Anzeige

Kosmischer Gigant enthüllt: 1,4 Mrd. Lichtjahre lange Superstruktur

20. Februar 2025

Superstrukturen im nahen Universum
Galaxien (flächige Farben) und Galaxienhaufen (schwarze Punkte) in einer Entfernung von 416 bis 826 Millionen Lichtjahren. Bekannt sind 5 Superstrukturen: 1 Quipu, 2 Shapley, 3 Serpens-Corona Borealis und Herkules (übereinander), 4 Sculptor-Pegasus. Foto: MPE/MPP
Größte Superstruktur im nahen Universum entdeckt: Eine 1,4 Mrd. Lichtjahre lange Anordnung von Galaxienhaufen gibt neue Einblicke in kosmologische Prozesse.
Anzeige
Anzeige


Astronomen haben die größte jemals sicher gemessene kosmische Struktur im nahen Universum entdeckt. Diese Superstruktur erstreckt sich über etwa 1,4 Milliarden Lichtjahre und besteht hauptsächlich aus Dunkler Materie. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) und des Max-Planck-Instituts für Physik (MPP) haben bei dieser Entdeckung eng mit Teams in Spanien und Südafrika zusammengearbeitet. Die Entdeckung basiert auf Daten der Himmelsdurchmusterung des Röntgensatelliten ROSAT.

Inhaltsverzeichnis

Wie ist das Universum strukturiert?

Das Universum erscheint auf extrem großen Skalen nahezu gleichmäßig verteilt. Doch in kleineren Entfernungen unter einer Milliarde Lichtjahre zeigt sich eine komplexe Struktur aus Materieansammlungen in Form von Superhaufen, Filamenten und ausgedehnten Leerräumen. Diese großräumigen Strukturen entstanden im Laufe von Milliarden Jahren durch die Gravitationskraft, die Materie in dichten Regionen anhäufte und andere Gebiete nahezu leer ließ.

Anzeige
Anzeige

Die neue Struktur, die Forschende nun identifiziert haben, befindet sich in einer Entfernung zwischen 416 und 826 Millionen Lichtjahren. Sie fällt durch ihre außergewöhnliche Größe auf und verläuft vom hohen Nordhimmel bis fast zum südlichen Ende des Himmels. Die Superstruktur besteht aus insgesamt 68 bekannten Galaxienhaufen, die eine geschätzte Gesamtmasse von 2,4 * 10^17 Sonnenmassen besitzen. Damit übertrifft sie die Sloan Great Wall, die mit etwa 1,1 Milliarden Lichtjahren bislang als größte sicher vermessene Struktur galt.

Wie entstehen Superstrukturen?

Nach dem Urknall begann das Universum mit einer nahezu homogenen Verteilung von Materie. Doch durch kleine Schwankungen in der Dichte formten sich Regionen mit höherer und niedrigerer Materiekonzentration. Die Schwerkraft zog Materie in dichte Bereiche, wodurch sich im Laufe von Milliarden Jahren Galaxienhaufen, Superhaufen und schließlich gigantische Superstrukturen bildeten.
Diese Verteilung der Materie wird oft als kosmisches Netz oder kosmische Filamente bezeichnet. Dabei sind dichte Regionen durch Filamente aus Galaxien und Dunkler Materie verbunden, während sich dazwischen große, nahezu leere Bereiche – sogenannte Voids – erstrecken.

Wie wurde die Struktur entdeckt?

Die Grundlage für diese Entdeckung bildet ein umfangreicher Katalog von Galaxienhaufen im nahen Universum. Dieser Katalog basiert auf Beobachtungen des deutschen Röntgensatelliten ROSAT, der 1990 erstmals mit einem hochauflösenden Röntgenteleskop den gesamten Himmel durchmusterte.

„Der Katalog wurde mit Hilfe des Röntgensatelliten ROSAT erstellt, der 1990 am MPE zum ersten Mal mit einem hochauflösenden Röntgenteleskop den gesamten Himmel erfasst hat“, erläutert Joachim Trümper, emeritierter Direktor des MPE und Leiter des ROSAT-Projekts.

Anzeige
Anzeige

Über Jahrzehnte hinweg arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, die im Katalog aufgeführten Galaxienhaufen präzise zu identifizieren und ihre Entfernungen zu bestimmen. Diese mühsame Arbeit ermöglichte die Rekonstruktion eines dreidimensionalen Modells der großräumigen Materieverteilung im Universum.

Die Methode ähnelt einer topografischen Landkarte, bei der Berge und Täler hervorgehoben werden, um die Geländeform darzustellen. In der kosmischen Kartierung markieren Galaxienhaufen die Regionen mit hoher Materiedichte, während die dazwischenliegenden Bereiche nur spärlich mit Galaxien besetzt sind.

Anzeige
Anzeige

Bedeutung für die Kosmologie

Die Entdeckung dieser gewaltigen Struktur hat weitreichende Implikationen für unser Verständnis des Universums. Sie spielt eine zentrale Rolle für die Untersuchung der kosmischen Expansion sowie für die Analyse der kosmischen Hintergrundstrahlung – der Strahlung, die kurz nach dem Urknall entstanden ist und Aufschluss über die frühe Entwicklung des Universums gibt.

Ein wichtiger Aspekt ist die Hubble-Konstante, die die Expansionsrate des Universums beschreibt. Großräumige Strukturen wie die neu entdeckte Superstruktur können Messungen dieser Konstante beeinflussen und zu präziseren Ergebnissen führen.

„Auch wenn es sich dabei nur um Korrekturen von wenigen Prozent handelt, werden diese mit zunehmender Genauigkeit der kosmologischen Beobachtungen immer wichtiger“, betont Gayoung Chon vom MPP.

Der Name: Quipu

Das Forschungsteam entschied sich, der Struktur den Namen „Quipu“ zu geben. Der Begriff stammt aus der Sprache der Inkas und bezeichnet ein System von Knoten in Schnüren, das für Buchhaltung und Kommunikation genutzt wurde. Die Form der Superstruktur erinnert an dieses Knotensystem, da sie aus einem langen Hauptstrang mit zahlreichen Verzweigungen besteht.

Die Namenswahl hat zudem einen geografischen Bezug: Ein Großteil der Entfernungsmessungen der Galaxienhaufen erfolgte an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile. Dort befinden sich auch viele der archäologisch erhaltenen Quipus, die im Museum der Hauptstadt Santiago de Chile ausgestellt sind. So verbindet sich eine hochmoderne astronomische Entdeckung mit einem historischen Kommunikationssystem der Inkas.

Hier geht es zur Originalpublikation



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige