Akkreditierung

Studiengänge auf dem Prüfstand  

Durch die Umstellung auf die neuen Studiengänge Bachelor und Master sind die Hochschulen gezwungen, ihre Lehrangebote auf den neuesten Stand zu bringen. Begutachtet werden die ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge vor allem von der Akkreditierungsagentur ASIIN. Wie deren Arbeit aussieht, schildert Geschäftsführer Iring Wasser. VDI nachrichten, Bonn, 22. 1. 10, ws

Wasser: Bundesweit sind im Ingenieurbereich bisher rund 1600, mehr als die Hälfte aller Studiengänge akkreditiert worden, in der Informatik 500. Die meisten haben ihr Gütesiegel von ASIIN. Dabei liegt die primäre Verantwortung für die Studiengangsqualität bei den Hochschulen. Die Akkreditierung bewertet, ob ein Studienprogramm die selbst gesteckten Ziele zu erreichen imstande ist und wo Optimierungsmöglichkeiten und Schwächen bestehen.

Welches Gewicht haben Studierendenvertreter im Akkreditierungsprozess?

In allen Gutachterteams der ASIIN, die jedes Jahr 300 bis 400 Studienprogramme an Universitäten und Fachhochschulen begutachten, wirkt jeweils ein Studierendenvertreter mit. Die Studierendenvertreter werden durch den studentischen Akkreditierungspool oder durch die Bundesfachschaften benannt und regelmäßig zu Schulungen eingeladen. Neben den Arbeitgebern haben sich vor allem die Studierendenvertreter für eine Stärkung der Studiengangs-Akkreditierung im Vergleich zu der neuen, übergreifenden Systemakkreditierung ausgesprochen. Im Übrigen werden in jedem Bewertungsverfahren Kritik und Anregungen der Studierenden vor Ort aufgegriffen.

Was kostet Ihre TÜV-Plakette?

Die Kosten für die Erstakkreditierung eines Studiengangs auf fünf Jahre belaufen sich bei ASIIN auf 4000 € bis 5000 €. Eine moderne Akkreditierung geht im Übrigen über die Funktion einer TÜV-Plakette weit hinaus, weil die Prüfer nicht allein die Einhaltung von Mindeststandards überprüfen, sondern darüber hinaus mit den Kollegen am Ort Möglichkeiten der Verbesserung erörtern.

Viele Studierende klagen über eine zu hohe Studienbelastung. Wen haben Sie bei der Akkreditierung im Blick: Vollzeit- oder Teilzeitstudis, die auch jobben?

In den meisten Akkreditierungsverfahren legen die Hochschulen Konzepte vor, die von Vollzeitstudierenden ausgehen. Regelmäßig fragen wir nach offiziellen Teilzeitvarianten der Studiengänge, allerdings ist dies bislang noch nicht Standard in den Hochschulen. In vielen Fällen macht ASIIN eine Akkreditierung von einer Reduzierung der Prüfungsbelastung und curricularen Reformen abhängig.

Wie erklären Sie die hohe Abbrecherquote im technischen Bachelor-Studium?

Nach Aussagen von Lehrenden und Lernenden bringt ein Großteil der Abbrecher falsche Vorstellungen von einem Ingenieurstudium mit, insbesondere vom Anforderungsniveau in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen. Prüfungsanzahl oder verschultes Studium werden im Ingenieurbereich weniger kritisiert, da auch die Diplomstudiengänge bereits stärker strukturiert waren.

Rechnen die Akkreditierer mit einem Zeitfenster für das Auslandsstudium, einem Praxissemester vor allem für FH-Studenten?

Eines unserer Prüffelder ist die „Employability“ der Absolventen – ob das im Rahmen eines Praxissemesters oder anderer Instrumente der Vernetzung zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung realisiert wird, liegt in der Hoheit der Hochschule. Sie entwickelt auch ihre Internationalisierungsstrategien.

Früher ängstigten sich Studierende vor großen Abschlussprüfungen. Wie kleinteilig dürfen jetzt Studienmodule und studienbegleitende Prüfungen sein?

Module stellen inhaltlich abgestimmte Leistungspakete dar, die studienbegleitend geprüft werden. Sie erstrecken sich über höchstens zwei Semester, sodass keine mobilitätsgefährdenden Effekte durch eine längere Ausdehnung eines Moduls drohen.

Hat ASIIN schon einmal eine Akkreditierung abgelehnt oder nur unter spürbaren Auflagen Ja gesagt?

Nahezu alle von ASIIN geprüften Studiengänge werden unter Auflagen zunächst für ein Jahr akkreditiert, in dem die Hochschule nachbessern muss, sonst erlischt die Akkreditierung.

Was sind die kritischsten Punkte, an denen Sie bei Akkreditierungen die Stirn runzeln oder sogar schon mal ein Nein aussprechen?

Kritische Punkte, bei denen eine Ablehnung droht, sind mangelnde personelle, finanzielle und technische Ausstattung; ferner Schwachpunkte in der Berechnung einer realistischen Workload der Studierenden und unzureichende Freiräume für eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten. H. HORSTKOTTE

Ein Beitrag von:

  • Hermann Horstkotte

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