Studie zu Pflegerobotern 09.11.2023, 07:00 Uhr

Neue Erkenntnisse: Ein Roboter darf nicht zu niedlich sein

Eine Berliner Forschungsgruppe hat den Prototyp eines Pflegeroboters entwickelt und untersucht, wie die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine funktioniert. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für den künftigen Umgang mit elektronischen Hilfssystemen.

Pflegeroboter

Ein Pflegeroboter soll fleißig sein und Augen haben.

Foto: pi4 robotics GmbH

Die Pflegebranche ist besonders intensiv vom Fachkräftemangel betroffen, und das Problem wächst. Denn dank der demografischen Entwicklung nimmt die Zahl der Pflegebedürftigen weiter zu. Gleichzeitig sind viele Pflegefachkräfte in Deutschland unzufrieden mit ihrem Job, weil die Belastung groß ist. Viele Beschäftigte sind schon in andere Berufszweige gewechselt – oder denken darüber nach, es zu tun, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern. Es gibt viele Ansätze, die parallel verfolgt werden, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Einer davon sind Pflegeroboter. Sie könnten zumindest unterstützende Tätigkeiten übernehmen, um das Personal zu entlasten.

Das Projekt „RoMi – Roboterunterstützung bei Routineaufgaben zur Stärkung des Miteinanders in Pflegeeinrichtungen“ hat die TU Berlin gemeinsam mit Partnern durchgeführt: mit der Berliner pi4 robotics GmbH, der HU Berlin, der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Gemeinsam hat das Team den Prototyp eines Pflegeroboters entwickelt und getestet.

Stellenangebote im Bereich Elektrotechnik, Elektronik

Elektrotechnik, Elektronik Jobs
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Inbetriebsetzungsleiter*in Leit-, Feld- und Automatisierungstechnik (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
STILL GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Embedded Software (m/w/d) STILL GmbH
Hamburg Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik - Netz- & Energietechnik, Smart Grid (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Karlsruhe-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) der Fachrichtungen Elektrotechnik und Versorgungstechnik Staatliches Hochbauamt Karlsruhe
Karlsruhe Zum Job 
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Versuchsingenieur Produktvalidierung (m/w/d) Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
Hitachi Energy Germany AG-Firmenlogo
Service-Steuerungsingenieur für Frequenzumrichter (w/m/d) Hitachi Energy Germany AG
Mannheim Zum Job 
Messe München GmbH-Firmenlogo
Meister / Ingenieur / in der Elektrotechnik als Technical Manager (m/w/d) Messe München GmbH
München Zum Job 
PFISTERER Kontaktsysteme GmbH-Firmenlogo
High Voltage Testing Specialist (w/m/d) PFISTERER Kontaktsysteme GmbH
Winterbach Zum Job 
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle-Firmenlogo
Elektro- bzw. Informationstechnikerinnen und -techniker (w/m/d) (FH-Diplom/Bachelor) für den Bereich Exportkontrolle Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Eschborn Zum Job 
Excellence AG-Firmenlogo
GreenTech Engineer (m/wd) Automatisierung Excellence AG
deutschlandweit Zum Job 
Excellence AG-Firmenlogo
GreenTech Engineer (m/wd) Elektrotechnik Excellence AG
Großraum Essen Zum Job 
Excellence AG-Firmenlogo
GreenTech Engineer (m/w/d) Embedded Software Excellence AG
deutschlandweit Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in / Wirtschaftsjurist*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Immobilienprojekten THOST Projektmanagement GmbH
Pforzheim Zum Job 
Hillenbrand-Firmenlogo
Elektrotechnikingenieur Hardwarekonstruktion (m/w/d) Hillenbrand
Weingarten Zum Job 
RENK Test System GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Antriebstechnik RENK Test System GmbH
Augsburg Zum Job 
Hermann Pipersberg Jr. GmbH-Firmenlogo
Fertigungsingenieur (m/w/d) Hermann Pipersberg Jr. GmbH
Remscheid Zum Job 
Scheidt & Bachmann Fare Collection Systems GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsingenieur / Ingenieur Elektrotechnik / Informatiker / Betriebswirt als Senior Bid Manager (m/w/d) Scheidt & Bachmann Fare Collection Systems GmbH
Mönchengladbach bei Düsseldorf Zum Job 
IMS Messsysteme GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/i) für Röntgen-, Isotopen- und optische Messsysteme IMS Messsysteme GmbH
Heiligenhaus Zum Job 
Tagueri AG-Firmenlogo
Teamleitung im Bereich Diagnose (m/w/d) Tagueri AG
Hamburg Zum Job 

