Elf E-Baumaschinen im Praxistest 05.08.2026, 12:30 Uhr

Elektrifizierte Großbaustelle: Strabag meldet 90 % niedrigere Energiekosten

E-Bagger, E-Kran, Radlader und Straßenfertiger: Strabag testet schwere Elektromaschinen mit einem mobilen 153-kWh-Batteriespeicher.

Strabag-Baustelle in Oberhausen

Strabag hat Umbaumaßnahmen der Bodenaufbereitungsanlage in Oberhausen teilelektrisch umgesetzt. Die Energiekosten ließen sich damit um 90 % senken.

Foto: STRABAG

Bei der Erweiterung einer Bodenaufbereitungsanlage setzte Strabag auf elf elektrisch betriebene Baumaschinen. Die bilanzierten Einsparungen klingen spektakulär, doch der Praxistest offenbart vor allem eines: Ohne konventionelle Backups und eine gehörige Portion Logistik geht bei Großprojekten noch wenig.

Elektromobilität hat längst die Baustellen erreicht – zumindest, wenn es nach den Marketingabteilungen der großen Baukonzerne geht. Wie weit die Technik im rauen Alltagsbetrieb jenseits von innerstädtischen Mini-Baustellen wirklich ist, sollte ein Großversuch von Strabag in Oberhausen zeigen.

Beim Umbau einer Bodenaufbereitungsanlage schickte das Unternehmen elf E-Maschinen ins Rennen. Das Ziel war ambitioniert: Die zulässige jährliche Inputmenge des Standorts sollte von 120.000 t auf 350.000 t mehr als verdoppelt werden. Auf dem 17.600 m² großen Areal fielen Rückbau-, Erd-, Tiefbau- und Asphaltarbeiten an.

Stellenangebote im Bereich Immobilien, Bau, Finanzierung

Immobilien, Bau, Finanzierung Jobs
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Projektingenieure / Projektleiter Gebäude- / Versorgungstechnik (m/w/d) Werner Sobek AG
Frankfurt, Stuttgart, Weinheim, Mannheim Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Ingenieur*in in der Fachrichtung Architektur Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Hochbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter Bereich Wasserwirtschaft (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt-Mittelhausen Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Planungsingenieur (m/w/d) für Siedlungswasserwirtschaft WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
Donauwörth, München-Ost (Grasbrunn), München-West (Planegg), Pfaffenhofen an der Ilm Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Tiefbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur Wasserbau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt, Meiningen, Neustadt an der Orla, Sondershausen Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Planungsleiter / Projektleiter (m/w/d) für Kläranlagen mit Schwerpunkt Ingenieurbau WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Planungsleiter / Projektleiter (m/w/d) für Kläranlagen mit Schwerpunkt Verfahrenstechnik WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Leiter Geschäftsbereich Planung / Bau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
HUESKER Synthetic GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bau- oder Umweltingenieur (m/w/d) HUESKER Synthetic GmbH & Co. KG
Gescher Zum Job 
KRONOS TITAN GmbH-Firmenlogo
RCM Ingenieur - Schwerpunkt Elektrotechnik - (m/w/d) KRONOS TITAN GmbH
Leverkusen Zum Job 
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Betriebsingenieur:in Müllheizkraftwerk (w/m/d) Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Product Safety & Compliance Engineer (m/w/d) - R&D Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
Spar- und Bauverein eG-Firmenlogo
Leiter Technik / Prokurist (m/w/d) Spar- und Bauverein eG
Hannover Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)

Schweres Gerät im Stromeinsatz

Zum elektrisch betriebenen Fuhrpark gehörten ein 25-Tonnen-Bagger, ein Autokran, ein Radlader und ein Straßenfertiger. Der E-Autokran versetzte zwei Fertigteil-Betonschächte mit integrierten Lamellenklärern.

Um Lastspitzen abzufedern, installierte Strabag einen mobilen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 153 kWh. Angaben zur Anschlussleistung, zur Ladeleistung und zur Zahl der Ladezyklen enthält die Unternehmensmitteilung nicht. Daher lässt sich nur begrenzt beurteilen, welchen Anteil der Speicher an der Energieversorgung der Baustelle hatte.

90 % weniger Energiekosten, aber kaum Vergleichsdaten

Nach Angaben von Strabag erreichten insbesondere die schweren elektrischen Baumaschinen ein Leistungsniveau, das mit Dieselgeräten vergleichbar sei. Als weitere Vorteile nennt der Konzern geringere Geräuschemissionen und den Wegfall direkter Abgasemissionen am Einsatzort.

Besonders auffällig ist die Kostenbilanz: Die Energiekosten sollen auf der Baustelle um rund 90 % gesunken sein. Zudem errechnet Strabag eine Einsparung von rund 18 t CO₂.

Für die genannten Einsparungen veröffentlicht Strabag keine detaillierte Berechnungsgrundlage. So bleibt unklar, auf welchen Energiepreisen, Verbrauchswerten und Vergleichszeiträumen die Angaben beruhen.

Hybridbetrieb statt vollständig elektrischer Baustelle

Eine rein elektrische Baustelle war das Projekt nicht. Um die Arbeiten in möglichst kurzer Zeit abzuschließen, setzte Strabag zusätzlich konventionelle Maschinen ein. Diese sowie die Fahrzeuge für die Baustellenlogistik wurden nach Angaben des Unternehmens mit HVO100 betrieben. Dabei handelt es sich um einen paraffinischen Kraftstoff, der konventionellen Diesel ersetzen kann.

Das Projekt in Oberhausen war damit eine teilelektrische Baustelle mit gemischtem Maschinenpark. Es zeigt, dass auch schwere E-Baumaschinen inzwischen unter realen Baustellenbedingungen eingesetzt werden können. Eine belastbare Bewertung ihrer Produktivität und Wirtschaftlichkeit ist auf Grundlage der veröffentlichten Daten jedoch nicht möglich.

Als größte Hürden nennt Strabag die höheren Gerätekosten, die begrenzte Verfügbarkeit elektrischer Maschinen und den Aufbau einer ausreichend leistungsfähigen Ladeinfrastruktur.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.