Abfall wird Rohstoff 02.10.2025, 09:01 Uhr

Grüne Chemie mit schwarzem Schimmelpilz: Basis für neue Stoffe

Schwarzer Schimmel – in den eigenen vier Wänden ein Alptraum, in der Chemie ein wahrer Helfer? Zwei Ingenieure des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) sehen im schwarzen Pilz viel Potenzial für die Zukunft der Grünen Chemie.

Der schwarze Schimmelpilz Aureobasidium pullulans verwandelt Nebenprodukte in wertvolle Chemikalien.
Foto: Tillmann Franzen

Der schwarze Schimmelpilz Aureobasidium pullulans verwandelt Nebenprodukte in wertvolle Chemikalien.

Foto: Tillmann Franzen

Die beiden Wissenschaftler Lars Regestein und Till Tiso sehen in dem schwarzen Schimmelpilz vor allem eins: Die Möglichkeit, die Chemieindustrie nachhaltiger zu gestalten und den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Genau diesem Ziel soll sich ihr vor Kurzem gemeinsam gegründetes Start-up-Unternehmen, Biophelion, widmen.

Schimmelpilz als Freund und Helfer?

Die beiden Ingenieure wollen den hefeähnlichen schwarzen Pilz, auch bekannt unter dem wissenschaftlichen Namen Aureobasidium pullulans, nutzen, um Stoffgemische, die bisher als wertfreie Nebenprodukte oder sogar als Abfall gezählt haben, in etwas Nutzbares zu verwandeln. Durch seinen enorm variablen Stoffwechsel ist der Mikroorganismus dazu fähig, kohlenstoffhaltige Substanzgemische aus industriellen Abfallströmen in neue Produkte zu verwandeln. Solche Abfälle entstehen beispielsweise bei der Bioethanolproduktion oder bei der Herstellung von Papier und Zucker in großen Mengen. Durch den Einsatz des Schimmelpilzes landet der enthaltene Kohlenstoff nicht wie bisher als klimaschädliches Kohlendioxid in der Atmosphäre, sondern kann von Menschen neu genutzt werden.

Pilz produziert drei Schlüsselverbindungen

Der Schimmelpilz produziert aus diesen Abfallstoffen drei wesentliche Verbindungen: ein Polyester, aus dem zum Beispiel zukünftig Plastik für Verpackungen hergestellt werden kann, das essbare Polymer Pullulan, welches auch heute schon in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird, und das neuartige Tensid, dessen Eigenschaften und möglicher kommerzieller Nutzen noch nicht vollständig erforscht worden sind.

„Die Biophelion entwickelt gezielt Anwendungen, die heute noch nicht denkbar sind – gerade mit Pullulan oder unserem Tensidmolekül betreten wir Neuland“, sagt Till Tiso, CTO des Start-ups.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Sweco GmbH-Firmenlogo
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x) Sweco GmbH
Hannover Zum Job 
Stadtwerke Strausberg GmbH-Firmenlogo
Techniker Stromnetz - Netzkoordination & Digitalisierung (m/w/d) Stadtwerke Strausberg GmbH
Strausberg Zum Job 
Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter (m/w/d) im Stahlbau Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG
Karlsruhe Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenplanung und Straßenentwurf - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
HIC Consulting GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter / Ingenieur Fernwärme (m/w/d) HIC Consulting GmbH
Hamburg, Linau Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Explosionsschutz TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Frankfurt am Main-Höchst Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Pero AG-Firmenlogo
Sales Engineer (m/w/d) Pero AG
Königsbrunn, remote Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Planung Ingenieurbau Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenbau / Umwelttechnik EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH
Viersen Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter TGA (m/w/d) Schwerpunkt Versorgungs-/Elektrotechnik INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Celle, Wolfsburg, Salzgitter Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik als Projektleiter EMSR (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 

Pullulan für 3D-Druck interessant

Das Polymer Pullulan könnte in Zukunft beispielsweise für den 3D-Druck genutzt werden, ein Fertigungsverfahren, welches seit einigen Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Der hohe Materialbedarf, der dabei entsteht, könnte in Zukunft mit Pullulan gedeckt werden. Klassische Kunststoffe, die bisher dafür eingesetzt werden, könnten so reduziert werden.

Es wäre sogar denkbar, künftig 3D-gedruckte Bioreaktoren für die zirkuläre Biowirtschaft aus Pullulan herzustellen. Damit würde ihr Mikroorganismus, also der Schimmelpilz, gewissermaßen sein eigenes Kulturgefäß produzieren.

Hand in Hand mit Lehre und Forschung

Den Anstoß für die Gründung hat die Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND gegeben. Der von ihnen ausgeschriebene Wettbewerb „Circular Biomanufacturing Challenge“ fördert gezielt die Gründung neuer Hochtechnologie-Unternehmen in den Lebenswissenschaften.

Als Spin-off des Leibniz-HKI und der RWTH Aachen wurde das Start-up in der zweiten von insgesamt drei Förderphasen gegründet. Das Start-up wird in Zukunft ganz in der Nähe des Leibniz-HKI zu Hause sein. Es soll auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut geben, um die Bioverfahren zur Herstellung der neuen Produkte weiter zu optimieren.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.