Größtes privates Infrastrukturprojekt Europas 24.04.2025, 13:30 Uhr

Komplexe Bauleistung: Rohbau von Frankfurts Terminal 3 fertig

Eine bautechnische Herausforderung: Die Rohbauarbeiten für eines der größten europäischen Infrastrukturprojekte sind abgeschlossen.

Rohbau Terminal 3

Der Rohbau für das neue Terminal 3 des Airport Frankfurt war eine bautechnische Herausforderung.

Foto: dechant

Der Flughafen Frankfurt wächst weiter: Der Rohbau des neuen Terminal 3 ist fertiggestellt. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht – für das aktuell größte privatfinanzierte Infrastrukturprojekt Europas. Hinter dem Projekt steht die Fraport AG, realisiert wurde der Rohbau durch die dechant hoch- und ingenieurbau gmbh aus dem oberfränkischen Weismain. Wir blicken auf die durchaus komplexe Bauleistung, schließlich geht es um eine Fläche, die kaum kleiner als die Frankfurter Innenstadt ist.

Gesamtfläche von 403.000 m²

Mit rund 60 Millionen Passagieren jährlich zählt der Flughafen Frankfurt am Main zu den bedeutendsten Luftverkehrsdrehkreuzen Europas. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, entsteht auf der Südseite des Geländes das neue Terminal 3. Nach seiner Fertigstellung soll es in der ersten Ausbaustufe bis zu 19 Millionen Reisende pro Jahr bewältigen können. Bei vollständigem Ausbau sind sogar bis zu 25 Millionen möglich.

Das Hauptgebäude mit den drei angeschlossenen Flugsteigen erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 403.000 m². Allein die Grundfläche des Terminals entspricht mit 176.000 m² etwa 25 Fußballfeldern. Neben Check-in-Bereichen, Sicherheitskontrollen und Gepäckanlagen sind auch gastronomische Einrichtungen, Shops und Lounges geplant. Zentraler Blickfang wird eine Marktplatzhalle mit 6.000 m² Fläche – ein Ort zum Verweilen nach der Sicherheitskontrolle.

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270.000 m³ Beton und rund 50.000 Tonnen Betonstahl

Das Bauunternehmen dechant war für den gesamten Rohbau zuständig – vom Hauptgebäude über die unterirdischen Technikbereiche bis hin zu den terminalnahen Außenanlagen. Damit übernahm das Unternehmen insgesamt rund 20 Baugewerke. Dazu zählen unter anderem der massive Stahlbetonbau, der Verbundstahlbau, Erdbauarbeiten sowie die gesamte Kanalisierung und Blitzschutztechnik.

Zwischen 150 und 500 Fachkräfte aus verschiedenen Ländern arbeiteten gleichzeitig auf der Baustelle. Zum Einsatz kamen 270.000 m³ Beton und rund 50.000 Tonnen Betonstahl – eine Menge, die der Stahlmenge von sieben Eiffeltürmen entspricht. Eingebaut wurden außerdem 94.000 Bewehrungsschraubanschlüsse, 16.500 Ankerschienen sowie rund 160.000 Meter Erdungsband. Diese Mengen verdeutlichen die enorme Dimension des Projekts.

Für die Stahlbetonarbeiten benötigte das Team etwa 306.000 m² Wandschalung, 80.000 m² Schalung für Unterzüge und 154.000 m² für Decken. Die Traggerüste kamen in ihrer Gesamthöhe auf rund 14.000 Höhenmeter – mehr als ein Jumbojet erreichen kann.

Farblich abgestimmter Sichtbeton

Ein markantes Merkmal des neuen Terminal 3 ist der großflächige Einsatz von farblich abgestimmtem Sichtbeton. Anders als bei üblichen Großbauten, bei denen Sichtbeton meist in Grautönen dominiert, entschied sich das Planungsteam in enger Abstimmung mit dem Generalunternehmer für eine warm-beigefarbene Betonvariante. Diese sollte nicht nur eine harmonische, freundliche Atmosphäre schaffen, sondern auch architektonische Strenge mit Aufenthaltsqualität verbinden.

Die Herstellung dieser Farbgebung im Beton erforderte besondere Expertise. Für die Einfärbung wurden ausgewählte Zuschlagstoffe sowie definierte Mengen an Pigmenten verwendet, um einen gleichmäßigen Farbton über alle Bauteile hinweg sicherzustellen. Das war keineswegs trivial: Da Sichtbetonflächen nicht verputzt oder beschichtet werden, bleiben selbst kleinste Unregelmäßigkeiten in der Farbverteilung, Porigkeit oder Textur dauerhaft sichtbar. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an Mischtechnik, Verarbeitung und Schalungsqualität.

Eine architektonische Besonderheit ist der beige eingefärbte Sichtbeton wie bei den Stützen in der Gepäckausgabe

Eine architektonische Besonderheit ist der beige eingefärbte Sichtbeton wie bei den Stützen in der Gepäckausgabe.

