Fokus auf Physical AI 10.06.2026, 20:05 Uhr

Amazon, Nvidia, Bosch: Warum alle auf Neura setzen

Neura Robotics sammelt bis zu 1,4 Mrd. $ ein. Amazon, Nvidia und Bosch setzen auf die deutsche Vision von Physical AI.

David Reger von Neura Robotics

David Reger gründete Neura Robotics im Jahr 2019. Mit einer angekündigten Finanzierungsrunde von bis zu 1,4 Mrd. $ will das Unternehmen seine Position im globalen Wettbewerb um kognitive und humanoide Robotersysteme ausbauen.

Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Der Wettlauf um die nächste Generation künstlicher Intelligenz findet längst nicht mehr nur in Rechenzentren statt. Immer stärker rückt die physische Welt in den Fokus. Roboter sollen künftig nicht nur Daten verarbeiten, sondern Aufgaben in Fabriken, Lagerhallen, Krankenhäusern oder Privathaushalten übernehmen. Genau auf diesen Markt setzt das deutsche Unternehmen Neura Robotics.

Der Robotikhersteller aus Metzingen hat nun eine Series-C-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von bis zu 1,4 Mrd. $ angekündigt. Zu den Geldgebern gehören unter anderem Amazon, Nvidia, Qualcomm, Bosch, Schaeffler, die Europäische Investitionsbank sowie weitere Technologie- und Finanzinvestoren. Sollte die Finanzierung vollständig umgesetzt werden, wäre dies eine der größten Kapitalrunden, die ein europäisches Robotikunternehmen bislang bekanntgegeben hat.

Neura will mehr sein als ein Roboterhersteller

Neura Robotics verfolgt einen Ansatz, der über klassische Industrieroboter hinausgeht. Das Unternehmen entwickelt nicht nur die Maschinen selbst, sondern auch die zugrunde liegende Software, Sensorik und KI-Infrastruktur.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Scientist for FPGA-based RF signal processing and control (m/f/d) Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter Export - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt-Firmenlogo
Projektmanager Altlastensanierung (m/w/d) Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt
Magdeburg Zum Job 
Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Qualitätsmanagement (m/w/d) Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH
Nordrach Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Projektingenieur Kraftwerk (d/m/w) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Business Development Manager - Western Europe (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
SAP Business Technology Platform Engineer (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Field Application Engineer Personal Hygiene EIMEA (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 

Im Zentrum steht das sogenannte „Neuraverse“. Dabei handelt es sich um eine Plattform, auf der Roboter Fähigkeiten austauschen und gemeinsam lernen sollen. Die Grundidee: Erkenntnisse, die ein Roboter sammelt, können anderen Systemen zur Verfügung gestellt werden. Dadurch soll die Entwicklung neuer Anwendungen deutlich schneller werden.

Gründer und CEO David Reger sieht darin den nächsten Schritt der KI-Entwicklung: „Die Zukunft der KI wird nicht einfach auf Bildschirmen stattfinden. Sie wird sich bewegen, interagieren, lernen und in der realen Welt an unserer Seite arbeiten.“

Der Fokus liegt auf „Physical AI“

In der Branche gewinnt derzeit ein Begriff zunehmend an Bedeutung: Physical AI. Gemeint sind KI-Systeme, die nicht nur Informationen verarbeiten, sondern aktiv mit ihrer Umgebung interagieren.

Ein solcher Roboter muss seine Umwelt wahrnehmen, Entscheidungen treffen und auf Veränderungen reagieren können. Kameras, Mikrofone, Sensoren und leistungsfähige Rechner arbeiten dabei zusammen. Das Ziel sind Maschinen, die flexibel auf neue Situationen reagieren können, statt lediglich vorprogrammierte Abläufe abzuarbeiten.

Nach Angaben des Unternehmens soll das frische Kapital vor allem in fünf Bereiche fließen:

  • Ausbau der Neuraverse-Plattform
  • Entwicklung kognitiver und humanoider Roboter
  • Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten
  • Einrichtung weiterer „NEURA Gyms“ als Trainingszentren für Roboter
  • Entwicklung neuer Physical-AI-Systeme

Industriegrößen steigen ein

Auffällig ist die Zusammensetzung des Investorenkreises. Neben Finanzinvestoren beteiligen sich zahlreiche Unternehmen, die selbst wichtige Bausteine moderner Robotik liefern.

Qualcomm bringt beispielsweise Know-how bei Edge-KI und Prozessoren ein. Amazon steuert Cloud-Infrastruktur und KI-Dienste bei. Bosch und Schaeffler verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in Fertigung, Sensorik und Automatisierung. Nvidia wiederum gilt als einer der wichtigsten Anbieter von KI-Hardware weltweit.

Die Investoren setzen damit nicht nur auf einzelne Roboterprodukte. Sie investieren in eine Plattform, die langfristig verschiedene Technologien zusammenführen soll.

Mehr als eine Vision?

Nach Unternehmensangaben liegt der aktuelle Auftragsbestand samt strategischer Projektpipeline bereits bei mehr als 1 Mrd. $. Das deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach intelligenten Robotersystemen deutlich wächst.

Tatsächlich sprechen mehrere Trends für diesen Markt. Viele Industrieländer kämpfen mit Fachkräftemangel und alternden Bevölkerungen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Produktivität und Automatisierung. Roboter könnten künftig Aufgaben übernehmen, die heute nur mit hohem Personaleinsatz zu bewältigen sind.

Bosch-Chef Stefan Hartung verweist auf die Chancen humanoider Systeme: „Im Bereich der humanoiden Robotik sehen wir erhebliche Wachstumschancen.“ Auch Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld sieht in der Zusammenarbeit mit Neura ein wichtiges Zukunftsfeld für die Industrie.

Europas Antwort auf die Robotik-Offensive?

Die eigentliche Bedeutung der Finanzierungsrunde reicht möglicherweise über das Unternehmen selbst hinaus. Während die großen KI-Plattformen bisher vor allem aus den USA stammen und China massiv in Robotik investiert, versucht Neura, eine europäische Alternative aufzubauen.

David Reger formuliert den Anspruch deutlich: „Viele haben geglaubt, dass global relevante KI-Infrastrukturunternehmen nur im Silicon Valley entstehen könnten.“

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.