Strom aus Atombomben 15.12.2015, 14:01 Uhr

BN-800: Größter Schneller Brüter speist jetzt ins Netz

Aus Waffenplutonium gewinnt Russland jetzt Energie. Das funktioniert mit einem speziellen Reaktor, der nebenbei noch mehr Brennstoff erzeugt als er verbraucht. Mit 790 Megawatt ist er der weltweit leistungsfähigste. Ein noch größerer ist bereits geplant.

BN-800: Der weltweit größte Schnelle Brüter hat gerade in der russischen Stadt Bjelojarsk erstmals Strom erzeugt. Er hat eine Leistung von 790 MW. 

BN-800: Der weltweit größte Schnelle Brüter hat gerade in der russischen Stadt Bjelojarsk erstmals Strom erzeugt. Er hat eine Leistung von 790 MW. 

Foto: Rosenergoatom

Foto: Rosenergoatom

Foto: Rosenergoatom

Foto: Rosenergoatom

Foto: Rosenergoatom

Foto: Rosenergoatom

Foto: Rosenergoatom

Foto: Rosenergoatom

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Hochschule Merseburg-Firmenlogo
Professur (W2): Automatisierungstechnik Hochschule Merseburg
Merseburg Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Produktmanager (w/m/d) für Systementwicklung iCAS DFS Deutsche Flugsicherung
Langen bei Frankfurt Zum Job 
WBS TRAINING AG-Firmenlogo
Schweißlehrer:in für WIG, MIG/MAG und E-Hand (m/w/d) WBS TRAINING AG
Dresden Zum Job 
M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur/in - Technische Projektierung / Presales Engineering (m/w/d) mit Schwerpunkt keramische Hochtemperatur-Isolationstechnik M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH
TenneT TSO-Firmenlogo
Parametrierer Stationsleittechnik (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung von Lärmschutz- und Brückenbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automatisierungstechniker (m/w/d) im Bereich Sondermaschinenbau Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz Zum Job 
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Tech Lead (m/w/d) Electric Powertrain / Elektromotoren Jungheinrich Aktiengesellschaft
Norderstedt Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Sales Manager (m/w/d) für schlüsselfertige Gewerbeimmobilien GOLDBECK West GmbH
aedifion GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker Gebäudeautomation (w/m/d) aedifion GmbH
Köln und Umgebung Zum Job 
Stadt Leonberg-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) für den Bereich Kanal- und Gewässerbau Stadt Leonberg
Leonberg Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 

Russland ist das einzige Land, das noch auf den Schnellen Brüter setzt. Das ist ein Reaktor, der Strom erzeugt und gleichzeitig noch mehr Brennstoff liefert, als er verbraucht. Gerade hat der weltweit größte Reaktor dieser Art in der russischen Stadt Beloyarsk erstmals Strom erzeugt. Der BN-800 hat eine Leistung von 790 MW. Gleich neben ihm steht sein kleinerer Bruder, der BN-600 mit einer Leistung von 560 MW.

Plutonium auch in deutschen Kernkraftwerken

Schon vor mehr als einem Jahr füllten die russischen Ingenieure Brennstoff ein: Plutonium aus Atomwaffen, die ausgemustert worden waren. Auf einigen Stellplätzen im Reaktorkern waren Brennelemente mit Uran 238 postiert. Dieses Isotop lässt sich nicht spalten, also nicht zur Energieerzeugung nutzen. Doch es hat eine andere nutzbare Eigenschaft: Es fängt einen Teil der Neutronen, die bei der Spaltung von Plutoniumkernen frei wird ein.

Dadurch verwandelt sich Uran in Plutonium, also einen Brennstoff, der in anderen Schnellen Brütern, aber auch in Leichtwasserreaktoren verbraucht werden kann. Auch deutsche Kernkraftwerke werden zumindest zeitweise mit sogenannten MOX-Brennelementen versorgt. MOX steht für Mischoxid und meint einen Mix aus Uran 235, dem spaltbaren Isotop des Urans, und Plutonium.

Brennstoff für Jahrhunderte

Uran, das im Tagebau gewonnen wird, enthält 99,7 % des nicht spaltbaren Isotops Uran 238. Nur der kleine Rest ist in Leichtwasserreaktoren nutzbar, die die weltweite Kernkraftszene beherrschen. Mit Schnellen Brütern ließe sich die Reichweite des Brennstoffs Uran auf Jahrhunderte verlängern.

Anlieferung von Reaktorbauteilen. 

Anlieferung von Reaktorbauteilen. 

Quelle: Rosenergoatom

Wie im deutschen Schnellen Brüter in Kalkar, der schon vor der Inbetriebnahme aus politischen Gründen stillgelegt wurde, wird der BN-800 mit Natrium gekühlt. Dieses Metall verflüssigt sich bei einer Temperatur von rund 100 °C. Es transportiert die Wärme, die bei der Kernspaltung entsteht, nach außen ab. Es fließt durch einen Wärmetauscher, in dem das Metall Wasser erhitzt, sodass es zu Dampf wird. Dieser treibt, wie in einem Kohlekraftwerk, eine Dampfturbine an. Der mitlaufende Generator erzeugt Strom.

Der nächste Brüter hat 1200 Megawatt

Schnelle Brüter haben sicherheitstechnisch einen Vorteil: Die so genannte Nachzerfallswärme, die entsteht, wenn der Reaktor abgeschaltet wird, muss nicht, wie in Leichtwasserreaktoren, durch ständiges Kühlen in Schach gehalten werden, um ein Schmelzen des Kerns zu verhindern. Natrium wird allein damit fertig. Das Metall hat allerdings einen Nachteil. Wenn es durch ein Leck ins Freie fließt entzündet es sich. Möglich sind auch Wasserstoffexplosionen.

Für Russland überwiegen die Vorteile. Deshalb plant Rosenergoatom, das die zivilen Kernkraftwerke in Russland betreibt, bereits den Bau des nächsten Brüters. BN-1200 soll 50 % mehr Strom erzeugen können als der jetzt in Betrieb gegangene Reaktor.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.