Studium 05.10.2012, 19:54 Uhr

Gebäudetechnik-Ingenieure: Wichtig ist immer der Blick fürs Ganze

Ingenieure der Gebäudetechnik verbinden Know-how aus Bau- und Anlagentechnik. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden dabei immer wichtiger. Verschiedene Studiengänge haben sich darauf eingerichtet und bieten spezielle Programme an.

Gebäudetechnik: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden immer wichtiger.

Gebäudetechnik: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden immer wichtiger.

Foto: BHW Bausparkasse

Alles fängt mit der Fassade an. Diesen Leitsatz hat Matthias Richter während seines Studiums Gebäudetechnik an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) verinnerlicht. Stimmt die Fassade, werden teure und energiefressende Anlagen, die ein Haus kühlen oder wärmen sollen, überflüssig. „Das fängt bei der Ausrichtung an, geht über Verglasung bis hin zu verschattenden Elementen“, sagt Richter.

Damit ein Haus wirklich effizient funktioniert, müssen Bau und Technik gemeinsam betrachtet werden. Genau dieser umfassende Blickwinkel hat dem 30-Jährigen an seinem Studium gefallen. Deshalb hatte er sich nach der Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungstechniker und einer darauf folgenden Ausbildung zum Bautechniker entschieden, noch das Bachelor-Programm, das auf dem Campus Holzminden stattfindet, dranzuhängen.

Gebäude verbrauchen rund ein Drittel der in Deutschland benötigten Energie. Intelligente Lösungen für Energie-Einsparungen sind deshalb gefragt. Studiengänge wie an der HAWK haben sich darauf eingerichtet. Wie kann man die Prozesse in einem Gebäude optimal steuern? Wie wirken Wärmerückgewinnung und Kraft-Wärme-Kopplungen im Verbund? Mit dem Blick für die Praxis und moderner Simulationstechnik werden die Studenten auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.

HAWK: Studiengang Gebäudetechnik heißt zukünftig „Green Building“

In diesem Jahr wird der Schwerpunkt Nachhaltigkeit in Holzminden sogar noch vertieft. Der Studiengang Gebäudetechnik bekommt den neuen Namen „Green Building“. Nachhaltiges, ressourcenschonendes Bauen wird immer wichtiger, ist sich Studiengangskoordinator Professor Wessel Gehlker sicher. „Mit der richtigen Technik ist es möglich, den Energieverbrauch bei Gebäuden um mindestens die Hälfte zu senken.“

Ziel ist das Plus-Energiehaus, also Gebäude, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Möglichst sollen keine fossilen Brennstoffe mehr nötig sein, sondern regenerative Energien eingesetzt werden. Aber nicht nur das: Die Studenten sollen den gesamten Lebenskreislauf eines Gebäudes bei der Planung betrachten. Vom Bau, über die Nutzung bis hin zur Wiederverwertung der Materialen, wenn das Gebäude einmal nicht mehr genutzt werden sollte.

Der Studiengang der Hochschule ist klein. Etwa 20 Studienanfänger werden für dieses Wintersemester erwartet. Viele der Studenten haben schon eine thematisch verwandte Ausbildung absolviert. Das ist allerdings nicht zwingend nötig. Gefordert wird lediglich ein sechswöchiges Praktikum in der Gebäudetechnik für die Zulassung zum Studium.

Das Studium besteht aus Elementen des Bauingenieurwesens wie Bauphysik oder Statik und aus technischen Fächern wie Elektro- und Messtechnik und Gebäudeautomation. Ergänzt wird das Konzept durch Vorlesungen in Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Nach sieben Semestern sollen die Studenten den Bachelor-Abschluss erwerben.

Studium Gebäudetechnik: Energieeffizienz und erneuerbare Energien rücken in den Fokus

Effizienz wird auch durch die optimale Steuerung der Anlagen erreicht. Hier liegt ein Schwerpunkt des Bachelor-Studiums Gebäudeenergie- und -informationstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. Neben den Energieströmen sollen die Studenten lernen, auch die Masse an Daten zu bändigen, die bei der Steuerung von Gebäudeanlagen anfällt. Wie können Verbrauch und Anlagenzustände visualisiert werden, wie funktionieren ihre Speicherung und der Abruf dieser Daten? Welche Software kann hierfür eingesetzt werden? Der Studiengang in Berlin ist international zudem gut vernetzt.

Auch der Bachelorstudiengang Energie- und Gebäudetechnik der Hochschule für angewandte Wissenschaften München hat sich zum Kernthema Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien auf die Fahnen geschrieben. Eine Besonderheit dieses Studiums liegt darin, dass gleichzeitig mit dem Studium eine Berufsausbildung absolviert werden kann, beispielsweise als Anlagenmechaniker für Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik oder Mechatroniker für Kältetechnik. Die Ausbildungszeit ist Teil des Studiums. Der Praxisanteil ist aus diesem Grund sehr hoch. Die Studenten haben in der Regel gute Berufsaussichten – die meisten werden von den Unternehmen, bei denen sie die Ausbildung gemacht haben, auch übernommen.

Gebäudetechnik-Ingenieure sind gefragt

Zu den möglichen Arbeitgebern von Absolventen der Gebäudetechnik zählen Ingenieur- und Architekturbüros, Planungsbüros für technische Gebäudeausstattung, aber auch Unternehmen aus dem Facilitymanagement. „Wir nehmen eine enorme Nachfrage nach Fachkräften wahr, die in der Lage sind, Energieanlagen richtig auszulegen sowie das Know-how für die Planung von Klima- und Wärmerückgewinnungsanlagen haben“, sagt Professor Gehlker.

Auch der Ingenieur Matthias Richter hat schnell nach dem Abschluss den Weg auf den Arbeitsmarkt gefunden. Im Juni bekam er sein Bachelor-Zeugnis ausgehändigt. Nun hat er schon eine Zusage für eine Stelle in Berlin. Dort ist noch viel zu tun, um Gebäude fit für das 21. Jahrhundert zu machen. 

Von H. Zander

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