Pflegeroboter sollen Personal entlasten

„Workerbot_ 9 Care-Home“ lautet der Name des Roboters. Seine Aufgaben sind vielfältig. Er liefert zum Beispiel Essen aus, verteilt Getränke oder begleitet Bewohner zur Gymnastikstunde. Er ist also auf Assistenz-Tätigkeiten spezialisiert, für die kein Pflegefachwissen erforderlich ist. All diese Aufgaben müssen in einer Pflegeeinrichtung normalerweise von Fachkräften, Betreuungspersonal oder anderen Beschäftigten verrichtet werden. Der Pflegeroboter kann dementsprechend insgesamt zur Entlastung des Personals beitragen – die Mitarbeitenden sollen dadurch wieder mehr Zeit für die eigentliche Pflege haben, was auch die Attraktivität des Berufes erhöhen würde.

Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass Senioren und Seniorinnen Roboter in der Regel gut annehmen, aber die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen wollten es genau wissen: Im ersten Schritt haben sie umfangreiche Befragungen gestartet, um das optimale Design für den Pflegeroboter zu finden. Gesprochen haben sie nicht nur mit Pflegekräften, sondern auch mit mehreren Hundert Testpersonen. Über Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) versetzen sie die Testpersonen erst in eine virtuelle Umgebung mit Roboter. Schließlich bauten sie in der Charité eine Teststation auf.

Augen sind wichtig für die Kommunikation mit dem Roboter

Linda Onnasch vom Fachgebiet Handlungs- und Automationspsychologie der TU Berlin hat in ihrer Forschungsarbeit untersucht, welche Fallstricke es in der Kommunikation zwischen Menschen und Roboter gibt und wie die Maschine ausgestattet sein muss. Im Ergebnis lässt sich der Pflegeroboter über die Sprache, einen integrierten Touchscreen und eine Smartphone-App steuern. „Gerade die Entwicklung der Sprachsteuerung war nicht trivial, weil wir aus Datenschutzgründen nicht auf vorhandene Sprachassistenten zurückgreifen durften“, sagt Onnasch. Diese Varianten sind an die verschiedenen Nutzergruppen angepasst. Während eine Pflegefachkraft den Roboter aus der Entfernung über ihr Smartphone eine Aufgabe zuweisen kann, werden die Senioren und Seniorinnen vermutlich verstärkt die Sprachsteuerung wählen.

Für eine bessere Kommunikation ist der Pflegeroboter zudem mit Augen ausgestattet worden. „Ein Gesicht mit einer natürlich erscheinenden Augenpartie ist hilfreich“, sagt Onnasch. Das hängt mit unseren Sehgewohnheiten zusammen. Wenn der Pflegeroboter in eine bestimmte Richtung schaut, erfasst der Mensch schnell das Ziel seiner Tätigkeit. Das wäre anders, wenn beispielsweise stattdessen Pfeile die nächsten Schritte anzeigten.

Vorläufermodell des Pflegeroboters ist bereits verfügbar

Auch sein übriges Äußeres ist kein Zufall. „Eine zu niedliche Anmutung hat den Nachteil, dass Menschen das Gerät dann schonen wollen und es weniger häufig nutzen“, sagt Onnasch. Die Größe von 1,70 Metern werde zudem von Menschen nicht als bedrohlich wahrgenommen.

Der „Workerbot_9“ kann bereits bestellt werden, eine Vorläuferversion wurde im Projekt „RoMi – Roboterunterstützung bei Routineaufgaben zur Stärkung des Miteinanders in Pflegeeinrichtungen“ entwickelt. Unterstützt wurde das Vorhaben mit einem Volumen von 1,49 Millionen Euro zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium (BMBF). Auch die neue Version wird aber sicherlich noch weiterentwickelt werden. Denn zum Beispiel der größte Wunsch der Pflegefachkräfte ist in ihr noch nicht erfüllt: eine digitale Schnittstelle, die es ermöglicht, dass der Roboter Pflegeleistungen des Personals dokumentiert – und damit ein gutes Stück Verwaltungstätigkeit für die Beschäftigten entfällt.

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.