Kündigungsatlas 2025 09.01.2026, 11:30 Uhr

Wer wird als Nächstes gekündigt? Die Zahlen verraten überraschende Muster

Manchmal fühlt es sich wie ein Schlag ins Gesicht an: Der Job, auf den man sich jahrelang verlassen hat, ist plötzlich weg. Wer sollte sich Sorgen machen? Die Regionen, Branchen und Profile mit dem höchsten Risiko.

Ein Mann geht - wird gekündigt

Jobverlust auf dem Radar: Wer muss als Nächstes gehen?

Foto: Smarterpix/YuriArcurs

Jedes Jahr verlieren in Deutschland Tausende Menschen ihren Arbeitsplatz – doch Kündigung ist nicht gleich Kündigung. Während einige Branchen regelmäßig von Entlassungswellen erschüttert werden, trifft es andere Beschäftigtengruppen nur selten. Auch der Zeitpunkt spielt eine entscheidende Rolle: Bestimmte Monate und wirtschaftliche Phasen gelten als besonders kündigungsanfällig. Doch was bedeutet das für die Betroffenen konkret? Wer ist besonders gefährdet, wann wird am häufigsten gekündigt – und mit welcher Abfindung können Arbeitnehmer realistisch rechnen?

Antworten auf diese Fragen liefert der Kündigungsatlas 2025 des Verbraucherportals Allright. Die Auswertung basiert auf 2500 realen Kündigungsfällen aus ganz Deutschland und bietet exklusive Einblicke in Muster, Risiken und Chancen rund um Kündigungen.

Im Durchschnitt sind gekündigte Arbeitnehmer 41 Jahre alt und seit gut viereinhalb Jahren im Unternehmen. Eigentlich ein Alter, das für Erfahrung, Routine und Stabilität steht. Doch ein genauer Blick zeigt: Kündigungen verteilen sich auffällig oft auf die Ränder des Berufslebens. Kündigungen passieren also nicht nur in der „unsicheren Mitte“, sondern häufen sich gerade am Anfang und am Ende der Karriere. Wer neu startet oder dem Ruhestand näherkommt, ist also längst nicht so geschützt, wie viele denken.

Stellenangebote im Bereich Forschung & Lehre

Forschung & Lehre Jobs
Hochschule Bielefeld (HSBI)-Firmenlogo
W2-Professur Konstruktionslehre / Finite Elemente Hochschule Bielefeld (HSBI)
Bielefeld Zum Job 
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)-Firmenlogo
Leiterin / Leiter Projektträgerschaft "Projektgeförderte Endlagerforschung" (w/m/d) Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Eggenstein-Leopoldshafen Zum Job 
Hochschule Heilbronn-Firmenlogo
Professur für angewandte KI im Wirtschaftsingenieurwesen Hochschule Heilbronn
Heilbronn Zum Job 
Hochschule Düsseldorf-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (w/m/d) im Makerspace Maschinenbau und Verfahrenstechnik Hochschule Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH)-Firmenlogo
Professur (m/w/d) der BesGr. W2 für das Lehrgebiet Solarenergie und Gebäudeautomation Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH)
THU Technische Hochschule Ulm-Firmenlogo
W2-Professur "Elektronik" THU Technische Hochschule Ulm
FH Münster-Firmenlogo
Professur für "Thermische Verfahrenstechnik" (w/m/d) FH Münster
Steinfurt Zum Job 
FH Münster-Firmenlogo
Professur für "Antriebssysteme im Maschinenbau" (w/m/d) FH Münster
Steinfurt Zum Job 
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Professur für "Mathematik und Digitale Chemie" (w/m/d) Fachhochschule Münster
Steinfurt Zum Job 
Fachhochschule Aachen-Firmenlogo
Professur "Leistungselektronik und elektrische Versorgungsnetze" Fachhochschule Aachen
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm-Firmenlogo
Professur für Maschinelles Lernen in der Produktion Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Nürnberg Zum Job 
TH Köln-Firmenlogo
Professur für Generative Algorithmen für visuelle Medien TH Köln
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm-Firmenlogo
Professur für Maschinelles Lernen in der Produktion (W2) Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Nürnberg Zum Job 
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (Master/Uni-Diplom) (m/w/d) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
Hochschule Ravensburg-Weingarten University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur Produkt und Umwelt (W2) Hochschule Ravensburg-Weingarten University of Applied Sciences
Weingarten Zum Job 
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen-Firmenlogo
Professur Smarte Robotik und KI (W2) Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Bocholt Zum Job 
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für das Gebiet Künstliche Intelligenz für Datastream Mining Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
Wilhelmshaven Zum Job 
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth-Firmenlogo
Professur (m/w/d) für das Gebiet Künstliche Intelligenz für Engineering Optimisation Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
Wilhelmshaven Zum Job 

Kündigungen kennen kein Alter

Besonders betroffen sind:

  • Berufseinsteiger: In rund 6,2 % der Fälle kam das Aus bereits innerhalb der ersten sechs Monate im Job
  • Ältere Beschäftigte: Ebenfalls 6,2 % der Kündigungen trafen Arbeitnehmer ab 60 Jahren
  • Mitarbeiter in der Karriere-Mitte: Mit durchschnittlich 41 Jahren und mehreren Jahren Betriebszugehörigkeit bilden sie zwar die größte Gruppe – sind aber keineswegs automatisch sicher

Kündigungen treffen Männer häufiger – Frauen verlieren finanziell mehr

Ein Blick auf die Daten des Verbraucherportals Allright zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. 61 % der Kündigungen trafen Männer, während 31 % Frauen betrafen. Der Rest entfällt auf nicht näher ausgewiesene Fälle.

