Interview zu effizientem Lernen 20.04.2012, 11:58 Uhr

Tipps für effizientes Lernen

Ob Fremdsprachen, Ausbildereignungsprüfung, Excel-Formeln oder Gesetzesstellen zum Personalwesen. Lernen begleitet fast jeden Berufstätigen sein gesamtes Arbeitsleben lang. Im Interview erklärt Walter Trummer, Gründer der Weiterbildungsakademie carriere & more mit Sitz in Nürnberg, warum vor allem Erwachsene schwerer lernen und wie sie sich leichter tun.

VDI NACHRICHTEN: Mit zunehmendem Alter lernt es sich schwerer, so eine landläufige Meinung. Zu Recht?

Trummer: Nicht, wenn Wissen so vermittelt wird, dass der Transfer ins Gehirn klappt. Oft wird ja genau das verhindert, indem einer vorne steht und erzählt. Frontalunterricht ist, auch wenn immer noch weit verbreitet, die schlechteste Art Wissen zu vermitteln. Das hat nichts mit dem Alter zu tun.

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Wie klappt denn der Transfer am besten?

Durch Visualisierung und Wiederholung. Tabellarische Aufschriebe eignen sich wenig, um Fakten zu merken. Besser sind bildhafte Aufzeichnungen à la Mind Map oder den eigenen Spickzettel skizzieren. Auch hilft es, diese Skripte dort aufzuhängen, wo man sich entspannt: Etwa im heimischen WC oder gegenüber der Couch.

Auf der Couch – also lernen im Schlaf?

Ein bisschen Mühe ist schon notwendig. Aber die Wege des Lernens können angenehmer sein. Ein Beispiel: Trockene Fakten bleiben besser im Gedächtnis, wenn sie als Episode möglichst mit persönlichem Bezug erfasst werden, statt als blanke Stichworte ohne Zusammenhang. Den eigenen Film im Kopfkino zu drehen hilft wirklich.

Welche Tipps haben Sie noch auf Lager?

Den Schreibtisch sauber halten. Nur das, was aktuell gelernt wird, liegt vor einem. Ansonsten ist der Schreibtisch leer. Der Ablenkungsgrad wächst mit jedem Foto, Magazin oder Schriftstück, das neben dem Lerner auf dem Tisch liegt.

Auch sollten sich Lerner an einem Tag nur mit einem Fach beschäftigen und nicht ständig Thema oder Schwerpunkt wechseln. Wer abends Vokabeln paukt, sollte sich anschließend nicht noch mit volkswirtschaftlichen Marktmodellen beschäftigen. Dann reicht auch eine gute halbe Stunde pro Tag an Wiederholung, um einen sichtbaren Lernerfolg zu erzielen. Mit mäßigem, aber regelmäßigem Wiederholen wird der Lernberg schrittweise erklommen, anstatt kurz vor einer Prüfung nächtelang durchzulernen – meist ohne befriedigendes Ergebnis.

Experten sagen, lesen sei nicht lernen. Stimmt das?

Wer nur seine Notizen oder ein Buch durchliest, lernt nicht. Wissen ins Gedächtnis eingraben heißt, mit dem Stoff zu arbeiten, dazugehörende Aufgaben oder Projekte zu erledigen oder Dritten darüber zu berichten. Das leistet den Wissenstransfer ins Gehirn und wird dort als „verstanden“ abgelegt. Wichtig ist auch, den passenden Kanal zu finden: Es gibt verschiedene Lerntypen. Etwa den Auditiven, Visuellen oder Kinästhetischen. Je nach persönlicher Ausprägung sollten die Lernmaterialien also zum Hören, Ansehen oder zum Erfahren, im Sinne von erlebbar, sein.

Dank mobilem Internet und Tablet-PC ist lernen immer und überall möglich. Ist das gut oder schlecht?

Wir wissen, dass der Ort nicht entscheidend für den Lernerfolg ist. Wohl aber der Platz. Er sollte festgelegt sein, der Lerner muss sich dort wohlfühlen. Kombiniert er es mit einer festen Lernzeit, fällt das Lernen leichter. Hintergrund: Diese Strukturen geben Sicherheit. Im Übrigen genauso wie eine Planung, wann wo was gelernt wird. Dritter Punkt sind Lerngruppen. Vielen hilft es, kontinuierlich in einer Gruppe zu lernen, weil sich die Teilnehmer unterstützen und die soziale Kontrolle greift, ähnlich wie bei Lauftreffs. Fehlt hier einer, wird er beim nächsten Treffen gerügt. 

Ein Beitrag von:

  • Michael Sudahl

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