Gehälter im Vergleich 05.01.2026, 08:00 Uhr

Studie zeigt: Indische Fachkräfte sind Topverdiener in Deutschland

Wer in Deutschland in Technik, Forschung und Naturwissenschaften arbeitet, kann richtig verdienen – und indische Fachkräfte liegen dabei an der Spitze.

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Indische Fachkräfte gehören in Deutschland zu den Topverdienern – besonders in MINT-Berufen.

Foto: panthermedia.net/ AndreyPopov

Indische Fachkräfte verdienen in Deutschland besonders gut – vor allem in akademischen MINT-Berufen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Unter den Vollzeitbeschäftigten liegen Inder im Median bei 5393 €, gefolgt von Österreichern mit 5322 € und US-Amerikanern mit 5307 €. Deutsche Vollzeitkräfte kommen auf 4177 €, ausländische Beschäftigte insgesamt auf 3204 €. Die Zahlen stammen aus einer IW-Auswertung auf Basis der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit und beziehen sich auf Staatsangehörige mit mehr als 5000 Vollzeitbeschäftigten in Deutschland.

Seit 2012 ist die Zahl ausländischer Arbeitskräfte um mehr als 150 % gestiegen – besonders stark in akademischen MINT-Berufen. Indische Fachkräfte stachen dabei heraus: Ihre Zahl in diesen Berufen hat sich seit 2012 fast verneunfacht, und rund ein Drittel der 25- bis 44-jährigen Inder arbeitet inzwischen in diesem Bereich. Auch die Hochschulzuwanderung trägt dazu bei: Immer mehr indische Studierende kommen nach Deutschland, viele bringen schon Deutschkenntnisse mit, schließen ihr Studium erfolgreich ab und wollen bleiben. Zudem steigt ihr Beitrag zur Forschung – die Zahl der Patentanmeldungen von Erfinderinnen und Erfindern mit indischen Wurzeln hat sich seit 2000 verzwölffacht.

Medianlöhne nach Alter und Herkunft

Die Analyse der Medianlöhne zeigt deutliche Unterschiede: Beschäftigte ab 45 Jahren verdienen im Median 4180 €, die 25- bis 44-Jährigen 4034 €. Unter allen Vollzeitkräften liegt der Median bei 4013 €, die unter 25-Jährigen verdienen deutlich weniger. Deutsche Vollzeitkräfte erzielen 4177 €, ausländische Beschäftigte insgesamt 3204 €. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne deutscher Vollzeitkräfte um 5,9 %, die ausländischer Beschäftigter um 5,6 %.

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Spitzenverdiener nach Ländern (Medianlohn 2024):

  • Indien: 5393 € – rund ein Drittel in akademischen MINT-Berufen
  • Österreich: 5322 €
  • USA: 5307 €
  • Deutschland: 4177 €
  • Bulgarien: 2681 €
  • Rumänien: 2762 €
  • Syrien: 2750 €

Das hohe Gehaltsniveau bei Indern, Österreichern und US-Amerikanern hängt häufig damit zusammen, dass sie in wirtschaftlich starken Städten und in MINT-Berufen arbeiten. Bei Gruppen mit niedrigeren Medianlöhnen wie Bulgarien, Rumänien oder Syrien ist ein großer Teil in Helferberufen tätig.

Auch in akademischen MINT-Berufen zeigt sich die Lohnentwicklung klar:

  • Deutsche Vollzeitkräfte (25–44 Jahre): 5734 € → 5962 €
  • Ausländische Beschäftigte (25–44 Jahre): 5608 € → 5818 €
  • Indische Vollzeitkräfte (25–44 Jahre): 6172 €

Großes Potenzial für Deutschland

Der demografische Wandel macht qualifizierte Zuwanderung künftig noch wichtiger. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz kann sein Potenzial nur voll ausschöpfen, wenn Verwaltungsprozesse effizienter werden. Besonders wichtig ist die Hochschulzuwanderung, unterstützt durch Angebote zum Spracherwerb, Studienerfolg und den Übergang in den Arbeitsmarkt. Zahlreiche internationale Studierende, vor allem aus Ländern wie Indien, studieren MINT-Fächer, arbeiten häufig nebenbei und tragen erheblich zur Innovationskraft und Wirtschaftskraft Deutschlands bei.

„Ohne qualifizierte Zuwanderung würde in der deutschen Wirtschaft schon heute kaum noch Wachstum möglich sein – gerade in den MINT-Berufen und bei der Innovationskraft“, kommentiert IW-Experte Axel Plünnecke.

Trotzdem könnte die Politik noch nachlegen – zum Beispiel mit schnelleren Verfahren, verlässlicheren Regeln und mehr Unterstützung für internationale Studierende beim Deutschlernen und beim Einstieg ins Berufsleben.

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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