Auch der Familienstand spielt eine Rolle:

  • 46,7 % der gekündigten Arbeitnehmer waren ledig
  • 45,4 % waren verheiratet
  • 7,5 % geschieden
  • 0,4 % waren verwitwet

Gerade bei betriebsbedingten Kündigungen sind solche sozialen Faktoren rechtlich relevant. Arbeitgeber müssen bei der sogenannten Sozialauswahl unter vergleichbaren Mitarbeitern Kriterien wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Unterhaltspflichten berücksichtigen. Die Zahlen zeigen jedoch: In der Praxis schützt das nicht alle Gruppen gleichermaßen.

Besonders deutlich wird das beim Gehalt. Zum Zeitpunkt der Kündigung verdienten Männer im Schnitt 4545,73 € brutto im Monat. Frauen kamen dagegen nur auf 3230,22 € – ein Unterschied von über 1300 €.

Der Gender-Pay-Gap endet also nicht mit dem Arbeitsvertrag – er wirkt selbst beim Jobverlust weiter. Für Frauen bedeutet das häufig geringere Abfindungen und niedrigere Ansprüche auf Arbeitslosengeld.

Der Tag, an dem niemand Post vom Chef will

Wenn man vorher wüsste, wann Kündigungen am häufigsten ausgesprochen werden, würde man an manchen Tagen wohl besonders ungern ins Büro gehen. Doch was sagt die Statistik?

Der Blick in die Allright-Daten zeigt ein klares Wochenmuster: Der Montag ist der Kündigungstag Nummer eins. An keinem anderen Wochentag werden so viele Kündigungen überreicht.

So verteilen sich Kündigungen über die Woche:

  • Montag: 23,2 %
  • Mittwoch: 20,6 %
  • Dienstag: 19,8 %
  • Donnerstag: 18,4 %
  • Freitag: 15,8 %
  • Samstag: 1,4 %
  • Sonntag: 0,8 %

Selbst das Wochenende ist also nicht völlig kündigungsfrei – auch wenn Kündigungen dort deutlich seltener ausgesprochen werden.

Doch nicht nur der Wochentag, auch der Zeitpunkt im Monat folgt einem festen Muster. Mehr als die Hälfte aller Kündigungen (51,6 %) wird zum Monatsende ausgesprochen. Weitere 29,5 % erfolgen in der Monatsmitte, während nur 18,9 % der Kündigungen in den ersten zehn Tagen eines Monats ausgesprochen werden.

Der Grund dafür ist meist pragmatisch: Gesetzliche und vertragliche Kündigungsfristen sehen häufig eine Beendigung zum Monatsende vor. Für viele Arbeitnehmer heißt das: Die schlechteste Nachricht kommt oft genau dann, wenn der Monat ohnehin schon endet.

Wo der Jobverlust besonders häufig zuschlägt

Der Allright Kündigungsatlas zeigt nicht nur, wer wann seinen Job verliert – sondern auch wo. Dabei werden deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Kündigungen sind in Deutschland keineswegs gleichmäßig verteilt, sondern häufen sich in bestimmten Bundesländern.
An der Spitze stehen die wirtschaftsstarken und bevölkerungsreichen Länder:

  • Nordrhein-Westfalen: 17,2 %
  • Bayern: 17,1 %
  • Baden-Württemberg: 14,1 %

Diese Regionen sind geprägt von einer hohen Dichte an Industrie- und Dienstleistungsunternehmen – genau jene Branchen, die besonders häufig von Umstrukturierungen, Sparprogrammen oder Standortverlagerungen betroffen sind. Wo viele Menschen arbeiten, werden am Ende auch mehr Kündigungen ausgesprochen.

Deutlich seltener kommt es dagegen in kleineren und strukturschwächeren Bundesländern zu Kündigungen. In Mecklenburg-Vorpommern entfielen lediglich 1,9 % aller Fälle, in Bremen und im Saarland sogar nur jeweils 0,8 %. Das dürfte vor allem an der geringeren Unternehmensdichte und niedrigeren Beschäftigtenzahl liegen.

Trotz dieser Unterschiede gilt jedoch: Kündigungen sind ein bundesweites Phänomen. Kein Bundesland ist völlig verschont – unabhängig von Region, Wirtschaftskraft oder Branchenfokus.

Natürlich spielt auch die Branche eine entscheidende Rolle. In den vergangenen Monaten wurde besonders häufig über Kündigungen in der Automobilbranche berichtet – und genau hier lassen sich die regionalen Hotspots klar ausmachen. Wo große Automobilhersteller, Zulieferer und Produktionsstandorte sitzen, schlagen Entlassungswellen besonders deutlich durch. Bundesländer mit starker Autoindustrie tauchen deshalb nicht zufällig an der Spitze der Kündigungsstatistik auf. Die Zahlen zeigen: Branchenkrisen bleiben selten abstrakt – sie lassen sich regional ziemlich genau auf der Landkarte nachzeichnen.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.