Foto: dechant

Architektonische Highlights

Doch nicht nur die Farbgebung, auch die Formgebung einzelner Bauteile war herausfordernd. So prägen beispielsweise Rundstützen mit pilzförmigen Köpfen das Erscheinungsbild großer Hallenbereiche. Diese komplexen Tragwerkselemente übernehmen nicht nur statische Funktionen, sondern bilden zugleich visuelle Ankerpunkte in den offenen Raumstrukturen. Ihre pilzartigen Auskragungen sorgen dafür, dass Lasten elegant in die Bodenstruktur abgeleitet werden – und ermöglichen weitgehend stützenfreie Deckenflächen.

Weitere markante Elemente sind die großzügig dimensionierten Panoramatreppen, die sich mit sanft geschwungenen Formen in das offene Raumkonzept einfügen. Ihre Absturzsicherungen und Geländer sind ebenfalls bewusst reduziert gestaltet, um den offenen Eindruck nicht zu beeinträchtigen. In den Decken sorgen großflächige Oberlichter dafür, dass Tageslicht tief in das Gebäudeinnere dringt. Auch sie wurden exakt in die Betonarchitektur integriert und tragen zur Orientierung und zur Lichtführung im Terminal bei.

Ein besonderes architektonisches Detail ist der Verbindungssteg, der verschiedene Bereiche des Terminals miteinander verbindet. Auch dieser ist in der gleichen Sichtbetonoptik gehalten – was das Gesamtbild homogen und aus einem Guss erscheinen lässt. Gleichzeitig sorgt die schlanke Linienführung des Stegs dafür, dass trotz seiner Funktionalität keine visuelle Dominanz entsteht. Er gliedert sich harmonisch in die Raumwirkung ein und erlaubt fließende Übergänge zwischen den verschiedenen Nutzungszonen.

beigefarbene Betonelemente

Panoramatreppen, Rundstützen mit pilzförmigen Stützenköpfen, mehrarmige Stützen, Unterzüge, Oberlichter und ein Verbindungssteg sorgen nun nicht nur durch ihre außergewöhnliche Architektur, sondern auch durch die Optik und Haptik beigefarbener Betonelemente für ein ebenso hochwertiges wie modernes und behagliches Ambiente.

Foto: dechant

Logistik auf höchstem Niveau

Auch die Baustellenlogistik war außergewöhnlich. Der enge Zeitplan und die komplexe Geometrie der Baukörper machten den Einsatz von 26 Hochbaukränen erforderlich. Ein 650-Tonnen-Autokran hob die massiven Stahlträger an ihre Position.

Ungewöhnlich: Auch Industrietaucher kamen zum Einsatz. Sie führten Gründungsarbeiten im Bereich des Grundwassers aus – eine Maßnahme, die bei Bauwerken dieser Größenordnung eher selten notwendig ist.

Vom Konzept zum „wachsenden Käfer“

Architekt Christoph Mäckler ist seit rund zwei Jahrzehnten mit dem Terminalprojekt verbunden. Die erste Skizze des neuen Terminals zeichnete er auf ein Stück Papier – inspiriert von der Form eines Käfers. Das Empfangsgebäude bildet den Körper, die Sicherheitskontrolle die Taille, die Flugsteige die Beine.

Mäcklers Vision: ein Terminal, das modular wächst. Im ersten Bauabschnitt wurden alle vertikalen Erschließungselemente wie Treppen, Aufzüge und Rolltreppen integriert. Dadurch lässt sich das Terminal später problemlos erweitern, ohne die Struktur grundlegend ändern zu müssen.

Dieses Konzept hat sich schon jetzt bewährt. Noch während der Bauphase wurde der Sicherheitsbereich vergrößert – ohne größeren Planungsaufwand. Auch ein vierter Flugsteig oder ein zusätzlicher S-Bahnhof lassen sich bei Bedarf ergänzen.

Atmosphärisch statt steril

Für Christoph Mäckler war es wichtig, dass der Terminal nicht nur funktional, sondern auch einladend wirkt. In einem Fernsehinterview mit dem Hessischen Rundfunk erklärte er: „Ich habe nie verstanden, warum Flughafengebäude als Hightech-Teil entworfen werden. Die Passagiere warten hier oft stundenlang und möchten gerne eine angenehme Atmosphäre haben.“

Diese Atmosphäre entsteht durch den gezielten Einsatz von Naturstein in warmen Farbtönen, der in einem Kontrast zu den schwarzen Stahlträgern steht. Ein besonderer Ort im Terminal ist der Marktplatz, dessen Decke vom Stuttgarter Architekturbüro LAVA gestaltet wurde. Die Konstruktion aus gebogenen Aluminiumstangen erinnert an ein Zeltdach und lässt Tageslicht durch eine zentrale Öffnung in den Raum fallen.

Inbetriebnahme für 2026 geplant

Der Rohbau wurde pünktlich an Fraport übergeben. Terminal 3 liegt damit im geplanten Zeitrahmen. Zwei der Flugsteige wurden bereits von den Behörden abgenommen – inklusive Brandschutzfreigabe. Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte zeigte sich zuversichtlich: „Wenn Sie an Themen denken, die es mal irgendwo in Deutschland gab – das sollte hier nicht passieren.“

Die Inbetriebnahme von Terminal 3 ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Damit schafft der Flughafen Frankfurt die Voraussetzungen, auch künftig eine zentrale Rolle im europäischen Luftverkehr zu spielen – mit moderner Infrastruktur, hoher Aufenthaltsqualität und Raum für Wachstum.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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