Robotik 19.03.2025, 17:00 Uhr

Robocup 2025: Wer beherrscht die Maschinen am besten?

Beim Robocup gibt es längst mehr als kickende Roboter zu sehen. Viele Teams lösten auch Aufgaben im Alltag und in Fabriken.

Auch praxisnahe Roboter traten bei den Robocup  German Open 2025 an.  Im Bild ist ein Serviceroboter des Teams NimbRo der Universität Bonn. Foto: Universität Bonn

Auch praxisnahe Roboter traten bei den Robocup German Open 2025 an. Im Bild ist ein Serviceroboter des Teams NimbRo der Universität Bonn.

Foto: Universität Bonn

Die Robotik macht aktuell große Entwicklungsschritte. Doch es braucht auch weiterhin menschlichen Nachwuchs. Denn ganz von allein funktionieren Roboter auch mit KI-Unterstützung noch nicht.  Wie viel Spaß junge Menschen beim Einsatz von Robotern haben, war bei den „Robocup German Open 2025“ in Nürnberg zu erleben. Rund 1000 Personen aus zwölf Nationen traten in verschiedenen Ligen in den Bereichen Fußball, Industrie, Service und Rettung an. In Wettbewerben galt es, die Maschinen besser zu beherrschen als die anderen Teams.

Noch immer sorgen dabei vor allem die autonom Fußball spielenden Roboterteams für Staunen. Egal ob mit humanoiden Robotern oder auf Rollen ‒ die Regeln sind für alle klar: Wer den Ball öfter ins Tor des Gegners bringt, der gewinnt. Wer Technik und Strategie beherrscht, hat gute Chancen auf den Sieg. Weniger Spiel und mehr Praxisbezug gab es dagegen in den Wettbewerben mit intelligenten Assistenzrobotern in Haushalt, Industrie und Rettungseinsätzen.

Roboter aus Bonn gewinnt Home-Liga beim Robocup

In der „@Home-Liga“ sollen beispielswiese Assistenzroboter hilfebedürftige Personen in Alltagsumgebungen unterstützen. In neun Testdisziplinen müssen die Roboter dabei ihre Fähigkeiten in realistischen häuslichen Umgebungen unter Beweis stellen. Die Aufgaben: Besucher in Empfang nehmen und diese anderen Personen vorstellen, beim Tragen von Gepäck helfen, Hausregeln durchsetzen, Einkäufe verstauen, die Küche aufräumen sowie Gäste in einem Restaurant bedienen. Die Roboter müssen dazu über Sprache und Körpersprache mit den Menschen interagieren, selbstständig in beengten Umgebungen navigieren sowie verschiedene Objekte greifen, transportieren und ablegen.

Bonner Haushaltsroboter gewinnen die Robocup German Open 2025: Bei den offenen deutschen Meisterschaften in Nürnberg überzeugten die Serviceroboter der Universität Bonn. Foto: Universität Bonn

Bonner Haushaltsroboter gewinnen die Robocup German Open 2025: Bei den offenen deutschen Meisterschaften in Nürnberg überzeugten die Serviceroboter der Universität Bonn.

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Laut dem Gewinnerteam NimbRo von der Universität Bonn waren in dieser Liga zwei Tests besonders herausfordernd, bei denen die zu lösende Aufgabe durch Sprachkommandos mitgeteilt werden musste. Das Team nutzte dazu zwei mobile Roboter mit menschenähnlichem Oberkörper. Diese nehmen ihre Umgebung mittels Kameras, Laserscannern und einem Mikrofon wahr und steuern zahlreiche Motoren und einen Lautsprecher an, um Assistenzaufgaben selbstständig zu erledigen. Dabei sind laut dem Team Methoden aus der KI-Forschung entscheidend, mit denen Bilder und Sprache analysiert werden. KI kommt bei dem Team auch in der Aktions- und Bewegungsplanung sowie den Dialogsystemen zum Einsatz.

Bereits in der Vorrunde waren die Bonner in Führung gegangen und konnten den Vorsprung in der Hauptrunde ausbauen. Dabei musste erstmals auch eine Schranktür geschlossen und eine Eingangstür geöffnet werden. „In der Zukunft werden Assistenzroboter einen wichtigen Beitrag leisten, sodass hilfsbedürftige Menschen länger selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung leben können“, zeigte sich Sven Behnke, Leiter der Arbeitsgruppe Autonome Intelligente Systeme und Direktor des Instituts für Informatik VI – Intelligente Systeme und Robotik der Universität Bonn, überzeugt.

