Mega-Fusion bis 2015 23.09.2014, 13:41 Uhr

Merck übernimmt US-Firma Sigma-Aldrich für 13 Milliarden Euro

Es ist die größte Übernahme, die das Familienunternehmen Merck aus dem hessischen Darmstadt je getätigt hat: Zum Preis von 17 Milliarden Dollar kauft der Pharmakonzern den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich, teilte Merck am Montag mit.

Merck-Forscher prüfen die Produktion von Arzneimittelverpackungen in Semoy in Frankreich. Durch die Übernahme des US-Laborausrüster Sigma-Aldrich wird Merck künftig 300.000 Produkte anbieten.

Merck-Forscher prüfen die Produktion von Arzneimittelverpackungen in Semoy in Frankreich. Durch die Übernahme des US-Laborausrüster Sigma-Aldrich wird Merck künftig 300.000 Produkte anbieten.

Foto: Merck

„In einer globalen Schlüsselindustrie haben sich zwei Unternehmen gefunden, die perfekt zueinander passen und den Kunden in Forschung und Wissenschaft, Pharma- und Biopharmaherstellung, Diagnostik und Testlabors ein sehr viel breiteres Produktangebot anbieten können“, erklärte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley nach Ankündigung der Übernahme. „Diese Transaktion markiert einen Meilenstein in unserem Transformationsprogramm, das darauf abzielt, unsere drei Geschäfte in den nächsten Jahren zu starken Wachstumsplattformen auszubauen.“

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Dax-Konzern überrascht mit der Fusion

Durch die Mega-Fusion erhofft sich Merck eine führende Rolle in Life-Science. Darunter versteht man die Segmente Gesundheit, Biotechnologie, Pflanzenschutz und Saatgut. Kley bezeichnet die Fusion als „einen Quantensprung“ für das Life-Science-Geschäft.

Gemeinsam können die Unternehmen ihren Kunden ein sehr viel breiteres Angebot von 300.000 Produkten für die Forschung und Wissenschaft, Pharma- und Biopharmaherstellung sowie Diagnostik und Testlabors anbieten. Dazu gehören auch Laborchemikalien und -reagenzien.

Gleichzeitig erhofft sich Merck Einsparungseffekte von jährlich rund 260 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren. Welche Folgen die Fusion für die weltweiten Standorte hat, „werden wir uns in Ruhe anschauen“, erklärt Merck-Sprecher Markus Talanow.

Übernahme bis Mitte 2015 abgeschlossen

Für die Sigma-Aldrich-Aktie zahlt Merck 140 Dollar in bar. Dieser Betrag beinhaltet einen Aufschlag von 36 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Bis Mitte 2015 sollen die Transaktionen abgeschlossen sein. Zuvor müssen noch die Aktionäre sowie die zuständigen Behörden der Fusion zustimmen.

Produktion von Chromolith-Säulen bei Merck in Darmstadt: Der Konzern übernimmt für 17 Milliarden Dollar den Pharmakonzern Merck den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich.

Produktion von Chromolith-Säulen bei Merck in Darmstadt: Der Konzern übernimmt für 17 Milliarden Dollar den Pharmakonzern Merck den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich.

Quelle: Merck

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Finanziert wird die Übernahme überwiegend durch Kredite, wodurch die Verschuldung des Konzerns auf über 16 Milliarden Euro steigt.

Rekordstände an der Börse

An der Börse gab die im Dax notierte Merck-Aktie zunächst nach. Nach ersten Verlusten von bis zu 5,9 Prozent ging es wieder steil nach oben. Die Aktie schloss gestern Abend mit einem Rekordhoch von 73,80 Euro. Am Dienstagmittag lag der Kurs mit 73,30 Euro nur knapp unter dem Allzeithoch.

Sigma-Aldrich ist fast überall

Mit Sigma-Aldrich hat sich Merck einen ausgesprochen starken Partner ausgesucht. In fast jedem Chemielabor und Arzneimittel befindet sich ein Produkt von Sigma-Aldrich. Das amerikanische Unternehmen produziert 230.000 Chemikalien für die Forschung und Analytik im Pharmabereich. Mit über 9000 Mitarbeitern machte das Unternehmen 2013 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro.

Der größte europäische Standort des US-Unternehmens befindet sich im Schweizer Buchs mit 460 Beschäftigten. Seit etwa 60 Jahren ist der US-Konzern dort angesiedelt. Weitere Produktionsstätten befinden sich in St. Louis und Milwaukee.

Seit 350 Jahren befindet sich Merck im Familienbesitz. 2013 beschäftigte das Unternehmen etwa 39.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 11,1 Milliarden Euro. Da Merck derzeit keine neuen Produkte in der Pipeline des Life-Science-Bereiches hat und bis 2018 mit keinem neuen Produkt zu rechnen ist, liefert die Übernahme von Sigma-Aldrich Merck den benötigten Zeitpuffer, damit in den Laboren nach neuen Produkten geforscht werden kann.

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