Maritime Bakterien eingeschleust 07.10.2014, 09:36 Uhr

Durch Genmanipulation: Weltweit erste leuchtende Pflanze

US-amerikanische Bio-Ingenieure haben die weltweit erste leuchtende Pflanze entwickelt. Sie spendet Licht im Dunkeln und könnte künftig andere Leuchtmittel wie Laternen oder Lampen ersetzen. 

Durch Genmanipulation haben US-Forscher Tabakpflanzen zum Leuchten gebracht. Jetzt arbeiten sie daran, die Leuchtkraft noch zu verstärken. Denkbar wäre, die Pflanzen zur Beleuchtung etwa von Wegen im Vorgarten einzusetzen.

Durch Genmanipulation haben US-Forscher Tabakpflanzen zum Leuchten gebracht. Jetzt arbeiten sie daran, die Leuchtkraft noch zu verstärken. Denkbar wäre, die Pflanzen zur Beleuchtung etwa von Wegen im Vorgarten einzusetzen.

Foto: Bioglow

Wege und Einfahrten, die mit Pflanzen beleuchtet werden anstatt mit Straßenlaternen, eine Pflanze auf dem Nachttisch als Ersatz für die Leselampe: Bio-Ingenieure der US-Firma Bioglow aus St. Louis haben eine Pflanze entwickelt, die genau dies kann. Sie züchteten eine leuchtende Pflanze, die im Dunkeln selbständig aus sich heraus leuchten kann. Sie gaben ihr den Namen Starlight Avatar.

Forscher fügten marine Bakterien in Tabakpflanze ein

Basis für die neue leuchtende Starlight Avatar ist der einjährige Ziertabak Nicotiana alata. Die Forscher setzten an den Chloroplasten des Tabaks an. Die Chloroplasten enthalten das Chlorophyll und sind für die Photosynthese zuständig. In diese Chloroplasten fügte Bioglow-Gründer Dr. Alexander Krichevsky mit seinem Team strahlende marine Bakterien ein. Diese kommen beispielsweise in Fischen der Tiefsee vor und sorgen dafür, dass die Fische in der völligen Dunkelheit leuchten.

Starlight Avatar ist eine Zimmerpflanze. Am besten wächst sie, wenn sie der direkten Sonne ausgesetzt ist, beispielsweise auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Eine Temperatur von 25 bis 26 Grad Celsius und direkte Sonnenlichteinstrahlung mit einer Intensität von 5000 bis 10.000 Lux sind die optimalen Wachstumsbedingungen.

Draußen würde die Pflanze kaum überleben können, da sie sehr empfindlich und anfällig ist. Derzeit wächst die Pflanze bis zu drei Monate, während ihrer gesamten Lebenszeit leuchtet sie.

Schwache Leuchtkraft wollen die Forscher jetzt verbessern

Derzeit ist die Leuchtkraft der Pflanze allerdings noch recht schwach und reicht kaum zum Lesen aus. Allerdings arbeitet das Team bereits an der Weiterentwicklung der organischen Tischlampe und möchte bald eine verbesserte nächste Generation vorstellen.

Der Ziertabak Nicotiana alata leuchtet dank maritimer Bakterien, die in die sogenannten Chloroplasten eingebaut wurden. Dort findet die Photosynthese statt. Fische in der Tiefsee leuchten ganz leicht durch diese Bakterien.

Der Ziertabak Nicotiana alata leuchtet dank maritimer Bakterien, die in die sogenannten Chloroplasten eingebaut wurden. Dort findet die Photosynthese statt. Fische in der Tiefsee leuchten ganz leicht durch diese Bakterien.

Foto: Bioglow

Im Januar startet Bioglow eine Auktion, um Mittel für die Weiterentwicklung zu sammeln. Dafür stellt es eine Charge mit 20 leuchtenden Tabakpflanzen zur Verfügung. Das Unternehmen ist auf der Suche nach Partnern, die ihre leuchtenden Pflanzen lizenzieren wollen, denn das Unternehmen selbst legt seinen Fokus auf die Forschung.

Es gibt auch schon leuchtende Schafe

Doch nicht nur Pflanzen bringen Forscher zum Leuchten. 2012 wurden sogar die ersten leuchtenden Schafe in Uruguay geboren. Dafür setzen die Wissenschaftler dem Schaf ein Quallen-Gen ein. Die Entwicklung sollte eine Hilfe für Schafhirten sein, verloren gegangene Schafe leichter wiederzufinden. 

Da stellt sich die Frage, wann auch wir Menschen über solch übernatürlichen Kräfte verfügen werden und leuchtend durch die Nacht schlendern.

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