Team aus Aachen gewinnt Logistik-Liga beim Robocup

Die Herausforderungen in der Robocup Logistics League (RCLL): In einer simulierten Fabrikumgebung müssen die mobilen Roboter Produktions- und Logistikaufgaben erledigen. Ziel ist es innerhalb von 20 min randomisierte Bestellungen voll autonom anzufertigen. Jedem Team steht dazu ein Set an Produktionsmaschinen zur Verfügung, die die einzelnen Arbeitsschritte übernehmen. Die mobilen Roboter müssen dabei selbstständig navigieren, Teile manipulieren, sie zwischen den einzelnen Arbeitsstationen transportieren und die Maschinen bedienen. Durch die Randomisierung und limitierte Ressourcen ergibt sich ein komplexes Planungsproblem. Dabei müssen sich die Roboter in einer sich dynamisch verändernden Umgebung beweisen.

Das Aachener Team Carologistics gewinnt bei den Robocup German Open2025 in der Logistics League. Foto: FH Aachen

Das Aachener Team Carologistics gewinnt bei den Robocup German Open 2025 in der Logistics League.

Foto: FH Aachen

Am besten gelang das dem Team Carologistics. Die Aachener setzten sich gegen vier Wettbewerber durch und gewannen mit 3:1-Siegen vor dem Team der HSLU Luzern aus der Schweiz. Carologistics ist ein interdisziplinäres Team aus Studierenden und Forschenden der FH Aachen (Maskor Institut) und der RWTH Aachen (Knowledge-based Systems Group; Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Inferenz), das sich auf autonome Robotik spezialisiert hat. Das Team vereint nach eigener Aussage Expertisen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Softwareentwicklung und Robotik. Seit 2012 nehmen die „Caros“ erfolgreich an der Robocup Logistics League (RCLL) teil.

Team aus Schweinfurt hat beim Robocup die smarte Fabrik im Griff

Beim Robocup@Work-Wettbewerb geht es im Wesentlichen darum, mit fahrerlosen Transportsystemen eine sogenannte „Smart Factory“ nachzustellen. Darin bringen ähnlich wie im Logistikszenario nicht Menschen, sondern Roboter die Werkstücke von einem Ort zum nächsten. Die Roboter müssen dabei Werkstücke von ähnlich aussehenden Gegenständen eindeutig unterscheiden, sicher greifen und an einen festgelegten Ablageort transportieren.

Als zusätzliche Herausforderung gab es in diesem Jahr verschiedene Oberflächen, von denen die Werkstücke eingesammelt werden mussten. Roboter mussten dazu Schrauben, Motoren und Ähnliches auf einer glänzenden weißen Oberfläche, auf strukturiertem Holz oder gar auf einem Kunstrasen zuverlässig erkennen. Beim Ablegen mussten die Roboter dagegen beispielsweise blaue und rote Plastikbehälter voneinander unterscheiden oder die Bauteile auch auf einem schrägen Regal sicher platzieren.

Die amtierenden Weltmeister der Robocup@Work-Liga sind nun auch deutsche Meister: Das THWS-Team „SWOT“ dominierte die German Open und bereitet sich nun darauf vor, den Weltmeistertitel zu verteidigen. Foto: Eva Kaupp / THWS

Die amtierenden Weltmeister der Robocup@Work-Liga sind nun auch deutsche Meister: Das THWS-Team „SWOT“ dominierte die German Open und bereitet sich nun darauf vor, den Weltmeistertitel zu verteidigen.

Foto: Eva Kaupp / THWS

Am besten gelang es dem Team „„SWOT“ des Centers für Robotik (CERI) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS). Die amtierenden Weltmeister in der Robocup-Disziplin sicherten sich beim Heimspiel erneut den Titel als Deutscher Meister. Für den Leiter des SWOT-Teams ist das nicht selbstverständlich: „Man darf zu keinem Zeitpunkt siegessicher sein“, betonte Tobias Kaupp, Leiter des CERI. „Bei einem Hardwareproblem oder Startfehler kann man in einem Lauf plötzlich mit null Punkten dastehen.“

Dennoch gewann das Team jede der sechs Runden des insgesamt viertägigen Wettbewerbs. Am Ende gab es mit rund 8700 Punkten sogar einen komfortablen Vorsprung vor dem zweitplatzierten Team mit rund 7200 Punkten. Selbst bei verengten Fahrwegen fand der breiteste Roboter in dieser Wettbewerbskategorie Lösungen. Nur bei einer Aufgabe musste das Team aus Schweinfurt passen: Zu den fortgeschrittenen Aufgaben gehörte, eine Schraube zu einer Oberfläche mit mehreren Aussparungen zu transportieren, den einzig passenden Schlitz zu identifizieren und zuletzt die Schraube so gezielt abzulegen, dass sie hineinfällt. Hier gab sich der SWOT-Roboter geschlagen – kündigte dies aber immerhin mit seiner Sprachausgabe an: „Cavity not found!“

Doch wie sagte einst die Trainerlegende Sepp Herberger: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ So laufen nun auch für das SWOT-Team die Vorbereitungen auf den nächsten Wettbewerb. Das nächste Ziel ist es, bei Weltmeisterschaft in Brasilien kommenden Juli den Titel zu verteidigen.

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

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