Chemie für die Batterieforschung 17.02.2022, 07:00 Uhr

Nachhaltige Solarzellen aus Holz – Bor ist die Lösung

Für den Bereich der organischen Elektronik könnte bald ein neues Material zur Verfügung stehen. Es gilt zu Recht als besonders nachhaltig, denn die Grundlage ist Holz. Forschende der Uni Würzburg haben einen Weg gefunden, die darin enthaltenden Furane zu stabilisieren.

Illustration Molekül

Das Bor wird mit den Furanen kombiniert und stabilisert diese.

Foto: Maximilian Fest / Universität Würzburg

Nicht jede Solarzelle besteht aus Silizium. Alternative Materialien sind schon lange auf dem Markt, auch wenn sie beim Thema Solarenergie noch eine untergeordnete Rolle spielen. In organischen Solarzellen (Organic Photovoltaics, OPV) sind organische Moleküle oder Polymere dafür zuständig, den Solarstrom zu erzeugen. Grundlage sind in der Regel Verbindungen, die zur organischen Chemie gerechnet werden, etwa Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Diese spezielle Art der Solarzellen erfüllt wichtige Dienste, da sie auf Folien gedruckt werden können, die sich unter anderem auf Rucksäcke oder Outdoor-Kleidung nähen lassen. Auch die Dächer von Wohnmobilen oder Gartenhäuschen lassen sich damit bekleben. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Nutzerinnen und Nutzer haben unterwegs in einem begrenzten Maße Strom, um beispielsweise ihr Smartphone aufzuladen.

Organische Solarzellen: Wie der Durchbruch endlich gelingen könnte

Die Panele sind dünn, leicht und beliebt – umweltfreundlich sind sie allerdings in der Regel nicht. Dafür sorgen Grundstoffe wie Erdöl oder Erdgas. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg wollen das ändern. Sie arbeiten an organischen Solarmodulen aus Holz. Was fast unvorstellbar klingt, ist bereits zum Greifen nahe.

Bor stabilisiert Material für nachhaltige Solarzellen

In seiner ursprünglichen Form ist Holz für nachhaltige Solarmodule zwar nicht geeignet, aber aus diesem natürlichen Material lassen sich spezielle ringförmige Moleküle gewinnen, Furane genannt. Sie sind wiederum sehr gut für Anwendungen der organischen Elektronik geeignet. Neben Solarmodulen können das zum Beispiel auch Leuchtdioden oder Displays sein. 

Ihre Eigenschaften sind grundsätzlich hervorragend. Sie haben unter anderem eine stärkere Leuchtkraft als Materialien auf Thiophenbasis, die häufig verwendet werden. Besser löslich sind sie auch, was die Verarbeitung erleichtert. Ihr wichtigster Vorteil ist aber ein anderer: Furane sind biologisch abbaubar. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass sie einen hervorragenden CO2-Fußabdruck hätten. Es müsste auch gut möglich sein, sie zu recyceln.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (m/w/d) (Master/Uni-Diplom) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 

Silizium-Recycling: Aus Altmodulen werden neue Solarzellen

Das klingt perfekt, trotzdem gibt es ein Problem. Denn viele Materialien auf Furanbasis zerfallen schnell, wenn sie Sauerstoff und Licht ausgesetzt sind. Die Lösung ist für die Forschenden klar: Sie kombinieren die Furane mit dem Element Bor. „Das ergibt Verbindungen, die bis zu 300 Grad Celsius aushalten und über Monate hinweg von Licht unbeschadet bleiben“, sagt der Würzburger Chemiker Maximilian Fest.

Nachhaltige Solarzellen könnten umweltfreundlicher produziert werden

Das Prinzip ist also klar, aber die Details muss Fest noch erforschen. Er synthetisiert verschiedene Varianten aus Bor und Furanen und analysiert ihre Eigenschaften. Im Fokus stehen dabei umweltfreundliche Methoden zur Synthese, damit das Ziel der Nachhaltigkeit erreicht werden kann. Denn bei der Polymerisation von Bor und Furanen kommt es häufig zu schädlichen Abfallprodukten. Unter anderem sind das organische Zinnverbindungen, die für Mensch und Umwelt giftig sind. Das ist nach Angabe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei den neuen Syntheseverfahren nicht der Fall.

Lesen Sie auch:

Im nächsten Schritt sollen die Methoden zur Materialherstellung verbessert werden, um die Zahl der Reaktionsschritte zu reduzieren. Das spare nicht nur Reagenzien, sondern auch Energie.

Material womöglich auch für Lithium-Ionen-Akkus geeignet

Nachhaltige Solarzellen sind eine spannende Option, aber die Verbindung von furanbasierten Polymeren und Bor bringt Möglichkeiten mit sich, die über die organische Elektronik hinausgehen. „Wir können damit zum Beispiel Sensoren bauen, die toxische Amine und andere Stoffe nachweisen“, sagt Chemieprofessor Holger Helten von der Universität Würzburg. „Auch als Katalysatoren für chemische Reaktionen oder als Elektrodenmaterialien für Lithium-Ionen-Akkus kommen diese Polymere infrage.“

Mehr Nachhaltigkeit in der Batterieforschung:

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.