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KI im Job: Nutzung wächst schneller als Qualifizierung

28. April 2026

Roboter sitzt am Laptop
KI gehört für viele zum Arbeitsalltag. Doch mit der Weiterbildung hapert es. Zudem steigt die Skepsis hinsichtlich der Anwendung. Foto: PantherMedia / stockasso
KI ist im Arbeitsalltag angekommen. 45 % der Mitarbeitenden lehnen das aber ab. Und gerade im Mittelstand fehlt es an der Weiterbildung der Mitarbeitenden, bemängeln TÜV und Bitkom.
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Die Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) hat den deutschen Arbeitsmarkt in kurzer Zeit tiefgreifend verändert. Zwei Studien von Bitkom und dem TÜV-Verband zeigen übereinstimmend: KI ist in vielen Unternehmen bereits Alltag, doch Qualifizierung, Strategie und Akzeptanz halten mit dieser Entwicklung nicht Schritt.

Damit entsteht eine strukturelle Lücke, die für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen relevant ist.

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Inhaltsverzeichnis

KI im Job: Hohe Nutzung, aber große Unterschiede

Laut Bitkom nutzen 48 % der Erwerbstätigen KI bei der Arbeit, davon „8 % täglich, 18 % mindestens einmal pro Woche, 22 % seltener“. Gleichzeitig setzen rund 48 % KI im Job bislang aber überhaupt nicht ein.

Diese ungleiche Verteilung zeigt sich auch bei den Auswirkungen auf die Arbeit selbst. Bereits 41 % der Erwerbstätigen geben an, dass sich ihre Tätigkeit durch KI jetzt schon verändert hat. KI sei damit nicht mehr Zukunftstechnologie, sondern Teil der aktuellen Arbeitsrealität, betonte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Effizienzgewinne durch KI: Zeitersparnis und bessere Prozesse

Dort, wo KI eingesetzt wird, berichten Beschäftigte von klaren Vorteilen. Die Technologie „erleichtert Routineaufgaben“ (47 %) und „spart Arbeitszeit“ (47 %), sie „schafft Freiräume für wichtigere Aufgaben“ (43 %) und ermöglicht „schnellere Problemanalysen“ (41 %). Wintergerst betonte, dass sich Jobprofile verändern, räumte aber auch ein, dass in Unternehmen, die nicht auf Wachstum setzen, sondern nur auf Effizienzsteigerung, „auch Jobs wegfallen können durch KI“.

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Betriebe sehen laut Bitkom zu 39 % eine „Beschleunigung von Prozessen“, ebenso viele eine „Verringerung von Fehlern“. Damit adressiere KI zentrale Produktivitätsfaktoren im Arbeitsmarkt und werde zunehmend zum Effizienztreiber in Unternehmen.

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Akzeptanzprobleme: Zwischen Wunsch und Ablehnung

Trotz der Vorteile bleibt die Einstellung zur KI im Job ambivalent. Einerseits wünschen sich 49 % der Erwerbstätigen „eine KI als persönlichen Assistenten im Job“.

Andererseits lehnen 45 % eine Unterstützung durch KI bei ihrer Arbeit grundsätzlich ab. Wintergerst erklärte: „KI verunsichert, die Skepsis nimmt zu.“

Ungeklärte Verantwortlichkeiten bei KI-Fehlern ein Problem

Diese Polarisierung wird durch andere Faktoren verstärkt. 62 % sehen ungeklärte Verantwortlichkeiten bei KI-Fehlern, 59 % kritisieren mangelnde Transparenz bei der Datennutzung und 55 % bemängeln weniger menschlichen Kontakt im Arbeitsalltag.

Qualifizierungslücke: Unternehmen investieren zu wenig in KI-Kompetenzen

Ein zentrales Ergebnis der TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 ist die wachsende Lücke zwischen KI-Nutzung und Qualifizierung. Zwar nutzen 56 % der Unternehmen generative KI im Arbeitsalltag, doch nur 27 % der Unternehmen haben ihre Beschäftigten im Umgang mit KI geschult.

Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, bringt es auf den Punkt: „Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen längst im Arbeitsalltag angekommen, aber der Kompetenzaufbau hält mit der Nutzung nicht Schritt.“

Mittelstand hinkt bei Weiterbildung hinterher

Besonders im Mittelstand zeigt sich Nachholbedarf. Während 49 % der Großunternehmen Schulungen anbieten, sind es bei mittleren Unternehmen 32 % und bei kleinen Betrieben lediglich 21 %. Gleichzeitig sieht knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (45 %) derzeit keinen Bedarf an KI-Weiterbildungen.

Weiterbildung im Arbeitsmarkt: Hohe Bedeutung, geringe Strategie

Grundsätzlich erkennen Unternehmen die Bedeutung von Weiterbildung allerdings an: 87 % bewerten sie als „sehr wichtig oder eher wichtig“. Dennoch fehlt häufig die strategische Umsetzung. Nur 29 % verfügen über eine schriftlich fixierte Weiterbildungsstrategie.

Auch die Ressourcen sind begrenzt. In vielen Unternehmen stehen laut TÜV-Studie lediglich drei bis fünf Weiterbildungstage pro Jahr zur Verfügung, während die Investitionen pro Mitarbeitenden oft vergleichsweise niedrig bleiben. Weiterbildung erfolgt damit häufig punktuell statt systematisch.

Informelle KI-Nutzung: Beschäftigte treiben Transformation selbst voran

Ein weiteres Ergebnis der Bitkom-Studie zeigt, dass KI teilweise informell eingesetzt wird. Zwar nutzen laut Studie 84 % der Beschäftigten KI mit Wissen des Arbeitgebers, doch 12 % tun dies ohne dessen Kenntnis.

Das berge für den Arbeitgeber Gefahren, betonte Wintergerst. Zudem deute dies auf einen Bottom-up-Trend im Arbeitsmarkt hin: Beschäftigte integrieren KI eigenständig in ihre Arbeitsprozesse, während Unternehmen noch keine klaren Strukturen geschaffen haben.



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