Anzeige

Lithiumniobat: Photonik bringt neue Dynamik in Quantencomputer

04. Juni 2025

Lithiumniobat: Photonik bringt neue Dynamik in Quantencomputer
Lichtbasierte Technologien ermöglichen Fortschritte im Quantencomputing. Aus Fraunhofer-Laboren in Jena kommt jetzt eine neue Generation photonischer Schaltkreise. Das Bild zeigt eine integrierte optische Schaltung mit Glasfaseranschlüssen (oben und unten). Über die Goldelektroden an den Seiten werden die Modulatorsignale eingespeist. Foto: Fraunhofer IOF
Photonik ermöglicht Fortschritte im Quantencomputing. Aus Fraunhofer-Laboren in Jena kommt jetzt eine neue Generation photonischer Schaltkreise.
Anzeige
Anzeige


Ein Forschungsteam des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena hat nach eigenen Angaben photonische Schaltkreise auf Basis von Dünnschicht-Lithiumniobat (LNOI) weiterentwickelt. Diese Technologie soll künftig in Quantencomputern und KI-Systemen eingesetzt werden. Das IOF stellt diese Technologie Ende Juni auf der Fachmesse World of Quantum in München vor.

Photonisch integrierte Schaltkreise gelten als Alternative zu klassischen elektronischen Chips. Sie verarbeiten keine elektrischen, sondern Lichtsignale – in speziell gefertigten Wellenleitern und Interferometern. Diese lassen sich in Lithiumniobat realisieren, einem Material, das in der optischen Kommunikation bereits seit Jahrzehnten zum Einsatz kommt. Das Fraunhofer IOF nutzt für seine Neuentwicklung jetzt Dünnschicht-Lithiumniobat, aufgewachsen auf einem Isolator (LNOI: Lithium Niobate-On-Insulator). Damit lassen sich hochpräzise und skalierbare optische Komponenten für Quantencomputer herstellen. Möglich werde dies durch Fertigungstechniken aus der Halbleiterindustrie, und das Verfahren sei „dadurch sofort skalierbar“, so das IOF in seiner Mitteilung.

Anzeige
Anzeige

Lithiumniobat gilt als Basis für die erfolgreiche Entwicklung photonischer Quantencomputer

„Mit der LNOI-Technologie können wir photonische Komponenten mit sehr hoher Bandbreite, geringer Verlustleistung und kompakter Bauweise herstellen“, erklärt Falk Eilenberger, Leiter der Abteilung für Mikro- und nanostrukturierte Optik am IOF. Diese Eigenschaften seien entscheidend für künftige Anwendungen in der Kommunikation und Datenverarbeitung, so Frank Setzpfandt, Forscher an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Gemeinsam mit weiteren Partnern sind die Teams rund um ihn und Eilenberger im Forschungsprojekt PhoQuant aktiv, das explizit diese Lithiumniobat-Technologie für photonische Quantencomputer entwickeln soll.

Die am IOF entwickelte LNOI-Technologie habe den Vorteil, dass sie Verarbeitungsgeschwindigkeiten im 100 GHz-Bereich erlaubt, so das Institut. So liege die Steuerspannung für die Modulatoren im Bereich weniger Volt. „Das bietet deutliche Vorteile bei der Anwendung von optischen integrierten Schaltkreisen“, erklärt Eilenberger. Die Jenaer entwickeln neben den Modulatoren eine ganze Palette integrierter optischer Komponenten auf Basis von Lithiumniobat. Die optischen Schaltkreise eignen sich für verschiedene spezielle Aufgaben – wie für künstliche Intelligenz. „Perspektivisch werden optische Computer solche Aufgaben schneller und erheblich energieeffizienter ausführen als konventionelle Schaltkreise“, so Eilenberger.

Im Projekt ProQuant wollen Forschung und Industrie in Deutschland den photonischen Quantencomputer einsatzreif machen

Photonische Quantencomputer nutzen Lichtteilchen um Informationen zu verarbeiten. Daher benötigen sie im Gegensatz zu anderen Quantencomputern keine aufwendige Kühlung. Die von den Jenaer Teams entwickelten Lithiumniobat-Schaltungen dienen dabei als zentrale Recheneinheiten, in denen Quantenlicht verarbeitet, gemessen und mit anderen Qubits verknüpft werden kann.

Anzeige
Anzeige
Das Team am Fraunhofer IOF hat für die LNOI-Schaltkreise sowohl die optische als auch die elektrische Verbindungstechnik entwickelt.

Mit einer Förderung von rund 50 Mio. € durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zielt das Projekt auf die Entwicklung eines photonischen Quantencomputers mit bis zu 100 Qubits ab. Diese Quantencomputern sollen dann komplexe Prozesse optimieren, so zum Beispiel in der Echtzeitplanung beim Flughafenbetrieb. An der Universität Paderborn wurde Deutschlands erster photonischer Quantencomputer namens „PaQS“ (Paderborn Quantum Sampler) entwickelt und im Oktober letzten Jahres vorgestellt. Er nutzt gequetschte Lichtzustände für komplexe Berechnungen. PaQS gilt bei seiner Vorstellung als Europas größter sampling-basierter Quantencomputer und wurde im Rahmen der PhoQuant-Initiative realisiert.

Europas photonische Zukunft

Das europäische Projekt „EPIQUE“ (European Photonic Quantum Computer) unter der Leitung der Universität Paderborn verfolgt das Ziel, bis Ende 2026 einen photonischen Quantencomputer zu entwickeln. Mit einer EU-Förderung von über 10 Mio. € arbeiten 18 internationale Partner an einer skalierbaren, lichtbasierten Quantenplattform. EPIQUE ist eines der ambitioniertesten Vorhaben in der europäischen Quantenforschung. Deutschland investiert erheblich in die Entwicklung von Quantentechnologien und insbesondere in die Photonik.

Anzeige
Anzeige


Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige