Ein Millionstel Gramm genau 02.10.2013, 15:15 Uhr

Neues Kontrollsystem für Mikroschmierung

Bei der Mikroschmierung von Präzisionskugellagern erweist sich die Dosierung immer wieder als Achilles-Verse. Denn schon kleinste Ungenauigkeiten führen zum Trockenlaufen. Ein neues Kontrollsystem soll dies zukünftig verhindern

Herzstück des neuen Dosiersystems ist eine Mikromembranpumpe aus Silizium. Diese saugt mit einer vibrierenden Membran kleinste Menge Schmieröl an und stößt diese wieder aus. Im Dosierkanal selbst sind Sensoren angebracht. Diese kontrollieren die Schmierstoff-Menge anhand injizierter Luftblasen. 

Herzstück des neuen Dosiersystems ist eine Mikromembranpumpe aus Silizium. Diese saugt mit einer vibrierenden Membran kleinste Menge Schmieröl an und stößt diese wieder aus. Im Dosierkanal selbst sind Sensoren angebracht. Diese kontrollieren die Schmierstoff-Menge anhand injizierter Luftblasen. 

Foto: Fraunhofer EMFT

Industrieunternehmen, die mit Hochleistungsfräsern arbeiten, sind stets darum bemüht, ihren Schmierstoffverbrauch zu reduzieren. Denn dann sparen sie Produktionskosten, schonen die Maschinen und senken die Ölbelastung in der Luft, die für Mitarbeiter zur gesundheitlichen Bedrohung werden kann. Der Trend geht daher zu Mikroschmiersystemen.

Das Problem: Die Zuverlässigkeit dieser Dosiersysteme galt bislang als limitierender Faktor und Gefahrenquelle. Denn schon kleinste Unregelmäßigkeiten bei der Ölzufuhr führen dazu, dass Maschinenlager trocken laufen. Forscher der Fraunhofer-Einrichtung für modulare Festkörper-Technologie in München haben deshalb ein neues Mikroschmiersystem mit einem Sensor-Kontrollsystem entwickelt.

Winzige Mikromembranpumpe

Herzstück des neuen Mikroschmiersystems mit integriertem Ölreservoir ist eine winzige Mikromembranpumpe, die kleiner als ein Cent-Stück ist. Auf der Membran sitzt eine kleine Scheibe aus Piezokeramik, die vom elektrischen Takt eines Ansteuermoduls von der Größe einer Streichholzschachtel in Schwingung versetzt wird. Bis zu einhundertmal pro Sekunde saugt die vibrierende Membran eine kleine Menge Flüssigkeit an und stößt diese wieder aus. Somit ist es möglich, Dosierungen von unter 25 Mikrogramm Schmieröl ins Präzisionskugellager von Hochleistungsspindeln zu pumpen – das entspricht einem Millionstel Gramm. Um die optimale Ölmenge für die Lagerschmierung zu finden, führte das Industrieunternehmen Paul Müller parallel zur Entwicklung Tests an Werkzeugmaschinenspindeln durch.

Das neue Mikroschmiersystem bietet mehrere Vorteile: Zum einen lassen sich durch die geringen Dosiereinheiten 95 Prozent Schmierstoff einsparen. Ein ökonomischer und ökologischer Pluspunkt. Zum anderen reduzieren sich die Reibbeiwerte im Lager, so dass die Hochgeschwindigkeitsspindeln noch effizienter arbeiten.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Office Group Planen & Bauen GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Office Group Planen & Bauen GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Bauleiter*in Tiefbau / Fahrleitung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Maschinenbau Silberhorn GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) (Sonder-)Maschinenbau Maschinenbau Silberhorn GmbH
Parsberg (Lupburg) Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 

Auch die Arbeitsumgebung wird sicherer, da die Ölbelastung in der Luft sinkt. Die Pumpe selbst besteht aus Silizium, da das Material ausgezeichnete elastomechanische Eigenschaften aufweist. Die Folge: Ohne nennenswerte Verschleiß- und Ermüdungserscheinungen arbeitet sie bis zu 20 000 Stunden. Alle Komponenten sind zudem so klein gebaut, dass sie Platz in der Spindel selbst finden. Ein externes Schmieraggregat ist somit überflüssig.

Neues Kontrollsystem verhindert, dass Lager heiß laufen

Bei dieser Mikrodosierung muss das System zuverlässig arbeiten, damit das Maschinenlager nicht trocken läuft. Wichtig ist ein geschlossener Schmierfilm auf den Lageroberflächen. Sichergestellt wird dies durch eine neue Kontrollmethode: Dabei injiziert das System zum Abschluss eines Dosierintervalls eine Gasblase in den Dosierkanal. Im Kanal selbst sind mehrere Sensoren angebracht, welche die Geschwindigkeit der Blase erfassen und daraus die dosierte Ölmenge ableiten. Ein Mikrochip kann die Pumpfrequenz je nach gewünschter Fördermenge neu einstellen. Derzeit arbeitet das Fraunhofer Team an einem Dosieralgorithmus, der sogar Dosiermengen von fünf Mikrogramm ermöglichen soll.

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitete während seines Studiums der Kommunikationsforschung bei verschiedenen Tageszeitungen. 2012 machte er sich als Journalist selbstständig. Zu seinen Themen gehören Automatisierungstechnik, IT und Industrie 4.0.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.