Studium

Maschinenbaustudium häufiger gefragt als Lehramt

Die Ingenieur- wissenschaften erfreuen sich bei Studierenden hierzulande großer Beliebtheit. Das Problem

Das Maschinenbaustudium gewinnt immer mehr junge Anhänger. Allerdings sind diese fast ausschließlich männlichen Geschlechts. Der Anteil an allen männlichen Studienberechtigten in Deutschland stieg von 14 % im Jahr 2002 auf 20 % beim Jahrgang 2006. Der Anteil bei den Frauen, die sich für Maschinenbau entschieden, erhöhte sich nach konstanten 2 % in den Jahrgängen 1994, 1999 und 2002 bis zum Jahr 2006 nur geringfügig um einen Prozentpunkt.

Dies ist Ergebnis einer Studie, für die Wissenschaftler des HIS-Instituts für Hochschulforschung Ende 2009 rund 3500 Probanden des Studienberechtigten-Jahrgangs 2006 dreieinhalb Jahre nach Schulabschluss befragten.

Am beliebtesten sind demnach die Wirtschaftswissenschaften, für die sich 14 % der Studienberechtigten entschieden. Erstmals haben sich mehr Studienberechtigte für ein Maschinenbaustudium (11 %) entschieden als für ein Lehramtsstudium (9 %). Es folgen die Studienrichtungen Medizin und Sozialwissenschaften mit jeweils 6 % sowie die Studienrichtung Mathematik/Informatik mit 5 % aller Studienberechtigten.

MINT-Fächer motivieren zum Maschinenbaustudium

„Am meisten überrascht hat mich an der Studie, dass die Studienrichtung Maschinenbau so stark in der Gunst der Studienberechtigten gestiegen ist“, bilanziert HIS-Projektleiterin Heike Spangenberg. „Von den Schulabsolventinnen und Schulabsolventen mit Hochschulreife des Jahrgangs 2002 hatten sich 7 % für ein Maschinenbaustudium entschieden, beim Jahrgang 2006 ist der Anteil um mehr als 50 % gestiegen und liegt bei beachtlichen 11 %.“ Die geschlechtsspezifischen Unterschiede aber trübten das Bild, sagt Heike Spangenberg.

„Weder eine besonders gute Mathematikschulnote oder Eltern, die selbst Ingenieure sind, noch günstige Berufs- und Einkommenschancen in den Ingenieurwissenschaften sind Faktoren, die die Wahl ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge beeinflussen“, meint die Studierendenforscherin. „Einzig die Belegung von Schulleistungskursen in den MINT-Fächern wirkt sich positiv auf die Wahl eines Ingenieurstudiums aus.“

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen zeigt sich auch darin, dass die von den Männern bevorzugten Fachrichtungen Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik vergleichsweise selten von den Frauen gewählt werden. In den MINT-Fächern sind 46 % der Männer und lediglich 13 % der Frauen vertreten. „Die technischen Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinenbau entwickeln sich zunehmend zu einer Männerdomäne“, so die Studie.

Einen Abschluss in einem MINT-Fach streben insgesamt 28 % der Studienberechtigten an. Hierbei entfallen 17 % auf die Ingenieurwissenschaften und 11 % auf Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften.

Schere zwischen Akademiker- und Nicht-Akademikerkindern öffnet sich weiter

Kinder aus Akademikerhaushalten nehmen generell häufiger ein Studium auf als Kinder aus nichtakademischen Elternhäusern (86 % gegenüber 66 %). Die Differenz in der Studierquote der beiden Gruppen hat mit 20 Prozentpunkten einen neuen Höhepunkt erreicht. „Bei den Nicht-Akademikerkindern des Jahrgangs 2006 haben Zulassungsbeschränkungen im gewünschten Studienfach gegenüber dem Jahrgang 2002 erheblich an Bedeutung gewonnen“, kommentiert Heike Spangenberg. Fehlende in der Nähe gelegene Angebote trügen außerdem zum Studienverzicht bei. Viele Nicht-Akademikerkinder seien auch nicht bereit, wegen eines Studiums Schulden zu machen.

Die höchste Übereinstimmung zwischen beabsichtigter und realisierter Fachrichtung findet sich bei den Studienberechtigten, die ein halbes Jahr nach Schulabschluss ein Studium der Elektrotechnik (86 %) anstrebten. Allerdings wechseln diese Studenten auch am häufigsten das Fach. 15 % der Elektrotechnikstudenten sehen sich nach einem anderen Studiengang um. Bei den Maschinenbauern sind es lediglich 6 %.

Elektrotechnik konnte von dem Positivtrend im Maschinenbau nicht profitieren, bilanziert Heike Spangenberg nüchtern. „Elektrotechnik wählen die Studienberechtigten seit Ende der 1990er-Jahre mit 2 % bis 3 % unverändert selten. Beim Jahrgang 1990 lag der Anteil noch bei 5 %.“

Typische Motive für einen Studienfachwechsel sind unerfüllte Erwartungen an Studieninhalte (52 %), als zu hoch empfundene Studienanforderungen (30 %) sowie eine Veränderung der Interessen (57 %) oder des Berufsziels (35 %). Schwierigkeiten mit dem Lehrstoff sind für Studierende, die ursprünglich ein MINT-Fach aufgenommen haben, ein wichtigerer Wechselgrund als für Studierende anderer Fächer.

Maschinenbaustudium steht bei Nicht-Akademikerkindern hoch im Kurs

„Männliche Studienberechtigte aus nichtakademischen Elternhäusern nutzen nach wie vor am häufigsten ingenieurwissenschaftliche Studiengänge für den Bildungsaufstieg“, hat Heike Spangenberg festgestellt. 28 % von ihnen hätten ein Maschinenbaustudium begonnen. Bei Akademikerkindern spielen günstige Berufs- und Einkommenschancen eine größere Rolle als bei Kindern aus Nichtakademikerfamilien.

Akademikerkinder nehmen häufig ein Ingenieurstudium auf, wenn die Schulabschlussnote mäßig, die Mathematiknote aber überdurchschnittlich gut ist. Aus Interesse am Sachwissen und zum Erreichen eines hohen sozialen Status werde indes selten ein Studium der Ingenieurwissenschaften aufgenommen.

Befindet sich das Technikstudium im Aufwind? „Jein“, antwortet Heike Spangenberg. Der Aufschwung ließe sich eben nur im Maschinenbau nachweisen, nicht in der Elektrotechnik.

Dabei drückt auch weiterhin der Fachkräfteschuh. Vor allem in Süddeutschland herrschen große Ingenieurengpässe, wie aus dem aktuellen VDI-/IW-Ingenieurmonitor hervorgeht. Das träfe vor allem Unternehmen, die Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure beschäftigen. Hier fehlten 34 000 Fachleute. „Betroffen sind auch die Elektroingenieure mit 19 000 sowie die sonstigen Ingenieure mit 14 300 Personen“, heißt es. „Obwohl die Zahl der Erstabsolventen von Ingenieurstudiengängen mit knapp 50 000 erstmals wieder das Niveau von 1995 erreicht hat, fehlt uns immer noch weit mehr als ein ganzer Ingenieurjahrgang, um die bestehende Lücke zu schließen“, erklärt VDI-Direktor Willi Fuchs.

Von his/VDI/Wolfgang Schmitz

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