustrie, wo ihr Einsatz besonders interessant wäre, zeichnet sich die Markteinführung erst so langsam ab. Dass ausgerechnet ein kleines Start-up aus Kalifornien hier einen Durchbruch erzielt haben soll, ist nicht undenkbar, aber auch nicht sehr wahrscheinlich.

Die Batterie hat eine Speicherkapazität von 600 Wattstunden. Diese soll reichen, um beispielsweise 60 Digitalkameras oder 60 Smartphones gleichzeitig aufzuladen, einen Kühlschrank zehn Stunden mit Strom zu versorgen oder zwölf Stunden TV zu schauen. Und so wird das SolPad in der Fachpresse schon richtig gehypt.

Dank der schlanken Bauweise und des geringen Gewichtes von gut elf Kilogramm lassen sich die Module stets Richtung Sonne ausrichten.

Dank der schlanken Bauweise und des geringen Gewichtes von gut elf Kilogramm lassen sich die Module stets Richtung Sonne ausrichten.

Foto: SolPad

Strom für die ganze Welt

Zweiter großer Vorzug des Systems ist nach Firmenangaben ein patentierter Wechselrichter namens „flexgrid“. Für die Umwandlung von Gleich- in Wechselspannung habe man damit ein „wirklich einzigartiges und intelligentes Design“ entwickelt, sagt Estes. Die Technik erkenne automatisch, ob Sonne zur Verfügung steht oder die Energie aus dem gewöhnlichen Netz entnommen werden müsse.

Lass uns rocken: An jedem Ort, wo Strom gebraucht wird, lassen sich die mobilen Solarmodule als Stromlieferant einsetzen.

Lass uns rocken: An jedem Ort, wo Strom gebraucht wird, lassen sich die mobilen Solarmodule als Stromlieferant einsetzen.

Foto: SolPad

Die Leistung des SolPad soll weitaus größer sein als die vergleichbarer Anlagen. Allerdings sagt der Hersteller ja auch, dass es eigentlich keine vergleichbaren Anlagen gibt. Denn erst mit SolPad werde „ein eigenständiges Mikrosolarenergienetz“ entstehen, das vielfältigste Zwecke erfüllt: für Freizeitaktivitäten zuhause, als Notstromversorgung für kleinere Häuser, als Aggregat für Boote oder Wohnmobile. Nebenbei soll die Technologie Milliarden Menschen in weniger entwickelten Wirtschaften mit Strom und Internet versorgen.

Vorbestellung schon möglich

Große Worte, natürlich. Gemessen wird dann an den Taten, die noch in diesem Jahr folgen sollen. Allerdings braucht Estes noch Investoren, um in die Serienproduktion einsteigen zu können. Vorbestellen kann man sein SolPad aber schon jetzt, mit einem Nachlass von 200 Dollar auf den Preis von 1.995 US-Dollar. Ausgeliefert wird zum Jahresende.

Überwacht und gesteuert werden die Module per Smartphone oder Smartwatch.

Überwacht und gesteuert werden die Module per Smartphone oder Smartwatch.

Foto: SolPad

Mobile Solarpanels setzt auch ein Zelthersteller ein: Kleine Paneele lassen sich am Zelt montieren und sorgen für Strom auf dem Campingplatz.

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