Energieeffizienz 25.03.2011, 19:52 Uhr

Dampf ablassen mit Gewinn

Industrielle Prozesse mit besserer Energieausbeute zu betreiben, ist eines der Highlights der diesjährigen Hannover Messe. Eines der nahezu klassischen Beispiele dafür ist, Dampf in Strom umzuwandeln. Allerdings war das bisher zu vertretbaren Kosten nur bei höheren Drücken möglich. Ein neuer Anbieter kann schon wenige hundert Millibar Überdruck zur Stromproduktion nutzen.

Dampf wird bei vielen industriellen Prozessen frei, oft wird er auch benutzt, um Energie zu erzeugen. Doch nicht immer lohnt eine Dampfturbine. Manchmal sind die Drücke zu gering, manchmal die Dampfmengen zu mickrig – beispielsweise wenn Prozessdampf bereits durch einen Dampfdruckmotor geleitet wurde und nun nur noch die Reste verwertet werden können.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Gruppenleiter (m/w/d) Konstruktion Stahlbrücken Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Infrastrukturprojekte Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
IT-Systemingenieur*in Leitsysteme Busbetrieb Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleitung (m/w/d) "Technische Projekte" Allbau Managementgesellschaft mbH
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Mobilität / Verkehr THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Projektleiter:in für große Investitionsprojekte (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung-Firmenlogo
Planungskoordinator (m/w/d) im Projekt Zukunftsquelle Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung
Stuttgart Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Architect (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Leitende:r Ingenieur:in der technischen Betriebsführung / Klärwerk Wansdorf (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe
Schönwalde-Glien Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
FCAS2023 Flight Simulation Integration Engineer (d/f/m) Airbus
Manching Zum Job 
Cycle GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur für Elektronik (m/f/d) Cycle GmbH
Hamburg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich verfahrenstechnischer Anlagenbau (Chemie und Pharma) THOST Projektmanagement GmbH
Nürnberg,Hannover,Berlin,Leipzig,Hamburg Zum Job 
Mitscherlich PartmbB-Firmenlogo
Patentingenieur (w/m/d) Fachrichtung Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Maschinenbau oder vergleichbar Mitscherlich PartmbB
München Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Elektrotechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen,Lingen (Ems) Zum Job 
newboxes GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Produktentwicklung (m/w/d) newboxes GmbH
Deutschlandweit Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur:in Automatisierungstechnik (w/m/d) VTA Verfahrenstechnik und Automatisierung GmbH
Gelsenkirchen Zum Job 
Leviat GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Leviat GmbH
Langenfeld (NRW) Zum Job 
ILF Beratende Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Projekt- und technischer Angebotsingenieur (m/w/d) ILF Beratende Ingenieure GmbH
München, Bremen, Hamburg, Essen, Berlin Zum Job 

Oder wenn Dampf lediglich von einer hochenergetischen auf eine weniger druckvolle Stufe entspannt werden soll. Dafür verwendet man normalerweise ein Ventil, das den Dampfüberschuss unter lautem Zischen in die Umgebung entlässt. Schade eigentlich, denn auch daraus könnte Strom werden.

An derartigen Anwendungsfällen setzt der Green Power Container (GPC) an. Er wurde von der Enva Systems GmbH entwickelt, einer auf Energiethemen fokussierten Tochterfirma des Wassertechnologiespezialisten Aqua Society GmbH aus Herten. Vertrieben wird das Produkt über die UTB Umwelttechnik Brandenburg GmbH, eine Gründung aus dem Jahr 2008, die innovative Umwelttechnologien ausgräbt und vermarktet.

Der Green Power Container verwandelt wie alle Turbinen Dampf in Elektrizität, die wahlweise ins Netz eingespeist oder selbst verbraucht werden kann.

Neuartig und patentiert ist daran, dass der normale Prozessverlauf der Drucklufterzeugung mittels eines Drehkolbengebläses – vom Elektromotor übers Gebläse zur Druckluft – einfach umgedreht wird: Dampf ab einem Restdruck von 300 mbar bis 400 mbar wird durch das Drehkolbengebläse in Antriebsenergie für einen Generator verwandelt, der wiederum Strom erzeugt. Die Dichtung des Motors wurde durch Dichtungsringe aus speziellen Materialien verbessert.

Die Turbinen sind in verschiedenen Größen, beginnend bei einer Leistung von 10 kW, verfügbar. Die Leistung orientiert sich an den Stärken der beim Lieferanten Käser in Coburg erhältlichen Drehkolbengebläse.

Die von Käser gelieferten kompletten Aggregate kommen, ergänzt nur um die nötigen Verrohrungen und Regeltechnik, in kompakten Containern mit wenigen Quadratmetern Fläche, die ohne tragendes Fundament auskommen. Mittels einer Rohrabzweigung fädelt man sie in den Dampfstrom ein und muss dann nur noch einschalten.

Zwei Pilotieranwendungen laufen. „Dafür wurden ungünstige Bedingungen wie schwankendes oder sehr geringes Dampfaufkommen ausgesucht, um Extreme auszutesten“, erklärt Christian Göbel, Gesellschafter der UTB.

Bei den Stadtwerken im westfälischen Lünen wurde ein Aggregat hinter einen Dampfdruckmotor montiert. Dieses Aggregat verwertet den Restdampf höheren Drucks. Der Green Power Container bekommt den Rest zugeleitet. Der entstehende Strom, 3 kWh bis 4 kWh, wandert ins öffentliche Netz.

„Wir könnten ohne den vorgeschalteten Motor auch viel mehr Strom per Container produzieren, wollen aber erst mal die Restenergie nutzen“, erklärt Hermann Dissel, der als Rohrwerkmeister Fernwärme bei den Stadtwerken Lünen mit dem Gerät zu tun hat.

Pilotanwender sind auch die Höltinghauser Industriewerke, ein niedersächsisches Steinwerk mit 18 Mitarbeitern. Dort entsteht Restdampf mit 2,5 bar in Härtekesseln, der bisher ungenutzt verpuffte.

Einige Monate experimentierte der technische Leiter des Betriebs, Siegbert Golze, mit einem Green Power Container der Größenklasse 10 kW. Derzeit steht die Anlage still, denn es soll das Aggregat gegen ein 30-kW-Modell mit verbesserten Dichtungen ausgewechselt werden.

Bisher war Golze aber zufrieden. „Ab 200 mbar drehte sich die Turbine“, sagt er. „Wir haben zwar mit dem Green Power Container nur einige Tausend Kilowattstunden des Jahresbedarfs von 1,2 GWh produziert, aber das ist trotzdem bares Geld.“ Anscheinend ist bisher viel Dampf nutzlos verpufft, denn das Interesse von Unternehmen, die einen GPC nutzen möchten, ist laut Göbel groß. Schon im laufenden Jahr will UTB 40 Container installieren, im nächsten Jahr ist eine dreistellige Zahl geplant.

ARIANE RÜDIGER

Ein Beitrag von:

  • Ariane Rüdiger

    Freie Journalistin in München. Schwerpunktthemen: Betriebliche IT-Themen (IT-Infrastruktur und ihr Management, Telekommunikation, Rolle des CIO), Nachhaltige Informationstechnik – Green IT (Virtualisierung, Recycling, nachhaltiges IT-Design…), Erneuerbare Energien (Smart Grid, Photovoltaik, Wind, Solarthermie, Pellets) und ökologisches Bauen, Nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Stadtentwicklung, Queer Culture.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.